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Kommentar über Alterssicherung
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Eine gerechte Rente für alle Generationen

Peter Augustin 17.09.2019 3 Kommentare

Wenn im Alter nichts mehr übrig bleibt: Eine ältere Frau sucht in einem Mülleimer nach  Pfandflaschen.
Wenn im Alter nichts mehr übrig bleibt: Eine ältere Frau sucht in einem Mülleimer nach  Pfandflaschen. (Martin Schutt/DPA)

Wie geht es mit der Rente in Deutschland weiter? Immer mehr Menschen verlieren das Vertrauen in die gesetzliche Rente. Angesichts aktueller Zahlen ist das nicht verwunderlich: Schon heute erhalten über 50 Prozent der Deutschen nicht einmal 900 Euro Rente pro Monat. Von einer „Alterssicherung“ kann also nicht die Rede sein, wenn nach jahrzehntelanger Arbeit nur eine Rente unterhalb der Armutsgrenze übrig bleibt. Und die Zahl der Sozialhilfeempfänger im Alter steigt weiter an.

Doch als Sozialverband VdK sind wir der Meinung, dass das Vertrauen in die Rente wieder gestärkt werden kann – mit einer gerechten Rente für alle. Schauen wir uns zunächst an, wer von den niedrigen Renten betroffen ist: Das sind all jene, die keine Spitzenpositionen besetzen, sondern nur knapp über dem Mindestlohn verdienen; Frauen, die aufgrund von fehlender Kinderbetreuung in Teilzeit- oder gar Minijobs arbeiten und Menschen, die wegen starker Belastung in der Arbeitswelt krank geworden sind – um nur einige zu nennen. Lösungen wären eine angemessene Entlohnung, bessere Voraussetzungen für die Erwerbstätigkeit von Frauen und die Abschaffung der Abschläge auf Erwerbsminderungsrenten.

Damit sich alle Generationen langfristig auf eine gute Absicherung verlassen können, braucht es vor allem eine gerechte Rente! Und gerecht wäre, wenn alle Erwerbstätigen in eine Rentenkasse einzahlen. So könnte die Rentenversicherung auf eine breitere Basis gestellt werden, das Rentenniveau würde angehoben und die Solidargemeinschaft gestärkt. Außerdem profitieren beispielsweise Selbstständige von der sozialen Absicherung, die ihnen bei Krankheit häufig fehlt.

Gerecht wäre auch, wenn sich Arbeitgeber entsprechend ihren Gewinnen an der Rentenfinanzierung beteiligen. Derzeit sind vor allem personalintensive Dienstleistungen wie Pflegeheime oder Kindergärten von den Sozialabgaben stark betroffen. Hochautomatisierte Betriebe und Banken zahlen jedoch aufgrund ihrer geringeren Mitarbeiterzahl nur wenig ein. Der Vorschlag des VdK: Der Arbeitgeberanteil sollte sich an den erwirtschafteten Gewinnen orientieren. Und gerecht wäre vor allem, wenn internationale Digitalgroßkonzerne wie Amazon, Google & Co. endlich auch in Deutschland ihre Einnahmen versteuern würden.

Durch eine gerechtere Steuerpolitik ließen sich auch Mehrausgaben für die Rente finanzieren und Altersarmut in einem großen Teil der Bevölkerung vermeiden. Lösungen für eine zukunftsfähige Rente gibt es also, sie müssen nur umgesetzt werden!

Zur Person

Unser Gastautor

ist Vorsitzender des VdK-Kreisverbands in Bremen mit rund 3700 Mitgliedern. Er engagiert sich seit mehreren Jahren für den Sozialverband VdK Niedersachsen-Bremen.


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Leserkommentare
onkelhenry am 19.10.2019 18:12
74 Jahre SPD!

Nirgendwo ist die Kluft zwischen arm und reich größer.
Schlechte Wirtschaft, schlechte Bildung ... von vielen ...
peteris am 19.10.2019 17:47
Das Affentheater geht also in die nächste Runde. ...
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