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„Tatort"-Kritik: "Kaputt"

Silke Hellwig 08.06.2019 1 Kommentar

Freddy Schenk und Max Ballauf  stehen an dem Ort, wo Kollegen in ihrer Dienststelle an den getöteten Beamten erinnern.
Freddy Schenk und Max Ballauf  stehen an dem Ort, wo Kollegen in ihrer Dienststelle an den getöteten Beamten erinnern. (Thomas Kost /WDR /dpa)

Christine Hartmann (Buch und Regie) und Rainer Butt (Buch) hatten offensichtlich einen Plan: Sie wollten eine neue Episode des Kölner „Tatorts“ zeigen, die sich mit den heiklen Themen Polizistenmord und Korpsgeist befasst. Herausgekommen ist eine Folge mit dem Titel „Kaputt“ (Pfingstmontag, 20.15 Uhr, ARD), die den Erwartungen nicht gerecht werden kann, sondern die stattdessen reichlich Klischees bedient und aus platten Dialogen besteht.

Ein Streifenpolizist wird bei einem Einsatz zu Tode geprügelt. Seine Kollegin überlebt, kann sich aber an nichts erinnern. Freddy Schenk (Dietmar Bär) und Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) ermitteln. Ein Drogenabhängiger war an der Tat beteiligt. Bevor die Kölner Ermittler ihn zur Verantwortung ziehen können, wird er erschossen. Bald zeigt sich, dass sich die Wege einiger Beteiligter schon gekreuzt haben.

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Bei der Auswahl der Schauspieler hat die Produktion gute Arbeit geleistet: Anna Brüggemann glänzt als Kollegin des toten Polizisten, Götz Schubert überzeugt als Vorgesetzter. Es dauert indes, bis die Folge an Tempo gewinnt, und nutzt nicht mehr viel: Das Geschehen bleibt unglaubwürdig, die Fäden bleiben lose, die Konstruktion um Opfer, Täter und Verdächtige bleibt schlicht aneinandergebaut. Es fehlt an Raffinesse, an Charme, an Pepp.

Diverse Nebenschauplätze

Daran ändert auch nichts, dass Butt und Hartmann diverse Nebenschauplätze aufmachen: Im Team Schenk, Ballauf, Jüttner (Roland Riebeling) kriselt es, wobei – na, wer wohl – der Assistent die traurige Aufgabe hat, sich auf Stammtisch-Niveau über Opfer erster und zweiter Klasse (Polizist und Junkie) zu verbreiten. Außerdem kommt es in der Dienststelle des getöteten Beamten zu Reibereien.

Er war mit einem Kollegen liiert, was – man ahnt es – nicht allenthalben toleriert wurde. Dass Schenk und Ballauf einmal mehr als polterige Moralapostel daherkommen und ihr Assistent als bräsiger Kontrapunkt, vergällt einem die Episode zusätzlich. Jüttner kandidiert dieses Mal für den Personalrat. Man vermutet auch das: vergebens.


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Leserkommentare
peteris am 21.10.2019 12:30
Vielleicht wissen wir am 1.11. um 11:11h mehr.


Sie meinen sicher den 11.11. um 11:11h?
suziwolf am 21.10.2019 12:19
Und dann ... @kretschmar -
[auch wieder] eine gemeinsame Währung -

Das britische £ - Sterling -
europaweit jetzt ...
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