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Gastkommentar von Katarina Barley
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Genossenschaften sind noch immer aktuell

Katarina Barley 12.03.2018 2 Kommentare

Katarina Barley (SPD)
Katarina Barley (SPD) wird die neue Bundesjustizministerin. (dpa)

Über 22 Millionen Menschen sind Mitglied einer der über 8000 Genossenschaften in Deutschland – das ist beinahe jeder Vierte. Ich selbst gehöre dazu. Genossenschaften sind Sympathieträger: Hier steht Zusammenhalt statt Profit an erster Stelle. „Was dem Einzelnen nicht möglich ist, das vermögen viele“, sagte Friedrich Wilhelm Raiffeisen, einer der Gründerväter der Genossenschaftsbewegung. Vor 200 Jahren wurde er geboren – wie Karl Marx.

Genossenschaftliche Werte sind aber nichts Museales. Sie werden im Hier und Jetzt gelebt. Ja, sie erleben sogar einen Aufschwung. Nachhaltiges Wirtschaften wird nachgefragt. Auch der Wunsch nach Regionalität hat eine Renaissance erfahren. Die Suche nach Verankerung und Identität gibt den Menschen Halt in einer komplexer empfundenen, stärker international ausgerichteten Welt. Die Genossenschaften können dabei auch Heimatgeber sein.

Ich glaube nicht an die Allheilkraft der Märkte. Gemeinsam schaffen wir oft mehr, als wenn alle für sich allein wirtschaften. Regional organisierte, kleinere, nicht rein auf Profit ausgerichtete Einheiten können aus meiner Sicht näher dran sein an den Wünschen und Bedürfnissen der Menschen und können passgenauer und nachhaltiger wirtschaften.

Schwarmintelligenz durch Genossenschaften

Genossenschaften bringen die Chance, in Zeiten des Umbruchs durch die Digitalisierung die Wirtschaft sozial zu gestalten und gemeinschaftlich zu handeln. Denn in der digitalen Welt finden sich viele klassische Gedanken von Genossenschaften wieder – Menschen zu vernetzen, Ideen zu finden und Bedürfnisse zu erkennen. Die genossenschaftliche Rechtsform ist im Grunde eine frühe Form der Schwarmintelligenz und des Crowd-funding.

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Zusammenhalt statt Spaltung in der digitalen Welt – das ist die Aufgabe, vor der Genossenschaften stehen. Doch auch die Politik muss dabei ihre Hausaufgaben machen. Genossenschaften können zur Rechtsform der Zukunft werden. Wir müssen daher die genossenschaftliche Rechtsform mitdenken, wenn wir gesetzlich handeln – und das nicht nur beim jüngst reformierten Genossenschaftsgesetz. One-size-fits-all-Gesetze (Einheitsgröße) passen manchmal nicht zu den Besonderheiten der Genossenschaften.

Wenn wir das gemeinschaftliche Wirtschaften fördern wollen, müssen wir in Zusammenarbeit mit den Genossenschaften vor Ort und ihren Verbänden handeln. Dann können auch die Digitalgenossen zum Erfolg werden – und Friedrich Wilhelm Raiffeisen mit seinem Gedanken zum Sozialreformer auch im 21. Jahrhundert.

Katarina Barley (SPD)
Katarina Barley (SPD). (Steffen Kugler)

Unsere Gastautorin:

Katarina Barley (SPD) ist noch geschäftsführende Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Die 49-jährige Tochter eines Briten und Mutter zweier Söhne wird am Mittwoch als neue Bundesjustizministerin vereidigt.


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Leserkommentare
motser am 23.10.2019 13:45
vielleicht sollte man diesen unseligen Verbund endlich zerschlagen und jedes Krankenhaus eigenständig machen.

Im übrigen ist die ...
Turugeno am 23.10.2019 13:42
Das ist ein Mythos, der immer wieder von gewissen Kreisen gestreut wird, der aber komplett falsch ist.
Die Rente wird vom Bruttolohn gerechnet, ...
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