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Gastkommentar über Altersvorsorge
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Betriebliche Altersvorsorge braucht Mindeststandards

Annabel Oelmann 16.10.2018 0 Kommentare

(Silvia Marks/dpa)

Viele Arbeitnehmer wollen ihre Rente nicht durch Waffenproduktion, Kinderarbeit oder Umweltzerstörung finanziert wissen. Doch das Nachhaltigkeitsverständnis bei Anbietern betrieblicher Altersvorsorge scheint bislang weniger ausgeprägt, ebenso deren Informationspolitik. Die Verbraucherzentrale Bremen hat 232 Versicherungen, Pensionskassen und Pensionsfonds um die Berichtstexte gebeten, die ihren Versorgungsanwärterinnen und -anwärtern zur Verfügung gestellt werden.

Ziel war eine Beurteilung, ob Nachhaltigkeitskriterien bei betrieblicher Altersvorsorge berücksichtigt werden und wie  darüber informiert wird. Die Ergebnisse sind ernüchternd: An der Umfrage haben sich 37 Anbieter beteiligt, was einer Rücklaufquote von rund 16 Prozent entspricht. Häufig sind die Berichtstexte so wenig konkret, dass viele Schwierigkeiten haben dürften, zu erfassen, ob und inwieweit Nachhaltigkeitsstandards überhaupt angewandt werden.

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In immerhin neun Berichten erfahren Verbraucherinnen und Verbraucher, welche ethisch oder ökologisch bedenklichen Branchen bei der Investition ihrer Beiträge konkret tabu sind. Für die Mehrzahl der Anbieter spielen Nachhaltigkeitsstandards bei ihrer Anlagepolitik aber kaum eine Rolle. Sie begründen das unter anderem damit, dass Rendite und Sicherheit im Fokus stehen.

Dabei zeigen Praxis und verschiedene Studien, dass sich Rendite und Nachhaltigkeit keinesfalls ausschließen. Gesetzliche Vorgaben für staatlich geförderte Altersvorsorge könnten dazu beitragen, dass mehr Anbieter konkrete Nachhaltigkeitskriterien in ihre Anlagepolitik integrieren und somit Verbraucherinnen und Verbrauchern mehr und transparentere Möglichkeiten zur Verfügung stehen.

Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Verbraucherzentrale Bremen von 2017 wünschen sich drei Viertel der Befragten die Einführung von ethisch-ökologischen Mindeststandards bei staatlich geförderten Rentenprodukten.

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Mit solchen gesetzlichen Mindeststandards könnten Verbraucherinnen und Verbraucher sicher sein, dass ihr Geld nicht in Rüstung, Kinderarbeit oder Umweltzerstörung fließt. Zudem würde der Gesetzgeber durch Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien für staatlich geförderte Altersvorsorge den Markt positiv beeinflussen und seine eigenen Nachhaltigkeitsziele unterstützen. Die Verbraucherzentrale Bremen fordert den Gesetzgeber zum Handeln auf: Staatliche Förderung von Altersvorsorgeprodukten sollte an festgeschriebene Mindeststandards geknüpft werden.

Zur Person

Unsere Gastautorin Annabel Oelmann ist seit April 2016 Vorständin der Verbraucherzentrale Bremen. Ihre Themenschwerpunkte sind Geldanlage, Kredite, Versicherungen und Altersvorsorge.


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Leserkommentare
erschreckerbaer am 22.10.2019 21:34
Ist doch in Ordnung.
Bis jetzt habe ich 48 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt.
Habe dafür Steuern bezahlt.
Würde ich mit 67 in ...
flutlicht am 22.10.2019 20:43
Lieber @Wk, wann hat Höffner denn nun die Fläche erworben? Mal schreiben Sie von 14 Jahren im Text und in der Einleitung von 11 Jahren. Was stimmt?
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