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Dritter Zitteranfall von Merkel
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Georg Ismar 10.07.2019 0 Kommentare

Beim Empfang des finnischen Ministerpräsidenten Antti Rinne mit militärischen Ehren zitterte Angela Merkel beim Abspielen der Nationalhymnen erneut am ganzen Körper.
Beim Empfang des finnischen Ministerpräsidenten Antti Rinne mit militärischen Ehren zitterte Angela Merkel beim Abspielen der Nationalhymnen erneut am ganzen Körper. (HANSCHKE/Reuters)

Die Bundeskanzlerin weiß, dass sie nun mehr sagen muss. Mehr, als dass es ihr gut geht und dass sich niemand Sorgen um ihre Gesundheit machen muss. Wenige Tage vor ihrem 65. Geburtstag hat Angela Merkel am Mittwoch den dritten Zitteranfall binnen drei Wochen erlitten. Beim Empfang des finnischen Ministerpräsidenten Antti Rinne mit militärischen Ehren begann sie erneut am ganzen Körper zu zittern – während des Abspielens der Nationalhymnen auf dem Podium vor dem Kanzleramt. Dabei ist zu sehen, wie sie immer wieder zu sich selbst zu sprechen scheint.

Als sie eine knappe Stunde danach mit Rinne zur Pressekonferenz erscheint, lobt sie zunächst die Zusammenarbeit mit Finnland, das Land hat die EU-Ratspräsidentschaft inne. Merkel ist fest gewillt, vor dem Ende ihrer Kanzlerschaft mit der deutschen Ratspräsidentschaft in einem Jahr noch einmal neue Impulse für Europa zu setzen. Doch gleich die erste Frage dreht sich um ihren Zitteranfall, über den sofort auch internationale Medien wie CNN berichten. „Man muss sich keine Sorgen machen“, sagt sie. „Ich bin ganz fest davon überzeugt, dass ich gut leistungsfähig bin“. Bisher mied sie es, sich näher dazu zu äußern. Jetzt liefert sie eine Erklärung. Merkel begründet die Zitteranfälle zwei und drei mit der Erfahrung von Zitteranfall Nummer eins. Also mit einem psychologischen Effekt, einem Kopfkino, das viele Bürger von bestimmten Situationen kennen, in denen sich etwas wiederholt, was man vermeiden will, aber durch das Denken daran ausgelöst wird. Also keine ernsthafte Erkrankung. Merkel sagt im Kanzleramt, dass sie immer noch in der „Verarbeitungsphase“ des ersten Anfalls Mitte Juni beim Empfang des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenski sei. „Die ist offensichtlich noch nicht ganz abgeschlossen, aber es gibt Fortschritte.“

Sie selbst hat immer gesagt, sie wolle die Zusage an die Wähler für eine volle Legislaturperiode bis 2021 einlösen – sofern die Gesundheit mitspiele. Dieser Halbsatz gewinnt nun eine neue Bedeutung, mit jedem neuen Zitteranfall wachsen auch die Zweifel. Fast 14 Jahre ist sie schon Kanzlerin – und wo früher Kanzler wie Willy Brandt mal bei Krankheiten etwas von der Bildfläche verschwinden konnten, ist die Dauerbeobachtung heute extrem, zudem verbreiten sich solche Bilder über soziale Medien blitzschnell. Es ist bezeichnend, dass am Mittwoch mit als erstes ein Video des Zitteranfalls von dem russischen Nachrichtenportal „Sputnik“ weltweit gestreut wird. Das Satireportal „Postillon“ dagegen liefert eine Erklärung, über die auch Merkel vielleicht schmunzeln könnte: „Bundeskanzlerin Angela Merkel hat heute den Vibrationsalarm ihres Handys deaktiviert. Dieser war offenbar so stark eingestellt, dass stets ihr ganzer Körper vibrierte, wenn ein Anruf bei ihr einging.“


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Leserkommentare
heinmueckausbremerhaven am 21.10.2019 20:47
Es gibt nur eine Chance wieviel Artikel beschrieben. Und jetzt schwindet mit dem Artikel von Stefan Rahmstorf das Argument, dass die BRD nur für ...
Bremen99 am 21.10.2019 20:41
Das Parken in Wild-West-Manier rund um den Freimarkt hat Tradition. Vor über 40 Jahren konnte man auch schon regelmäßig beobachten wie dreiste ...
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