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Juror aus RTL-Sendung „Let's Dance“
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Warum sich Llambis Sprüche für Bremer Tanzschulen lohnen

Mathias Sonnenberg 13.06.2019 0 Kommentare

Dana Wiesenbach und Daniel Hollwedel auf dem Parkett in der Tanzarena. Die Bremer Tanzschulen profitieren von den guten Quoten der Sendung „Let’s Dance“.
Dana Wiesenbach und Daniel Hollwedel auf dem Parkett in der Tanzarena. Die Bremer Tanzschulen profitieren von den guten Quoten der Sendung „Let’s Dance“. (Frank Thomas Koch)

Ob Dana Wiesenbach und Daniel Hollwedel es an diesem Freitagabend vor den Fernseher schaffen? Sie wissen es noch nicht. Dabei sind diese Abende von Mitte März bis Mitte Juni für viele Menschen gesetzt. „Let’s Dance“ auf RTL ist im Frühling seit 13 Jahren ein verlässlicher Quotenbringer, vier Millionen Menschen schalten immer ein, wenn Joachim Llambi Noten verteilt und Motsi Mabuse erklärt, was die Promi-Tänzer mal wieder falsch gemacht haben. Tanzen ist ein gigantisches Geschäft geworden in Deutschland, das spüren Wiesenbach und Hollwedel, die beide in der Bremer Tanzarena arbeiten, seit Jahren. Denn wenn die Erfolgssendung „Let’s Dance“ auf Sendung geht, steigen auch die Anmeldungen bei den Tanzkursen.

Hochzeitspaare zeigen Videos

Hollwedel, ausgebildeter Tanzlehrer, kennt seine Paare mittlerweile ganz gut. „Wenn die Staffel beginnt, kommen sehr viele Hochzeitspaare vorbei, zeigen mir auf ihrem Handy ein Video und sagen: Daniel, hast du das schon gesehen?‘“ Was dann kommt, weiß der 28-Jährige: Ein Tanz aus Let’s Dance! „Meist sind das Hebefiguren, bei denen ich aber weiß, dass das nicht mehr klappen kann bis zur Hochzeit und für die selbst die Profis sehr lange üben müssen.“ Ab und an helfe auch ein spaßiger Hinweis auf einen möglichen Sanitätereinsatz. Die Tanz-Ansprüche von Paaren seien durch eine Sendung wie Let’s Dance aber definitiv gestiegen. Und nicht immer ist es leicht, diese dann mit einem Anfängerkurs zu befriedigen.

Dana Wiesenbach aber behält die Nerven. Sie managt bei der Tanzarena das ganze Drumherum. „Meine Eltern hatten früher eine Tanzschule, ich bin mit dem Tanzen aufgewachsen.“ Dass eine Sendung wie Let’s Dance gut fürs Geschäft ist, muss ihr keiner erklären. Und es hilft, dass sie die Stars der Sendung persönlich kennt. „Herr Llambi zum Beispiel ist total nett und natürlich nicht auf den Mund gefallen. Er ist einfach unglaublich professionell.“ Warum ausgerechnet eine Tanz-Sendung im Fernsehen plötzlich so Furore macht, kann sie sich auch erklären. „Da ist ja auch der Faktor Schadenfreude im Spiel“, sagt sie. „Es ist immer lustig, wenn sich Menschen bei einer Sache nicht so gut anstellen. Und wenn es dann auch noch Prominente sind, kommt das natürlich besonders gut an.“ Ihre Kunden jedenfalls, so ist Wiesenbachs Eindruck, „schauen sich alle Let’s Dance an“.

Tanzlehrer als Konfliktlöser

Dass es im richtigen Tanzleben dann etwas gesitteter zugeht als bei den Bewertungen von  TV-Juror Llambi, fänden die Kunden aber auch ganz gut. Sprüche wie „Mein Staubsauber hat auf der niedrigsten Stufe mehr Bumms, als alles, was ich hier beim Quickstepp gesehen habe“ oder: „Die Straßenlaternen in Wien haben mehr Gefühl für Walzer als Sie“ muss sich in der Tanzarena niemand anhören. „Nee, bei uns gibt es so was nicht“, sagt Wiesenbach laut lachend. „Wir bewerten ja niemanden und wollen, dass die Leute hier Spaß haben.“ Aber Llambis Sprüche fände sie auch nicht so schlimm. „Das macht er doch gut, die sind meistens korrekt und nur selten unter der Gürtellinie.“

Und überhaupt seien sie in der Tanzarena mehr als Konfliktlöser unterwegs, fügt Hollwedel an. „Wenn man Probleme in der Partnerschaft hat, ist ein Tanzkurs eine gute Sache. Da kommt man sich wieder näher.“ Allerdings komme es immer mal wieder vor, dass sich Paare auf der Tanzfläche etwas lauter stritten. Hollwedel: „Aber dann mache ich meistens kurz die Musik aus, dann ist Ruhe. Denn einen Streit sollen die anderen Paare dann ja auch nicht mitkriegen.“ Überhaupt hat man den Eindruck, dass Wiesenbach und Hollwedel nach so vielen Jahren in der Tanzarena ein Gespür für ihre Kunden bekommen haben. Hollwedel sagt: „Ich erkenne die Männer sofort, die eigentlich gegen ihren Willen zum Tanzkurs von ihrer Partnerin verpflichtet wurden. Da weiß ich schon nach dem ersten Kurs: Der kommt nicht wieder.“ 

Der beste Beruf der Welt

Doch das sei eher die Ausnahme. Wer sich zum Kurs anmeldet, bleibt im Schnitt für wenigstens ein halbes Jahr dabei. Das beinhaltet zwei Kurse. „Danach“, erklärt Dana Wiesenbach, „sagt die eine Hälfte: Das reicht jetzt für die Hochzeit oder ein paar Feiern.“ Und die anderen entdeckten dann erst Tanzen als ihr neues Hobby. Hollwedel: „Ich sehe aber schon bei einigen Paaren beim ersten Kurs, ob sie länger bleiben oder nicht.“

Der 28-Jährige ist erst spät zu seinem Beruf gekommen. Bis er 18 war, hatte er mit Tanzen nichts am Hut. „Meine beste Freundin hatte damals einen Tanzkurs geschenkt bekommen und mich quasi zwangsverpflichtet.“ Wider Willen sei er dann aber mitgegangen. Die Freundin war nach einem halben Jahr wieder weg, Hollwedel aber blieb und will jetzt sein ganzes Leben dem Tanzsport treu bleiben. „Ich habe den besten Beruf der Welt“, sagt er. Und außerdem sei der für alle Ewigkeiten gesichert. „Es wird ja nie einen Roboter geben, der den Menschen sagt, wie sie tanzen sollen. Dafür sei das alles viel zu komplex. Doch bei aller Technik gilt für Hollwedel: „Es muss gut aussehen und Spaß machen.“

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Aber es sei nicht immer leicht, Leuten Bewegung beizubringen in Zeiten, in denen sich Menschen generell immer weniger bewegen. Dana Wiesenbach hatte ihren Sohn schon mit 16 Monaten zum ersten Tanzkurs angemeldet. „Das ist nicht ungewöhnlich“, sagt sie, „ist ein klassisches Einstiegsalter.“ Das Motto sei: Wer laufen kann, der kann auch tanzen. Weitere Einstiege beim Tanzen sind der Kindertanz (bis zwölf Jahre), die Konfirmation und natürlich die eigene Hochzeit.

Wie sportlich Tanzen wirklich ist, hat Oliver Pocher bei RTL gezeigt. Knapp acht Kilo speckte der Komiker nach eigenen Angaben bei Let’s Dance ab. Für Wiesenbach und Hollwedel wenig überraschend. „Eineinhalb Minuten Tanzen ist so anstrengend wie ein 400-Meter-Lauf“, sagen sie. „Es wird ja alles im Körper beansprucht, jeder kleinste Muskel.“ Die Koordination, die sei am schwierigsten, meint Hollwedel. „Tanzen ist eben sehr viel Kopfarbeit.“ Kann man gar nicht immer glauben, wenn man die Prominenten bei Let’s Dance über die Tanzfläche rutschen sieht.

Zur Sache

Hape Kerkeling war erster Moderator

Die Sendung „Let’s Dance“ lief erstmals 2006 beim Privatsender RTL. Damals war auch die ehemalige Ministerpräsidentin Heide Simonis (Schleswig-Holstein) am Start, sie brach ihre Teilnahme aus gesundheitlichen Gründen nach der fünften Show ab. Moderator der ersten beiden Staffeln war Hape Kerkeling.

Seit 2007 ist Daniel Hartwich der Moderator, an seiner Seite stand erst Silvie Meis, seit dem vergangenen Jahr Victoria Swarovski. Seit Beginn der Sendung sitzt Joachim Llambi in der Jury, seine Bewertungen der Tanzpaare, die aus einem Profi-Tänzer und einem Prominenten bestehen, sind legendär. Weiter in der Jury: die Ex-Tänzerin Motsi Mabuse und Jorge González.


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Leserkommentare
thowaei am 23.10.2019 14:25
In KEINEM Land der EU kann man aktuell mit 54 Jahren in Rente gehen. Slowenien ist diesbezüglich der Spitzenreiter mit einem Renteneintrittsalter von ...
gorgon1 am 23.10.2019 14:15
Absolut mein Meinung. !!!
Beste Grüße
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