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Kommentar über Boris Johnson
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Geliebt oder gehasst

Katrin Pribyl 21.07.2019 1 Kommentar

Boris Johnson, ehemaliger Außenminister von Großbritannien und Kandidat um das Rennen des Parteichefs der Konservativen Partei, kommt zu einer Wahlkampfveranstaltung.
Boris Johnson, ehemaliger Außenminister von Großbritannien und Kandidat um das Rennen des Parteichefs der Konservativen Partei, kommt zu einer Wahlkampfveranstaltung. (DANNY LAWSON)

Vier Wochen lang lief das Rennen um den Parteivorsitz der Konservativen. Boris Johnson und Jeremy Hunt traten in einem unnötigen Wettbewerb gegeneinander an. Denn das Ergebnis stand längst fest. Der schillernde Brexit-Wortführer hatte stets den Rückhalt der mehrheitlich europaskeptischen Basis, das war kein Geheimnis. Trotzdem verschwendete das Establishment einen wertvollen Monat mit Debatten, die den Namen nicht verdienen. Um Fakten ging es genauso wenig wie um einen machbaren Weg aus der Brexit-Sackgasse oder Lösungen für die Probleme dieses Landes. Nicht wenige nahmen an, es könnte nicht absurder, nicht einfältiger, nicht realitätsfremder werden auf der Insel, um dann frustriert festzustellen, dass es doch immer noch tiefer geht.

Hunt hat sich in seinem Opportunismus übertroffen, und Johnson scheiterte bei dem Versuch, auf seriösen Staatsmann zu machen. Dennoch wird er in dieser Woche als Premierminister Theresa May in der Downing Street ablösen. Es dürfte ein böses Erwachen geben, insbesondere für Johnson. Einen unbändigen Ehrgeiz zu haben, ist das eine. Am Ende diese große Verantwortung zu tragen und Entscheidungen treffen zu müssen, das andere.

Johnson ist unerfahren, hatte nur für zwei Jahre den Posten des Außenministers inne. Diese Zeit war geprägt von Peinlichkeiten. Seine Anhängerschaft meint, er werde ihnen den EU-Austritt liefern, den sie sich wünschen. Die konservativen Abgeordneten denken, Johnson könne als Retter der Partei sowohl den Rechtspopulisten der Brexit-Partei, Nigel Farage, als auch den Oppositionschef von Labour, Jeremy Corbyn, schlagen, sollte es zu Neuwahlen kommen. Diese Strategie dürfte sich als fehlgeleitet herausstellen.

Johnson mag in Teilen der Bevölkerung beliebt sein. Doch die Verfehlungen der letzten Jahre, sein schamloser Wahlkampf für den Brexit, in denen er vor allem Halbwahrheiten verbreitete – all das hat Spuren hinterlassen. Er wird geliebt oder gehasst, dazwischen gibt es nicht viel. Das ist keine gute Ausgangslage für einen neuen Premierminister, dessen Aufgabe es wäre, das tief gespaltene Volk zu einen.


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Leserkommentare
heinmueckausbremerhaven am 21.10.2019 20:47
Es gibt nur eine Chance wieviel Artikel beschrieben. Und jetzt schwindet mit dem Artikel von Stefan Rahmstorf das Argument, dass die BRD nur für ...
Bremen99 am 21.10.2019 20:41
Das Parken in Wild-West-Manier rund um den Freimarkt hat Tradition. Vor über 40 Jahren konnte man auch schon regelmäßig beobachten wie dreiste ...
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