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TKKG im Interview
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„Wir suchen die Gefahr“

Alexandra Knief 08.06.2019 0 Kommentare

Tim (von links), Klößchen, Gaby und Karl: Das sind TKKG. Und auch Hund Oskar darf natürlich nicht fehlen.
Tim (von links), Klößchen, Gaby und Karl: Das sind TKKG. Und auch Hund Oskar darf natürlich nicht fehlen. (EUROPA (Sony Music Entertainment))

TKKG, fangen wir ganz vorne an. Wie habt ihr euch eigentlich kennengelernt?

Tim: Ich bin aufs Internat gekommen, weil meine Mutter mich alleine erziehen musste und auch viel gearbeitet hat. Und dort bin ich dann mit Willi auf ein Zimmer gekommen. Karl und Gaby gehen auf die gleiche Schule wie wir, und so haben wir uns kennengelernt.

Tim, früher war dein Spitzname noch Tarzan. Wann hast du diesen Namen abgelegt, und wie ist dann Tim entstanden? Eigentlich heißt du ja Peter?

Tim: Ich fand Tarzan früher total cool, weil er so sportlich ist. Aber als ich irgendwann einen Tarzan-Film gesehen habe, habe ich festgestellt, dass er doch nicht so ganz meinem Charakter entspricht. Also habe ich mich daran erinnert, dass ich ja noch einen zweiten Vornamen habe – Timotheus. Und weil wir TKKG heißen und nicht PKKG, habe ich gesagt: nennt mich doch einfach Tim.

Allein durch euer gemeinsames Zimmer verbringt ihr ja viel Zeit miteinander. Willy, mal unter uns, geht Tim dir manchmal auf die Nerven?

Klößchen: Meistens schlafe ich ja. Hin und wieder geht mir das Geknutsche von Tim und Gaby ein bisschen auf den Wecker. Aber Karl geht mir manchmal noch mehr auf die Nerven. Immer dieses Belehrende...

Auch wenn ihr euch gern in Gefahr begebt, seid ihr im Vergleich zu anderen Jugendlichen sehr brav, man könnte fast sagen spießig. Wünscht ihr euch manchmal, ihr würdet mehr Sachen machen, die eher eurem Alter entsprechen? Partys feiern, euch mit Mädchen treffen, heimlich ein Bier trinken?

Karl: Wir erleben so viele spannende Sachen, die andere Jugendliche nicht erleben, da sind wir auch ganz froh, wenn wir mal ein bisschen Ruhe haben.

Klößchen: Für vieles haben wir wirklich keine Zeit. Und Trinken? Karl würde jetzt sicher sagen, dass man mit Alkohol ja gar nicht mehr klar denken kann. Mir persönlich ist Schokolade eh lieber.

Karl: Naja, Schokolade ist aber auch ein Suchtmittel...

Klößchen: Boah, genau das meine ich, Karl. Genau das!

Willi, macht es dich manchmal wütend, dass deine Freunde dich Klößchen nennen?

Klößchen: Ach Quatsch! Ich bin stolz auf meinen Spitznamen und ich liebe meinen Körper! Der ist ja auch hart trainiert. So einfach, wie sich das alle Leute immer vorstellen, ist es gar nicht, dafür zu sorgen, so auszusehen. Ich muss jeden Tag ein bisschen nachlegen und habe zum Glück auch meist großen Hunger.

Wie viel Schokolade verdrückst du so pro Tag?

Klößchen: Drei, vier Tafeln? Das kommt auch immer auf den Fall an, den wir gerade lösen. Wenn der richtig krass ist oder wir gerade Winter haben, dann brauche ich mehr Energie, das ist ja klar. Und wenn ich Angst habe, brauche ich natürlich auch Schokolade gegen die Nervosität.

Einige unserer Leser würden gerne wissen, ob Sauerlich-Schokolade irgendwann deutschlandweit auf den Markt kommt.

Klößchen: Bisher gibt es die Schokolade nur in der „Millionenstadt“. Das ist alles eine Frage von Lizenzen. Mein Vater wird schon wissen, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, den Markt zu überfluten.

Die „Millionenstadt“ ist ein gutes Stichwort: Wo genau lebt ihr denn eigentlich?

Gaby: Es ist gut, dass das niemand so genau weiß. Verdeckte Ermittler geben nie preis, wo sie ermitteln!

Tim: Zudem hätten wir ansonsten wahrscheinlich ständig Leute, die uns auflauern und beim Fälle lösen zugucken würden.

Karl: Ich fühle mich so ja schon manchmal richtig beobachtet.

Klößchen: Ja! Ich frage mich manchmal sowieso, warum so viele Leute von uns wissen. Eigentlich ist das ja immer nur eine Sache zwischen Kommissar Glockner und uns. Das regt mich so auf, da könnte ich glatt schon wieder Schokolade essen.

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Soll ich euch was verraten? Es gibt Bücher und Hörspielkassetten zu euren Fällen.

Klößchen: (lacht) Na, klar! Das wüssten wir ja wohl. Als nächstes erzählst du uns, es würde einen Film über uns geben, der auch noch im Kino läuft. Das ist ja idiotisch. Bist du wirklich Journalistin?

Vielleicht habe ich da was durcheinandergebracht. So oder so gibt es viele Leute, die euch kennen. Einige davon werfen euch vor, Obdachlose, Ausländer und Drogenabhängige oft unter Generalverdacht zu stellen. Insbesondere als ihr noch jünger wart. Habt ihr Vorurteile gegenüber diesen Gruppen?  

Tim: Den Vorwurf kennen wir natürlich. Aber dass wir mal Sachen gesagt haben, die diesen Vorwurf rechtfertigen, muss lange her sein. Ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern. Wir haben natürlich keinerlei Vorurteile gegen die genannten Gruppen!

Gaby: Und natürlich haben auch wir im Laufe der Jahre dazugelernt.

Bleiben wir bei den Vorurteilen. Tim, du beherrschst mehrere Kampfsportarten und schreckst im Ernstfall auch nicht vor Prügeleien zurück. Bist du der Ansicht, dass man manche Dinge nicht mit Worten klären kann?

Tim: Ich bin da deutlich ruhiger geworden. Es ist nicht mehr so, dass ich sofort jemandem drohe oder ihn gleich in den Schwitzkasten nehme. Heute versuche ich, Dinge eher im Gespräch zu lösen und merke auch, dass das meist sehr viel besser funktioniert. Und es ist auch ungefährlicher.

Gaby, fühlst du dich als einzige Frau in der Runde manchmal nicht ernst genommen?

Gaby: Ne, sonst wären die drei nicht meine Freunde. Wir vertrauen einander und geben auf einander acht. Ich stehe ganz gut meine Frau und würde mich auch nie bevormunden lassen.

Ihr habt mittlerweile mehr als 200 Fälle gelöst. Welcher war für dich persönlich der spannendste?

Gaby: Für mich sind natürlich die Fälle mit Tieren am interessantesten. „Alarm im Raubtierhaus“ zum Beispiel, als ich ein Praktikum im Zoo gemacht habe, oder „Doppelgänger auf der Rennbahn“, wo es auch um Pferde ging.

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Im Laufe der Jahre wurdet ihr unzählige Male entführt oder seid auf andere Art und Weise in Gefahr geraten. Sind das Erlebnisse, die euch im Alltag belasten?

Gaby: Nein. Wir reden über sowas, und dann ist auch alles wieder fein. Wenn mich das zu sehr belasten würde, würde ich bei TKKG ja nicht weitermachen. Und wenn wir ehrlich sind, suchen wir ja auch ein bisschen die Gefahr.

Wisst ihr schon, was ihr nach der Schule machen wollt? Strebt ihr alle eine Karriere bei der Polizei an?

Gaby: Berittene Polizei vielleicht, das könnte gut zu mir passen. Aber ich denke, ich möchte doch eher Tierpflegerin werden. Aber vielleicht wird Tim ja Oberkommissar!

Tim: Ich geh nicht zur Polizei! Ich möchte Sozialarbeiter werden, um weiter Jugendlichen helfen können, die Probleme haben. Oder ich möchte was mit Sport machen. Sportlehrer vielleicht.

Und du Willi? Willst du später in die Fußstapfen deines Vaters treten und Schokoladenfabrikant werden oder doch lieber weiter Verbrecher jagen?

Klößchen: Ich glaube, ich kann das wunderbar kombinieren. Ich werde ja jetzt schon bei meinem Papi ein bisschen eingeführt – allein dadurch, dass ich der beste Tester bin. Irgendwann werde ich den Laden übernehmen. Vielleicht stelle ich dann Karl ein, für die Zahlen.

Karl: Ja, ich könnte die Buchhaltung machen.

Ja Karl, du bist ja der schlaue Kopf der Runde...

Klößchen: Hahahahaha.

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....woher kommt es, dass du so viel weißt?

Karl: Das kommt hauptsächlich durch meinen Papa, der ist Matheprofessor. Ich habe schon früh viel gelesen, weil wir auch sehr viele Bücher zu Hause haben. Wenn mich etwas interessiert, eigne ich mir das Wissen an. Ich kann es nicht haben, wenn es Dinge gibt, die ich nicht weiß.

Deine Freunde wissen das ja manchmal nicht so zu schätzen...

Karl: Ja, das ist manchmal frustrierend, wenn die anderen nicht richtig zuhören. Aber ich werde mit dem Erklären trotzdem nicht aufhören. Die könnten ja durchaus auch noch was von mir lernen...

 

Die Fragen stellte Alexandra Knief.

Zur Sache

Das sind TKKG

1979, vor genau 40 Jahren also, kreierte der deutsche Schriftsteller Rolf Kalmuczak (1938 – 2007) die Buchreihe TKKG. Die Bücher veröffentlichte er unter dem Pseudonym Stefan Wolf, seit 1981 sind die Geschichten auch als Hörspiele zu erleben. Die Buchstabenfolge TKKG setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der vier Jugendlichen zusammen, um die sich die Geschichten drehen: Peter Carsten, genannt Tim, ist der sportliche Anführer der Gruppe.

Karl Vierstein wird von seinen Freunden auch Computer genannt, weil er so schlau ist. Willi Sauerlich, aufgrund seiner kugeligen Figur Klößchen genannt, ist der Sohn eines reichen Schokoladenfabrikanten und Gaby Glockner, die Freundin von Tim, hat aufgrund ihrer Tierliebe den Spitznamen Pfote. Ihr Vater ist Kommissar Glockner, der von TKKG bei seinen Ermittlungen unterstützt wird. TKKG ermitteln in einer namenlosen „Millionenstadt“.

Bisher sind mehr als 110 Bücher und über 200 Hörspielgeschichten rund um die jungen Ermittler erschienen. Seit 2012 hat es keine neuen Bücher mehr gegeben, die Hörspielreihe wird allerdings bis heute fortgesetzt. Mit 14 Millionen verkauften Büchern und mehr als 33 Millionen verkauften Hörspielkassetten gehört die Reihe neben der Serie um die Jungdetektive von „Die drei ???“ zu den erfolgreichsten Ermittler-Jugendbuchreihen im deutschsprachigen Raum. Und nicht nur Kinder verfolgen jeden Fall: TKKG haben auch viele erwachsene Zuhörer. Schätzungen zufolge sind zehn Prozent der Hörer älter als 25 Jahre.

Am 6. Juni ist mit „TKKG – Jede Legende hat ihren Anfang“ ein neuer TKKG-Film in den deutschen Kinos angelaufen. Der Film erzählt vom Kennenlernen der Freunde und ihrem ersten Fall: der Entführung von Willis Vater. Aufgrund des Jubiläums gehen TKKG, beziehungsweise ihre Hörspiel-Sprecher Sascha Draeger (Tim), Manou Lubowski (Klößchen), Tobias Diakow (Karl) und Rhea Harder-Vennewald (Gaby) auf Live-Hörspiel-Tour. Hierbei präsentieren sie den neuesten Fall „Das unheimliche Dorf“. Dabei geht es um ein Dorf und einen Mordversuch. Am 27. November machen sie auch im Bremer Metropol-Theater halt. Tickets gibt es unter anderem bei Nordwest-Ticket.


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Leserkommentare
suziwolf am 21.10.2019 12:19
Und dann ... @kretschmar -
[auch wieder] eine gemeinsame Währung -

Das britische £ - Sterling -
europaweit jetzt ...
suziwolf am 21.10.2019 12:01
Warum dieser einfache Hinweis
auf www.spiegel.de
[ ,auf Erweiterung der Information‘ ]
mit „👎“ bewertet wird,
erklärt sich ...
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