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"Junge Männerhorden"
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Kretschmann irritiert Grüne mit Aussagen zu Flüchtlingsgruppen

10.11.2018 6 Kommentare

Winfried Kretschmann bezweifelt, dass das vom Bund versprochene Geld für die Digitalisierung der Schulen in Deutschland überhaupt noch fließen wird.
Winfried Kretschmann löste mit Aussagen in einem Interview Widersprüche in seiner Partei aus. (Murat/DPA)

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann will kriminelle Gruppen junger Flüchtlinge trennen und aus großen Städten fernhalten. "Großstädte sind für solche Leute wegen der Anonymität attraktiv und weil sie dort Gleichgesinnte treffen", sagte der Grünen-Politiker der "Heilbronner Stimme" und dem "Mannheimer Morgen". Bei seinen Parteifreunden, die am Samstag auf einem Bundesparteitag in Leipzig auch über Asylpolitik diskutierten, sorgte der Vorstoß für Stirnrunzeln - insbesondere Kretschmanns Wortwahl stieß auf Kritik.

"Solche Gruppen muss man trennen und an verschiedenen Orten unterbringen", sagte Kretschmann. Der Gedanke, einige von ihnen "in die Pampa" zu schicken, sei nicht falsch. "Salopp gesagt ist das Gefährlichste, was die menschliche Evolution hervorgebracht hat, junge Männerhorden. Solche testosterongesteuerten Gruppen können immer Böses anrichten." Die Vergewaltigung in Freiburg im Breisgau sei ein schlimmes Beispiel. Dort soll eine 18 Jahre alte Studentin nach einem Disco-Besuch von mehreren Männern vergewaltigt worden sein. Sieben Syrer und ein Deutscher sitzen in Untersuchungshaft.

Die Grünen-Spitze kritisierte Kretschmanns Ausdrucksweise, deutete seine Äußerung aber inhaltlich als Bestätigung grüner Positionen. "Ich hätte es anders formuliert, aber in der Sache unterstreicht Kretschmann das, wofür wir Grünen lange streiten", sagte Parteichefin Annalena Baerbock der Deutschen Presse-Agentur. "Rein gar nichts" könne Gewalt gegen Frauen rechtfertigen, auch keine traumatische Fluchterfahrung. Es gebe Strukturen, die Gewalt förderten. "Daher haben wir immer gesagt, dass es für Asylsuchende dezentrale Unterbringung geben muss. Das ist die beste Prävention."

"Auf die Sprache achten"

Der Fraktionschef der Grünen im Bundestag, Anton Hofreiter, rügte ebenfalls Kretschmanns Wortwahl: "Man sollte gerade bei heiklen Themen auf seine Sprache achten", sagte er dem Sender Phoenix. "Ich finde die Sprache zwar problematisch, aber Winfried Kretschmann bringt es auf den Punkt, warum die Ankerzentren von Innenminister (Horst) Seehofer und CDU/CSU nicht nur inhuman sind, sondern zu einem Sicherheitsproblem führen." Bundesgeschäftsführer Michael Kellner sagte, er hätte eine "staatstragendere Sprache" empfohlen. "Das ist nicht unsere Sprache, diese radikale Sprache."

"Flapsige Sprüche helfen nicht weiter"

Das Interview des Baden-Württembergers stößt in der Partei auch wegen des Zeitpunkts seiner Veröffentlichung auf Stirnrunzeln. Die Grünen diskutierten am Wochenende auf einem Bundesparteitag über ihr Wahlprogramm für die Europawahl im Mai 2019, am Samstagmorgen standen die Themen Sicherheit, Asyl und Migration auf der Tagesordnung. Kretschmann ist in Leipzig nicht dabei, Grund seien langfristig geplante private Termine, hieß es.

Die Grüne Jugend Baden-Württemberg wies Kretschmanns Vorschlag zurück: "Flapsige Sprüche helfen uns an diesem Punkt nicht weiter und das präventive Wegsperren von "Tunichtguten" in Lagern ohne richterliches Urteil ist mit unserem Rechtssystem nicht vereinbar", teilte die Nachwuchsorganisation mit. Mit der Wohnsitzauflage sei es schon jetzt möglich, Flüchtlinge über das Land zu verteilen.

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Leserkommentare
elfotografo am 22.10.2019 18:55
"Es ist doch ein Märchen, dass man mit einer Loge Geschäftskontakte akquiriert oder pflegt, geschweige denn Geschäfte abschließt."

Haben ...
FloM am 22.10.2019 18:51
@gorgon1:
Abgedroschen ist es den x-ten Kommentar mit undifferenzierten Anschuldigungen zu schreiben.

Die Erkenntnis, daß man Teil ...
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