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Kommentar über ausgeladene Politiker bei Klimademo
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Gesundes Misstrauen

Marc Hagedorn 19.09.2019 0 Kommentare

An diesem Freitag gehen die Friday-for-Future-Bewegten wieder auf die Straße. In Bremen sollen keine Politiker dabei sein.
An diesem Freitag gehen die Friday-for-Future-Bewegten wieder auf die Straße. In Bremen sollen keine Politiker dabei sein. (Lennart Stock/DPA)

Die Aktivisten von Fridays for Future sind stolz darauf, wie groß ihre Bewegung inzwischen geworden ist. Und das können sie auch sein. In mehr als 130 Ländern und an mehr als 2000 Orten auf der Welt gehen Menschen an diesem Freitag für den Klimaschutz auf die Straße. Das ist ein ganz starkes Zeichen.

Was hat man den Fridays-for-Future-Bewegten nicht schon alles vorgeworfen: Dass sie nur streikten, um nicht zur Schule zu müssen. Dass ihnen die Luft ausginge, sobald erst einmal die Ferienzeit anbricht. Und dass das ganze Thema, der Klimawandel und die Rettung der Erde, sowieso nichts für sie sei, sondern etwas für die Profis.

Politiker nicht erwünscht

Die Profis, das sind nach diesem Verständnis die Erwachsenen, oder noch genauer: die Politiker. Die schauen aber nun in die Röhre. In Bremen haben die Organisatoren von Fridays for Future die Politiker ausdrücklich von der Teilnahme an der Demo ausgeladen – oha. Dürfen die das? Warum nicht?

Die Köpfe der Fridays-for-Future-Bewegung sind mit einem gesunden Misstrauen ausgestattet, das ist nicht verkehrt. Sie ahnen, dass manch ein Politiker womöglich nur vom Glanz der Bewegung profitieren möchte. Bei Unternehmen in der Wirtschaft kennt man dieses Phänomen auch. Der Begriff Greenwashing ist dafür irgendwann einmal erfunden worden. Und mal ehrlich: Wirkte es nicht einigermaßen komisch, wenn Politiker bei einer Demo mitmarschierten, bei der unter anderem auch gegen sie, die Politiker, demonstriert wird?

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Natürlich legt Fridays for Future die Messlatte für die Politik hoch. Und natürlich ist es etwas gemein, so zu tun, als habe Bremen keine Ziele für die Zukunft. Das stimmt nämlich nicht: Die Innenstadt zum Beispiel soll autofrei werden, und auch aus der Kohle, so das Versprechen, steigt Bremen aus.

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass es noch eine ganze Zeit lang dauern wird, bis es tatsächlich soweit ist. Solange will Fridays for Future den Druck auf die Politik hochhalten. Das ist nicht der schlechteste Ansatz. Und man bleibt ja im Dialog, denn ohne die Politik geht es nicht. Außer an diesem Freitag.


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Leserkommentare
onkelhenry am 19.10.2019 18:12
74 Jahre SPD!

Nirgendwo ist die Kluft zwischen arm und reich größer.
Schlechte Wirtschaft, schlechte Bildung ... von vielen ...
peteris am 19.10.2019 17:47
Das Affentheater geht also in die nächste Runde. ...
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