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Kommentar über SPD-Chefin Andrea Nahles
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Bremen spielt Schicksal

Hans-Ulrich Brandt 15.04.2019 2 Kommentare

Auch nach bald einem Jahr im Amt steckt die SPD in einem Umfragentief.
Auch nach bald einem Jahr im Amt steckt die SPD in einem Umfragentief. (Thomas Frey/dpa)

Am Ostermontag ist es soweit: Andrea Nahles ist dann ein Jahr lang SPD-Vorsitzende. Ein Amt, dass von einem ihrer vielen Vorgänger, von Franz Müntefering nämlich, noch euphorisch als „das schönste Amt neben dem Papst" bezeichnet wurde. Doch das ist über 14 Jahre her. Auch Müntefering, der sogar zweimal – und beide Male nur kurz – den Sozialdemokraten vorstand, würde so nicht mehr reden. Inzwischen ist es eher eine Strafe, die SPD zu führen. Führen wohin? In den Abgrund?

Voran geht es jedenfalls nicht mit den Sozis. Immer noch nicht. Bei 16 Prozent liegen sie in den aktuellen Umfragen. Ein vernichtender Zwischenstand. Und Andrea Nahles, die erste Frau an der Spitze der SPD, hat an diesem fatalen Abwärtstrend der Partei bisher nichts ändern können. Entsprechend steht sie unter Druck, stand sie von Anfang an.

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Aber Nahles hat gewusst, auf welches Himmelfahrtskommando sie sich einlässt. Trotzdem hat sie sich für dieses Amt beworben. Schon ihr schlechte Wahlergebnis (66,35 Prozent) hat gezeigt, dass sie keinen uneingeschränkten Rückhalt in der Partei genießt. Zu lange ist sie beteiligt an der Misere der SPD. Immer agiert sie ein bisschen zu laut und zu überdreht. Manchmal sind ihre Auftritte sogar hochnotpeinlich – nicht nur im Karneval, auch im Bundestag.

Der Wunsch nach baldiger Ablösung

Und Nahles hat sich viele Feinde in der Partei gemacht. Das spürt sie gerade jetzt, wo sie Rückendeckung bräuchte. In der Fraktion sorgt ihr autoritärer, misstrauischer Führungsstil für großen Unmut. Nicht wenige wünschen sich hinter vorgehaltener Hand ihre baldige Ablösung, als Fraktions- und als Parteichefin.

Das kann in der Tat schnell gehen, und es könnte die Bürgerschaftswahl sein, die für Nahles Abgang sorgt. Sollten am 26. Mai die Bremer Sozialdemokraten erstmals nicht stärkste Kraft werden und nicht wieder den Bürgermeister stellen, dürfte das für die Parteichefin das Aus bedeuten.

Einen Erneuerungsprozess hatte Nahles versprochen, die Fähigkeit jedoch, ihre Partei dabei hinter sich zu versammeln, hat sie nicht. Aber wer auch immer sich den SPD-Vorsitz zutraut, er oder sie müsste Unmögliches möglich machen. Der Trend ist einfach nicht der Freund der SPD.


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Leserkommentare
peteris am 22.10.2019 11:19
Ach die "armen Landwirte". Monokultur,Massentierhaltung und Grundwasserverseuchung, sind das Markenzeichen der so "armen Landwirte", was auch noch ...
reswer am 22.10.2019 11:17
Verkehrswende ....ohne Verbesserungen im ÖPNV und der Bahn das wird nichts werden.

Erst diese verbessern.......dann werden auch viele ...
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