Avacon will von Spende nichts wissen Der Erbhof im Scheinwerferlicht

Thedinghausen. Ob der historische Erbhof in Zukunft dauerhaft im Scheinwerferlicht erstrahlen wird, ist derzeit noch nicht geklärt. Ebensowenig wie die Finanzierung des möglichen Projektes.
05.10.2013, 06:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Elisabeth Hintze

Vorausgegangen war eine Probe-Illumination vor rund zwei Wochen, organisiert von den Firmen Avacon und Philips. Ob der historische Erbhof in Zukunft dauerhaft im Scheinwerferlicht erstrahlen wird, ist derzeit noch nicht geklärt. Ebensowenig wie die Finanzierung des möglichen Projektes.

Gut zwei Wochen ist es her, dass der Erbhof in Thedinghausen im Scheinwerferlicht erstrahlte: Die Firmen Avacon und Philips hatten das historische Gebäude nach Einbruch der Dunkelheit probeweise beleuchtet. Die Lichtinstallation kam bei den Gemeindemitgliedern gut an – doch nicht bei allen. Der Grund dafür: Der Stromversorger Avacon hatte angeblich angekündigt, im Falle einer erfolgreichen Probe-Illumination das Gebäude dauerhaft beleuchten zu wollen und die entstehenden Kosten zu übernehmen.

Das sorgte für reichlich Diskussionsstoff im Samtgemeinderat, wie unsere Zeitung berichtete. Haupt-Knackpunkt war die Frage, ob die Samtgemeinde Thedinghause eine derart hohe Zuwendung annehmen dürfe. Von einer Spende sei allerdings nie die Rede gewesen, erklärte nun Hermann Karnebogen, Kommunalreferent der Firma Avacon.

Skeptisch hatte sich im Vorfeld unter anderem Ratsherr Dieter Mensen (Grüne) geäußert: „Wir sind nicht grundsätzlich gegen eine Illumination des Erbhofes, allerdings sollten wir das selbst in die Hand nehmen. Der Avacon ist natürlich daran gelegen, ein gutes Verhältnis zur Gemeinde zu haben. Kleine Präsente erhalten nunmal die Freundschaft.“ Damit spielte Mensen unter anderem auf den 2009 geschlossenen Konzessionsvertrag zwischen der Samtgemeinde und der E.ON Avacon AG an (seit dem 1. Juli diesen Jahres heißt das Unternehmen nur noch Avacon). Mit Konzessionsverträgen räumen Kommunen den Versorgern Wegerechte ein, damit sie ihre Netze für Strom und Gas betreiben können. Die Konzerne zahlen dafür eine Konzessionsabgabe.

Möglicherweise gehe es dem Stromversorger um eine Verlängerung der Verträge, so Grünen-Politiker Mensen. Schon 2009 hatte es Unstimmigkeiten darüber gegeben, ob die Samtgemeinde Spenden annehmen dürfe oder nicht. Damals hatte die E.ON Avacon AG ein Elekro-Fahrzeug als Leihgabe zur Verfügung gestellt.

Mensens jetzige Kritik wies Samtgemeindebürgermeister Gerd Schröder vehement zurück: „Die Frage nach einer Verlängerung der Konzession stellt sich zurzeit überhaupt nicht. Herr Mensen ist grundsätzlich gegen Konzerne. Er selbst betreibt mit seiner Beteiligung an Windkraftanlagen doch Lobbyismus.“ Laut Schröder befindet sich die Verwaltung der Samtgemeinde derzeit in Gesprächen mit der Avacon, um zu prüfen, inwieweit eine Verwirklichung des Illuminations-Projektes möglich sei. „Es sind rechtliche Probleme aufgetreten. Das ganze Vorhaben ist in der Schwebe. Außerdem muss noch überlegt werden, ob eine Beleuchtung überhaupt Sinn macht, schließlich ist der Erbhof nicht von allen Seiten einsehbar“, so Schröder.

Wodurch die Diskussion um eine etwaige Spende entstanden sei, ist Avacon-Kommunalreferent Hermann Karnebogen ein Rätsel: „Davon war nie die Rede. Dafür ist unser Unternehmen auch nicht da. Wir haben lediglich für die Probe-Illumination gesorgt und stehen beratend zur Seite, wenn es darum geht, welche Pläne in Zukunft umsetzbar sein könnten.“

Auch von der Summe von 6000 bis 10000 Euro, die während der Ratssitzung genannt wurde, will das Unternehmen nichts gewusst haben: „Es liegen bisher keine Kostenpläne vor. Ich weiß nicht, woher diese Zahl stammt.“ Eine Spende dürfe das Unternehmen rein rechtlich gar nicht machen – lediglich ein Sponsoring sei unter gewissen Umständen möglich. Das bedürfe allerdings immer einer werblichen Gegenleistung und sei beim Erbhof nicht vorgesehen. Karnebogen: „Wir müssen abwarten, wie es nun weitergeht, aber ganz ehrlich sehe ich derzeit keinen Weg, dass sich Avacon in irgendeiner Form an der Finanzierung einer eventuellen Dauer-Illumination beteiligt.“

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