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Gastkommentar zum Mercosur-Abkommen
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Ein Brandbeschleuniger für die Amazonasregion

Rosane Yara Rodrigues Guerra 26.09.2019 1 Kommentar

Der Regenwald brennt: Brasilianische Soldaten sind bei Löscharbeiten in der Region Nova Fronteira im Einsatz.
Der Regenwald brennt: Brasilianische Soldaten sind bei Löscharbeiten in der Region Nova Fronteira im Einsatz. (Leo Correa / dpa)

Jahr um Jahr wird für die Landwirtschaft ein Teil des Regenwalds im Amazonasgebiet vernichtet. Der Anbau von Soja, aber auch von Zuckerrohr für die Ethanolproduktion sowie die Viehzucht fressen sich immer tiefer in den Regenwald. Die globale Nachfrage nach Soja ist in den letzten Jahren rasant angestiegen. Somit wird ein Anreiz zur Ausdehnung des Sojabohnenanbaus im Amazonasbecken sowie auf Savannenlandschaften geschaffen. Impulsgeber war auch die EU, wo etwa ein Viertel der weltweit gehandelten Sojaprodukte landet.

Etwa 35 Millionen Tonnen Sojabohnen und Sojaschrot hat die EU im Jahr 2017 importiert. Rund zwölf Prozent davon wurden nach Deutschland eingeführt, auch über Brake an der Unterweser. Die Sojaimporte werden fast ausschließlich als Futtermittel in den Tierhaltungsbetrieben verwendet.

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Das Schweine- und Hühnerfleisch aus der Massentierhaltung wird allerdings nicht nur hier verzehrt, sondern zum Teil weiter in andere Länder ausgeführt, beispielsweise nach Afrika. Diese Handelspraxis wirkt sich meistens negativ für die lokalen Produzenten aus, da die Agrarproduktion in den europäischen Ländern stark und subventionsähnlich unterstützt wird. Die lokalen Produzenten können bei der unfairen Konkurrenz durch das billige Fleisch nicht mithalten und werden aus dem Markt verdrängt.

Als zweitwichtigster Abnehmer des südamerikanischen Sojas und der drittwichtigste Absatzmarkt für brasilianisches Rindfleisch macht sich Europa damit mitschuldig an der Rodung des Regenwaldes. Mit dem angestrebten EU-Mercosur-Handelsabkommen sollen aus Südamerika aber noch mehr Agrarprodukte nach Europa eingeführt werden. Das von der EU-Kommission als Erfolg angepriesene Handelsabkommen eröffnet den Agrarproduzenten in Brasilien und ganz Südamerika die Perspektive auf noch mehr Agrarexporte. Es ist nicht verwunderlich, dass unter der aktuellen Regierung Brasiliens, die bereits die wirtschaftliche Nutzung der Amazonasregion anstrebt, die Waldbrände dort zuletzt stark zugenommen haben.

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Als Reaktion auf die alarmierenden Waldbrände will die EU das Handelsabkommen mit den Mercosur-Staaten auf Eis legen. Das Abkommen sollte aber definitiv abgelehnt werden. Die deutsche Regierung muss sich hier klar positionieren, wenn sie noch das Pariser Klimaschutzübereinkommen umsetzen will. Aber nicht nur das: Die Massentierhaltung und dadurch der enorme Verbrauch von Sojaprodukten muss endlich eingeschränkt werden, denn sie führt auch hierzulande zu Umweltschäden, etwa durch erhöhte Nitratwerte im Grundwasser.

Zur Person

Unsere Gastautorin

ist promovierte Sozialwissenschaftlerin und Projektleiterin im Bereich Informations- und Bildungsarbeit beim Bremer entwicklungspolitischen Netzwerk (BeN).


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Leserkommentare
elfotografo am 22.10.2019 18:55
"Es ist doch ein Märchen, dass man mit einer Loge Geschäftskontakte akquiriert oder pflegt, geschweige denn Geschäfte abschließt."

Haben ...
FloM am 22.10.2019 18:51
@gorgon1:
Abgedroschen ist es den x-ten Kommentar mit undifferenzierten Anschuldigungen zu schreiben.

Die Erkenntnis, daß man Teil ...
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