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Kommentar über das Grundeinkommen
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Deutschland muss jetzt über Gerechtigkeit diskutieren

Florian Schwiegershausen 06.09.2017 10 Kommentare

Der Streit fängt bei der Höhe des bedingungslosen Grundeinkommens an: Wie viel Geld sollte jeder erhalten?
Der Streit fängt bei der Höhe des bedingungslosen Grundeinkommens an: Wie viel Geld sollte jeder erhalten? (dpa)

Plötzlich geht es um die Zukunft weit nach der Bundestagswahl: das bedingungslose Grundeinkommen, kurz BGE. Dass es bei diesem Thema sehr emotional zugehen kann, zeigte die Podiumsdiskussion, die gerade erst in der Handelskammer lief. Da waren der Wirtschaftswissenschaftler Thomas Straubhaar und der Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge.

So wie die beiden an diesem Abend aneinander geraten sind, so unterschiedlich sind ihre Ansätze. Straubhaars Konzept sieht für alle vom Baby bis zum Rentner 1000 Euro im Monat vor, und zwar so, dass dabei auf bisherige staatliche Kontrolle verzichtet werden kann. Butterwegge setzt dagegen auf einen starken Staat, damit es bei der Verteilung gerechter zugeht. Zur Finanzierung fordern beide Steuern auf die Wertschöpfung, aber in unterschiedlichen Ansätzen.

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Der Streit geht bei der Geldsumme los

Keiner weiß, was in 20 Jahren sein wird. Sicher ist: Deutschland muss diese Diskussion führen und sich etwas überlegen. Denn allein im Zuge einer alternden Gesellschaft wird das deutsche Rentensystem irgendwann vor dem Kollaps stehen.

Bei der Frage, wie viel Grundeinkommen jeder erhalten sollte, geht der Streit los. Das liegt auf der einen Seite daran, dass jeder ein anderes Empfinden hat, was gerecht ist. Auf der anderen Seite bedeutet diese Frage auch, wer in Zukunft mehr abgeben müsste. Das fällt den Menschen schwer. Sie wollen am liebsten ihren Besitzstand wahren, was man ihnen nicht verübeln kann.

Was dabei aber Kaffeesatzleserei ist: Wie viele Jobs werden im Zuge der Digitalisierung wegfallen? Auch hier gibt es die verschiedensten wissenschaftlichen Theorien, ob neue Jobs entstehen werden oder nicht. Für alle, denen die Optimierung von Elektroautos und die Technisierung von Dienstleistungsabläufen die Arbeit wegnehmen wird, muss man sich etwas einfallen lassen. Denn der soziale Frieden muss erhalten bleiben.

Jetzt ist noch genug Zeit für dieses Thema, vor dem sich viele Politiker bisher scheuen. Ob am Ende ein Grundeinkommen stehen wird, und wie viel Staat man dafür braucht, darum muss es ab jetzt in der Diskussion gehen.

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Leserkommentare
Deichgraffe am 23.10.2019 13:15
Mal daran gedacht, dass die Anzahl der Besucher, die mit dem Auto kommen, nicht dieselbe ist wie beim Bau der Stadthalle?
Die ist übrigens ...
bremenkenner am 23.10.2019 13:14
Jetzt fällt dem Senat sein eigenes Versagen quasi vor die Füße und keiner weiß wie man den Schutthaufen beseitigen kann.
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