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Otto-Modersohn-Museum in Fischerhude
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Frühe Werke aus Tecklenburg

Peter Groth 30.05.2017 0 Kommentare

Otto Modersohn
"Tecklenburg im Frühling" heißt dieses Bild, das Otto Modersohn 1891 malte. (Otto-Modersohn-Museum)

Otto Modersohn war jung und wusste doch ganz genau: Landschaftsmaler wollte er sein. Doch die Ideale dieses Genres, wie er sie während seines Studiums von 1884 bis 1888 an der Düsseldorfer Akademie erlernte – die waren nicht seine Ideale. Er suchte nach neuen Wegen. Die ersten Schritte ging er in seiner westfälischen Heimat, in Soest, Münster und in Tecklenburg. Etwa 50 Arbeiten, die zwischen 1885 und 1892 in Tecklenburg entstanden, zeigt jetzt das Fischerhuder Otto-Modersohn-Museum in einer Sonderausstellung.

Es wird vermutlich für lange Zeit das letzte Mal sein, dass die von privaten und institutionellen Leihgebern bereitgestellten Bilder und Zeichnungen aus dieser Zeit öffentlich ausgestellt werden.  Seit der Eröffnung eines Modersohn-Museums im Oktober 2015 in Tecklenburg waren diese frühen Arbeiten dorthin ausgeliehen, nun sind sie nach Fischerhude weitergereist und werden dann Ende Juli wieder in private Wohnzimmer und Verwaltungsbüros zurückkehren.

Diese Bilder und Zeichnungen sind für das Verständnis des Gesamtwerkes von Otto Modersohn deshalb so wichtig, weil er in Tecklenburg bei mehreren Aufenthalten zu neuen malerischen Ufern aufbrach, sich vom in Düsseldorf propagierten Naturalismus allmählich löste. Temperament und Gefühl wollte er malerisch ausdrücken, das lernte man in Düsseldorf nicht. Eine 1885 von dem jungen Studenten gezeichnete Skizze des Tores der Burgruine wirkt wie ein akkurates Abbild, und auch die in dieser Zeit entstandenen Bleistiftstudien aus den Skizzenbüchern zeigen, wie Modersohn in der Stadtkulisse übte, wie er sich immer wieder auch an der menschlichen Figur versuchte.

Ausgewogene Kompositionen

Erst ab 1888 gibt er den erzählerischen Charakter in seinen Bildern langsam auf, setzt auf harmonische und ausgewogene Kompositionen, die er mit lockerem Pinsel malt. Auch wenn die zentrale Tecklenburger Kirche und der die Stadtansicht prägende Burgberg in vielen Bildern auftauchen – Otto Modersohn malt vor allem sehr freie Studien vor der normalen Natur, von Wiesen am Hang, Baumgruppen und Hohlwegen.

1888:
1891:
1891:
1891:
Fotostrecke: Sonderausstellung zeigt Tecklenburger Bilder

Staffagen in Form einer weißen Bank, einer Kuh, eines wandelnden Paares treten zunehmend in den Hintergrund. Durchbrochen wird diese Loslösung von der tradierten Naturdarstellung nur noch in zwei größeren Ölgemälden, die,  1892 als Auftragsarbeiten entstanden, eine Stadtansicht im Düstern und Tecklenburg im Frühling oberhalb von frisch bestellten Feldern und saftigen Wiesen zeigen. 1892 ist Otto Modersohn längst in Worpswede angekommen und mit seinen dortigen Kollegen Mackensen und Hans am Ende im ständigen Austausch über ein modernes Verständnis von Landschaftsmalerei.

Rainer Noeres und Antje Modersohn, die diese Schau zusammengestellt haben, mischen Ölstudien, Gemälde, die in Blöcken gehängten kraftvollen Kreidezeichnungen und Blätter aus den Skizzenbüchern. Ergänzt wird diese separat platzierte Sonderausstellung, die zum genauen Vergleichen und Hinschauen animiert, durch frühe Arbeiten, die in Soest entstanden, und außerdem durch Bilder aus der Worpsweder und Fischerhuder Zeit.

Otto-Modersohn-Museum Fischerhude, In der Bredenau 95. Die Ausstellung ist bis 23. Juli zu sehen. Geöffnet: täglich 10 bis 18 Uhr.

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Leserkommentare
elfotografo am 22.10.2019 18:55
"Es ist doch ein Märchen, dass man mit einer Loge Geschäftskontakte akquiriert oder pflegt, geschweige denn Geschäfte abschließt."

Haben ...
FloM am 22.10.2019 18:51
@gorgon1:
Abgedroschen ist es den x-ten Kommentar mit undifferenzierten Anschuldigungen zu schreiben.

Die Erkenntnis, daß man Teil ...
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