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Muslimische Mädchen
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Frauenrechtlerinnen fordern Kopftuchverbot

Melanie Reinsch 23.08.2018 1 Kommentar

"Die Verschleierung von Mädchen ist seit längerer Zeit kein vereinzeltes Phänomen mehr", meint Christa Stolle von Terres des Femmes. (Bernd Thissen/dpa)

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz hat vor wenigen Monaten angekündigt, in Schulen und Kindergärten das Kopftuch für Mädchen per Gesetz verbieten zu lassen. Auch Nordrhein-Westfalen überprüft ein Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren. Die Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes will nun das Kopftuch für Mädchen unter 18 Jahren per Gesetz verbieten lassen und hat dazu eine Online-Petition gestartet. 10.000 Unterzeichner hat der Verein inzwischen gesammelt, es sollen mindestens 100.000 werden.

Die Frauenrechtlerinnen sind der Meinung, dass die Kinderverschleierung gegen die verfassungsmäßig garantierte Gleichberechtigung der Geschlechter verstoße. Zudem sexualisiere eine Verschleierung das Kind. Denn in vielen Regionen stehe die Bedeckung des Haares der Frau für sexuelle Nichtverfügbarkeit. Ein weiteres Argument: Durch das Kopftuch drohe ein Mangel an Vitamin D, da es die Haut von Licht fernhalte. Außerdem wirke die Verschleierung der Integration entgegen, da sie zu sozialer Ausgrenzung führe.

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„Die Verschleierung von Mädchen ist seit längerer Zeit kein vereinzeltes Phänomen mehr“, sagte Christa Stolle, Bundesgeschäftsführerin von Terres des Femmes, am Donnerstag in Berlin. Es ginge nicht um die Ausübung des eigenen Glaubens, sondern um Missbrauch von Kindern für fundamentalistische Zwecke. Kinderkopftücher stellten eine Kinderrechtsverletzung dar. Mit einem Verbot könne man Mädchen die Chance geben, gleichberechtigt, selbstbestimmt und frei aufzuwachsen, sagte Stolle.

Auch Susanne Schröter, Direktorin des Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam, erkennt eine Entwicklung hin zu mehr Kopftüchern bei jungen Mädchen in Deutschland. „Es nimmt zu, vor etwa zehn Jahren haben wir das in Grundschulen nicht erlebt. Das ist eine neue Entwicklung“, sagt Schröter. Für Rechtsanwältin und Autorin Seyran Ates ist ein einziges Mädchen mit Kopftuch schon genug, denn auch eine Menschenrechtsverletzung sei schon eine zu viel.

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Ates ist Mitgründerin der Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin, die für einen liberalen Islam steht. Ali Ertan Toprak, Präsident der Bundesarbeitsgemeinschaft der Immigrantenverbände in Deutschland, betonte, dass man das Thema nicht den Rechtspopulisten überlassen dürfe. „Viele trauen sich nicht, sich für ein Verbot auszusprechen, weil sie Angst haben, in die rechte Ecke gestellt zu werden“, sagte Toprak.

Inzwischen ist das Thema bei den Parteien angelangt. FDP-Chef Christian Lindner hat sich für ein Verbot ausgesprochen. Auch die stellvertretenden CDU-Vorsitzenden Julia Klöckner und Armin Laschet haben sich hinter den Vorstoß gestellt.

Doch wie wahrscheinlich ist es überhaupt, ein Verbot per Gesetz durchsetzen zu können? Der wissenschaftliche Dienst des Bundestags kam im vergangenen Jahr zu dem Ergebnis, dass ein generelles Verbot für Schülerinnen „verfassungsrechtlich wohl nicht zulässig“ wäre. Ein Verbot, während des Unterrichts das Gesicht zu verschleiern, wäre wohl verfassungsrechtlich zu rechtfertigen, sofern ausreichend Raum für eine Abwägung im Einzelfall bliebe.

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Leserkommentare
theface am 18.10.2019 20:54
Das kann so nicht stimmen, sonst wären SPD und Grüne ja nicht mehr in der Landesregierung.
Opferanode am 18.10.2019 20:48
Ich hatte die gleiche Frage. Aber eine vernünftige Antwort würde mir besser gefallen, als so schulmeisterlich daherzukommen, mit der Aufforderung, ...
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