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Zu schwere Klausur? Schüler protestieren
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Länder überprüfen Mathe-Abitur

Eva Przybyla und Marc Hagedorn 05.05.2019 30 Kommentare

Schüler demonstrieren vor dem Schulministerium in Düsseldorf, weil sie finden, dass die Aufgaben in ihrem schriftlichen Mathematik-Abitur zu schwer waren (Symbolbild).
Schüler demonstrieren vor dem Schulministerium in Düsseldorf, weil sie finden, dass die Aufgaben in ihrem schriftlichen Mathematik-Abitur zu schwer waren (Symbolbild). (Federico Gambarini/dpa)

Die Kultusministerkonferenz in Berlin sowie das Bremer Bildungsressort überprüfen die aktuellen Mathe-Aufgaben des Zentralabiturs. Das teilte die Bremer Ressortsprecherin Annette Kemp mit. Damit reagieren die Kultusministerkonferenz und Bremen auf Beschwerden von Schülerinnen und Schülern in zehn Bundesländern über zu anspruchsvolle Aufgaben.

Abiturienten aus Bremen, Niedersachsen, Hamburg, Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, dem Saarland und Berlin haben Online-Petitionen ins Netz gestellt, die Tausende Schüler und Eltern unterzeichnet haben. Vor allem in Bayern (über 60 000 Unterzeichner) und in Niedersachsen (über 11 000 Unterzeichner) fällt der Protest massiv aus. In Bremen haben sich über 2800 Menschen mit dem Anliegen der Schüler solidarisiert.

„So einen Fall gab es in Bremen noch nicht“, sagt Kemp. In den vergangenen zwei Jahren sei das Zentralabitur stets reibungslos verlaufen. Die Kultusministerkonferenz arbeite aber nun an einer schnellen Lösung. „Die Abiturienten sollen nicht so lange in der Luft hängen“, sagt die Sprecherin.

Forderung nach Anpassung der Bewertung

Laut dem Kultusministerium ist in Niedersachsen nicht vor Juni mit abschließenden Erkenntnissen zu rechnen. Zunächst müssten die Arbeiten ohne Druck für die Lehrkräfte korrigiert und bewertet werden, erst danach könne über mögliche Konsequenzen entschieden werden. „Wir fordern eine entsprechende Anpassung der Bewertung bei dieser Abiturklausur oder eine andere gerechte Lösung“, schreiben die Petitionssteller. 

In Bremen beraten sich laut Kemp an diesem Dienstag Bildungsressort und Lehrkräfte, die die aktuelle Abiturklausur begleitet haben. Kemp: „Die Frage ist: War die Aufgabenstellung das Problem oder der Inhalt?“ Beides kritisiert die Bremer Petition: „Die Formulierungen der Aufgaben waren teilweise unverständlich und die Aufgaben entsprachen weder vom Inhalt noch vom Aufbau den im Unterricht bearbeiteten Aufgabenstellungen.“

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Eine der Initiatorinnen, eine Bremer Abiturientin, berichtet dem WESER-KURIER davon, dass beispielsweise in dem Aufgabenteil zur analytischen Geometrie die Figur des „Diamanten“ als bekannt vorausgesetzt worden sei. „Dabei haben wir diese geometrische Form noch nie behandelt“, sagt die 19-Jährige. Sie hat nach eigenen Angaben ein Drittel der Aufgaben am vergangenen Freitag nicht bearbeiten können. Dabei hätten sie und ihre Mitschüler sich im Unterricht mit Klausuren aus den vergangenen sieben Jahren aus verschiedenen Bundesländern vorbereitet.

Warnung vor voreiligen Schlüssen

„Die Stimmung unter den Schülern war nach der Klausur gedrückt, anders als sonst nach Abiturprüfungen“, sagt Peter Schwarze, Mathematik-Lehrer und Schulleiter am Hildegard-von-Bingen-Gymnasium in Twistringen. Schwarze warnt aber davor, voreilige Schlüsse über den tatsächlichen Schwierigkeitsgrad zu ziehen. In der vorausgegangenen zweijährigen Oberstufenphase habe der aktuelle Jahrgang ähnliche Leistungen wie die erfolgreichen Jahrgänge zuvor gezeigt.

„Wenn sich so viele Schüler melden, dann muss man das Thema ernst nehmen“, sagt Horst Audritz, Vorsitzender des Philologenverbandes Niedersachsen. Das Zentralabitur an sich will Audritz aber nicht infrage gestellt wissen. „Es gibt sicherlich Lehrkräfte, die die Abituraufgaben am liebsten selbst stellen würden, weil sie ihre Schüler am besten kennen. Aber so wäre keine Vergleichbarkeit gegeben. Vergleichbarkeit ist jedoch mit Blick auf Zulassungskriterien wie dem NC an Universitäten ein hohes Gut.“

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Dass über den Schwierigkeitsgrad von ­Abiturprüfungen gestritten wird, ist nicht neu. Schon 2016 hatte es in Niedersachsen Ärger um das Mathematik-Abitur gegeben. Auch damals hatten sich Schüler über unverständliche Fragestellungen und zu viele Aufgaben beschwert – mit Erfolg. Das niedersächsische Kultusministerium hatte seinerzeit auf die Proteste reagiert, die Benotung im Nachhinein angepasst und zusätzliche Kontrollschritte bei der Entwicklung der Abituraufgaben eingerichtet wie eine externe Nachrechnung und Begutachtung der Aufgaben.

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Leserkommentare
AnnFF am 23.10.2019 10:29
Diese Parkplatz-Diskussion wird nicht nur zu Freimarktzeiten geführt. Es ist nur während dieser Tage besonders dramatisch. Dramatisch, weil selbst ...
alterwaller am 23.10.2019 10:09
Wie ? Jetzt soll man zum parken sogar in die Innenstadt in die Parkhäuser ? Wie gut ist es doch das sich die autofreie Innenstadt noch nicht ...
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