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Bakannt aus "In aller Freundschaft"
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Schauspielerin Ursula Karusseit gestorben

01.02.2019 0 Kommentare

Schauspielerin Ursula Karusseit
Die Schauspielerin Ursula Karusseit ist in Berlin gestorben. (Britta Pedersen / dpa)

Viele Fernsehzuschauer kennen sie aus der Sachsenklinik: Ursula Karusseit als schlagfertige Cafeteria-Chefin, diese Rolle spielte sie in der ARD-Serie "In aller Freundschaft" rund 20 Jahre lang. Noch länger aber stand "die Karusseit" auf Theaterbühnen. Nun ist sie im Alter von 79 Jahren in Berlin gestorben, wie ihr Mann der Deutschen Presse-Agentur bestätigte.

Großstadtrevier, bislang 410 Folgen
Die beliebte Polizei-Serie aus Hamburg gibt es im Ersten schon seit 1986. Bis Ende 2017 wurden 410 Folgen ausgestrahlt. Der Serienliebling ist Schauspieler Jan Fedder (Mitte), der seit 1992 den Polizisten Dirk Matthies spielt. Im Herbst 2017 kam jedoch Sorge auf: Aus gesundheitlichen Gründen konnte Fedder nicht am Dreh teilnehmen. Die Serie fokussierte sich daher auf Kommissariatsleiterin Küppers (Saskia Fischer, 2.v.r.) und ihre Mitarbeiter.
Der Alte, bislang 411 Folgen
Diese Serie ist wirklich Kult! Seit 1977 wird sie im ZDF ausgestrahlt. Der Alte – Komissar Erwin Köster (Siegfried Lowitz) – ermittelt in der Mordkomission München. Immer an seiner Seite: Kriminalassistent Gerd Heymann (gespielt von Michael Ande). Mehr als 400 Folgen und 39 Jahre war Ande in der Serie. Im April 2016 stieg er allerdings aus.
Soko München / Soko 5113, bislang 613 Folgen
Die Serie, die es schon seit 1978 gibt, basiert auf den Erfahrungen von Autor Dieter Schenk (3.v.r.). Er arbeitete lange beim LKA Hessen, bei der Kriminalpolizei Gießen und war Kriminaldirektor beim BKA. Seine Telefon-Durchwahl beim LKA war 5113. Der Serie wird deshalb nachgesagt, besonders realitätsnah zu sein. Jeden Montag läuft die Sendung im ZDF, bis Ende 2017 wurden 613 Episoden ausgestrahlt.
 
Schon im Jahr 2013 feierte die ZDF-Serie ihre 500. Folge. Anlässlich dessen posierte Schenk mit einigen Schauspielern. Von links: Christofer von Beau (Kriminaloberkommissar Ainfachnur), Michel Guillaume (Kommissar Renner), Gerd Silberbauer (Kommissar Bauer), Joscha Kiefer (Kommissar Morgenstern) und Wilfried Klaus (Kommissar Schickl).
Verliebt in Berlin (2005-2007), 645 Folgen
Lisa Plenske! Was war doch damals los, als die schüchterne Lisa auf die Bildschirme kam und nach und nach zu einer selbstbewussten Frau wurde. Es war die klassische Geschichte vom hässlichen Entlein, das sich in einen Schwan verwandelte. Die Telenovela war ein absoluter Erfolg. Für Schauspielerin Alexandra Neldel bedeutete die Serie den Durchbruch. Nach der ersten Staffel übernahm der einstige GZSZ-Schauspieler Tim Sander die Hauptrolle.
Fotostrecke: Das sind die absoluten Dauerbrenner der deutschen TV-Serien

Die markanten Frauenrollen passten zu Karusseit. Zu DDR-Zeiten spielte sie im TV-Fünfteiler "Wege übers Land" die Gertrud Habersaat - "eine kräftige, erwachende, herbschöne Frau", wie der Eulenspiegel-Verlag am Freitag würdigte. Später spielte sie auch in "Daniel Druskat" (1976) von Helmut Sakowski.

"Mir lag nie so sehr, wenn ich das jetzt arg und fahrlässig verallgemeinern darf, das Blauäugige", sagte sie in dem Interviewband "Wege übers Land und durch die Zeiten" (2009), "ich liebte eher das Schräge, das Kantige, auch das etwas Raue, Ruppige oder Burschikose."

Über Umwege auf die Bühne

Zur Bühne fand Karusseit über einen Umweg. Geboren wurde sie am 2. August 1939 im westpreußischen Elbing im heutigen Polen, später wurde sie in Mecklenburg eingeschult. Im thüringischen Gera machte sie ihren Abschluss und eine kaufmännische Ausbildung. Sie arbeitete als Stenotypistin und Sachbearbeiterin. Erst dann kam sie zur Bühne.

Karusseit ging nach Ost-Berlin an die Staatliche Schauspielschule. 1968 bekam sie die Fernsehrolle in "Wege übers Land". Mit ihrem Team reiste sie auch nach Moskau. "Wir haben gesagt, in diesen vier Tagen müssen wir drei Dinge gemeinsam schaffen: Metro fahren, Piroggen essen und Taxi fahren", erzählte sie in dem Buch.

Jahrelang trat Karusseit an der Berliner Volksbühne auf. Sie heiratete den Theaterregisseur Benno Besson. Beide haben einen gemeinsamen Sohn - Pierre Besson steht derzeit mit seiner Halbschwester Katharina Thalbach in Berlin auf der Bühne.

Seit 1998 bei "In aller Freundschaft"

Karusseit arbeitete in all den Jahren an mehreren Theatern und führte auch selbst Regie. Sie spielte zum Beispiel in Bertolt Brechts "Der gute Mensch von Sezuan" und "Mutter Courage". Später war sie viel im Fernsehen präsent. In der Sachsenklinik spielte sie seit der ersten Folge 1998 die Cafeteria-Chefin Charlotte Gauss, die oft braune Uniform trug und die dunklen Haare mit einem leichten Rotstich.

Offiziell war Karusseit noch bis zuletzt Mitglied im Ensemble der Klinikserie, wie eine Sprecherin der Produktionsfirma sagte. Karusseits Serienfigur Charlotte Gauss war aber mittlerweile im Ruhestand und trat nur noch sporadisch auf. Ende 2018 stand sie zuletzt vor der Kamera. Die letzte Folge mit der Schauspielerin werde am 19. März 2019 ausgestrahlt, teilte der MDR mit.

Zuletzt arbeitete Karusseit an einem Buch mit dem Titel "Zugabe", das laut Eulenspiegel-Verlag im März erscheinen soll.

Als Schauspieler Jaecki Schwarz Karusseit 2009 den Medienpreis Goldene Henne für ihr Lebenswerk verlieh, sagte er etwas Besonderes über sie: Sie zähle zu den größten Schauspielerinnen der letzten 50 Jahre. "Ich frage mich, warum das so wenige wissen." Vielleicht liege es daran, dass sie nicht zickig sei und keine Skandale mache, zu lieb, zu nett oder dass sie zu vielseitig sei. "Sie ist eine Legende des Berliner Theaters." (dpa)


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Leserkommentare
theface am 18.10.2019 20:54
Das kann so nicht stimmen, sonst wären SPD und Grüne ja nicht mehr in der Landesregierung.
Opferanode am 18.10.2019 20:48
Ich hatte die gleiche Frage. Aber eine vernünftige Antwort würde mir besser gefallen, als so schulmeisterlich daherzukommen, mit der Aufforderung, ...
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