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Santiano-Konzertkritik: Musikalische Freibeuter auf Kaperfahrt

Lars Fischer 01.03.2018 1 Kommentar

Die Shanty-Rocker von Santiano haben in Bremen festgemacht.
Die Shanty-Rocker von Santiano haben in Bremen festgemacht. (Santiano)

Die größte Stärke von Santiano ist wahrscheinlich die musikalische Flexibilität. Wer bei Schlager- und Metalfans gleichsam gut ankommt und Arenen wie die ÖVB-Arena füllt, der muss das ikonenhaft hochgehaltene Ideal der Freibeuterei auch musikalisch verinnerlicht haben. In der Tat bedient sich die Band recht umfangreich bei verschiedenen Stilen, manches Traditional wie "The Irish Rover" spielt sie als Coverversion, andere Songs werden eingedeutscht, und aus den Liedern schimmern immer mal wieder Melodien durch, die man aus anderen Zusammenhängen kennt.

Zu besinnlich will die Erfolgsband diese Kaperfahrt aber nicht gestalten. Das anschwellende Intro verheißt Schwere und wird zu einem Zitat aus dem Soundtrack von "Das Boot". Es geht also um Stahl und U-Boot-Krieg statt um Windjammer-Romantik und klingt entsprechend wuchtig, bevor es übergeht in den ersten Song "Könnt ihr mich hören?"

Shantys und Folklore

Eine durchaus angemessene Frage angesichts das tief frequenten Grollens, das die Technik erst später in den Griff bekommt. Die Band beginnt mit für ihre Verhältnisse hartem Rock, landet aber schnell bei Shantys und Folklore, die sie mal ein bisschen sperriger, meist aber gefällig aufbereitet. Das brachte sie mit jedem ihrer vier bisher erschienen Alben auf den ersten Platz der Hitparaden und in die größten Hallen des Landes.

Die füllen die sieben Musiker, die weder optisch noch altersmäßig den Klischees für Popstars entsprechen, mit einer Show, die keine Wünsche offen lässt. Feuer, Licht und Filme gehören dazu, ein semi-akustischer Set auf der Vorbühne ebenso. Steht man ihren mitunter doch sehr seichten Seemannsliedern auch skeptisch gegenüber, der Unterhaltungswert ist groß. Der über zweieinviertel Stunden lange Törn vergeht gefühlt beinahe so schnell wie eine Überfahrt mit der Sielwallfähre. Und anders als andere Musiker, die irgendwo zwischen Volksmusik und Pop andocken, drücken sich Santiano nicht um eine klare politische Haltung herum.

Mit Heimattümelei und klammheimlicher Sympathie für völkische Ideen haben sie nichts gemein. Ihr Plädoyer für die Freiheit, das macht Sänger und Bassist Björn Both deutlich, bezieht sich nicht nur auf Piraten und Abenteuerer vergangener Zeiten, sondern macht auch klar Schiff mit der rechtspopulistischen Demagogie dieser Tage.

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Die Band Santiano rollt derzeit von einer Erfolgswelle zur nächsten. Derzeit ist das Quintett mit seinem aktuellen Album "Im Auge des Sturms" auf großer Konzert-Fahrt. Am 28. Februar legen die Männer in Bremen an.

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Leserkommentare
cklammer am 23.10.2019 09:05
Na, wir wissen ja, wie das geht: etwas gleichartiges wird ja am Weserstadion schon beim jedem Heimspiel von Werder umgesetzt.

Da wird ...
oharena am 23.10.2019 09:04
wen soll man jetzt mehr "lieben" - die Polizei, de Anschläge verhindert hat - oder die "lieben" Terroristen, die keine Anschläge verübt haben?
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