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„Das Blut muss da sein, wenn es gebraucht wird“

Katharina Frohne 14.06.2019 0 Kommentare

Nur drei Prozent der Deutschen spenden Blut.
Nur drei Prozent der Deutschen spenden Blut. (Christian Charisius/dpa)

Schokolade gegen Blut, das ist der Deal in Polen. Wer spendet, bekommt zum Dank acht Tafeln, darf wählen zwischen Kokos, Vollmilch oder Traube-Nuss. Was skurril klingt, ist Ausdruck einer Angst, die nicht neu ist: In vielen Ländern werden die Blutkonserven knapp. Auf immer weniger Spender kommen immer mehr ältere Menschen, die naturgemäß häufiger krank sind. Erst vor wenigen Tagen mahnte ein Sprecher des Deutschen Roten Kreuz: „Das solidarische Blutspendesystem wankt.“

Was also tun? Die einen setzen also auf Lockmittel. In Polen winkt Süßkram, in Tschechien Gutscheine für Massagen und Saunabesuche. In anderen Ländern gibt es Geld, auch in Deutschland. Einige Dienste zahlen 25 Euro, manche bis zu 50 Euro.

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Spenden mit Gegenleistung – nicht wenige sehen das kritisch. Zumindest, wenn die Belohnung über die obligatorische Packung „Merci“ hinausgeht. Das Prinzip der Blutspende basiere auf dem Gedanken der freiwilligen gegenseitigen Unterstützung, eine Spende sei ein Geschenk, kein Tauschhandel. Wer helfe, dem müsse diese Hilfe ein Bedürfnis sein.

Gerade einmal drei Prozent spenden

Nur: Dieses Bedürfnis verspüren zu wenige. Ein Drittel der Deutschen dürfte spenden, tatsächlich tun es gerade einmal drei Prozent. Wenn die eher symbolischen Entschädigungen also den einen oder anderen zur Abgabe bewegen – warum nicht?

Klar ist aber auch: Kleinere Geldbeträge werden nicht die Massen mobilisieren. Und die braucht es, wenn die Versorgung dauerhaft sichergestellt werden soll. Dringend notwendig ist es deshalb, Belohnungsmodelle zu schaffen, die für viele Menschen attraktiv sind. Modelle, die zum regelmäßigen Spenden animieren. Einige Ansätze aus dem Ausland lohnen dabei einen Blick. In Polen etwa gibt es nicht nur Schokolade, sondern auch einen zusätzlichen Urlaubstag. In Griechenland können Beamte gleich zwei bis vier Tage frei machen. Derartige Prämien setzen auf ein anderes Tauschmodell: Zeit für Zeit.

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Sicher ist: Blut muss da sein, wenn es gebraucht wird. Wenn Spendenaufrufe und andere Aktionen keinen Effekt zeigen, müssen pragmatische Lösungen her. Für Idealismus ist die Lage zu ernst.


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Leserkommentare
HB-Maennchen am 23.10.2019 09:23
Da möchte man als schlichter Leser des Weser-Kuriers der jetzt wieder doch etwas deutlicher wahrnehmbaren schreibenden Stimme der Chefredakteurin ...
cklammer am 23.10.2019 09:05
Na, wir wissen ja, wie das geht: etwas gleichartiges wird ja am Weserstadion schon beim jedem Heimspiel von Werder umgesetzt.

Da wird ...
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