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Mehr Rauchverbote im Weserstadion

Frank Hethey 24.08.2017 4 Kommentare

GER, 1.FBL, Werder Bremen vs SC Freiburg
Fahnen ja, aber keine Rauchfahnen: Werder will im Weserstadion ein blockweises Rauchverbot einrichten. (nordphoto)

Wenn an diesem Sonnabend im Weserstadion Werder Bremen auf den FC Bayern München trifft, dann spielen die beiden Schlusslichter der Liga gegeneinander: Denn nur in deren Spielstätten können Raucher bislang weitgehend unbehelligt zur Zigarette greifen, in sämtlichen anderen Bundesliga-Stadien gibt es entweder Nichtraucher-Blöcke oder sogar ein totales Rauchverbot. Doch damit soll bald Schluss sein, nun will auch Werder Bremen den Nichtrauchern entgegenkommen. Pressesprecher Michael Rudolph kündigte an, „mittelfristig“ seien auch im Weserstadion rauchfreie Blöcke geplant. Schon zu Beginn der Rückrunde, spätestens zum Start der nächsten Saison will der Verein den Nichtraucherschutz auf den Weg bringen.

Beim teilweisen Rauchverbot ist Werder laut Rudolph schon länger am Ball. „Für uns ist das ein relevantes Thema“, sagt Rudolph. Allerdings sei die Umsetzung kompliziert, es müsse sehr langfristig geplant werden. Zu tun hat der lange Vorlauf damit, dass der Verein nicht „die ganze große Keule“ schwingen will, sprich: kein totales Rauchverbot im Stadion im Sinn hat. Stattdessen sollen nur einzelne Blöcke vom blauen Dunst befreit werden. Um dieses Vorhaben durchzusetzen, müsse der Verein sich aber mit den betroffenen Dauerkarten-Besitzern verständigen. „Schon allein logistisch ist das eine größere Herausforderung“, wirbt Rudolph um Verständnis.

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Was es nicht einfacher macht: Es gibt im Weserstadion keinen Familienblock wie in anderen Bundesliga-Arenen, zum Beispiel bei Hannover 96. Als der Bundesliga-Rückkehrer vor acht Jahren drei Blöcke in einen Familien- und Kids-Bereich umwandelte, ging das einher mit einem Rauchverbot in diesem Abschnitt. Die Erfahrungen sind positiv. „Das funktioniert sehr, sehr gut, weil sich einfach jeder dran hält“, sagt 96-Pressesprecher Christian Bönig. Die Menschen hätten natürliche Hemmungen, im Umfeld von Kindern zu rauchen. „Da steckt sich keiner eine Zigarette an.“

Rauchverbot im Stadion

Deutlich weiter ist der 1. FC Köln gegangen, jedenfalls auf dem Papier. Die Rheinländer zählen neben der TSG 1899 Hoffenheim und Bayer Leverkusen zu den drei Bundesligisten, die ein Rauchverbot im Stadion erlassen haben. Bei den Kölnern kam der Stein 2009 ins Rollen, wobei die Initiative nicht von der Vereinsführung ausging wie jetzt bei Werder, sondern von einem Antrag während der Mitgliederversammlung. Eine Einteilung in Raucher- und Nichtraucherblöcke habe nicht zur Debatte gestanden, sagt Pressesprecher Tobias Kaufmann. „Das Rauchverbot haben wir konsequent im ganzen Stadion umgesetzt.“ Ausgenommen davon ist allerdings wie in der Leverkusener Bay-Arena der Umlauf.

Freilich ist der Tribünenbereich im Kölner Stadion trotz Rauchverbot noch lange keine rauchfreie Zone. „Wir verhaften niemanden, wenn er raucht“, sagt Kaufmann. Die Ordnungskräfte seien angehalten, eine „defensive Haltung“ einzunehmen. Soll heißen: „Nur wenn sich einer durch jemanden gestört fühlt, der das Rauchverbot nicht einhält, schreiten die Ordner ein.“ Was im Umkehrschluss bedeutet: Wenn sich keiner beschwert, wird eben doch geraucht. Kaufmann spricht in diesem Zusammenhang von dem „kölschen Weg“ – ein Weg, mit dem alle leben könnten.

Begeisterung bei der Nichtraucher-Lobby

Auf Beifall stoßen die Werder-Pläne bei der Nichtraucher-Lobby. „Wir begrüßen es, wenn die Vereine unseren Forderungen nachkommen“, sagt Siegfried Ermer, Sprecher des Vereins Pro Rauchfrei. Allerdings geht ihm der Nichtraucherschutz in den Bundesliga-Stadien nicht weit genug. „Die Zahl der als rauchfrei ausgewiesenen Blöcke ist noch sehr begrenzt“, beklagt er. In seinen Augen ein Unding, weil Fußball schon längst ein Ereignis für die ganze Familie sei und deshalb auch Kinder dem Tabakqualm ausgesetzt seien.

Bei einem bundesweiten Nichtraucher-Anteil von 70 Prozent fühlten sich aber auch viele erwachsene Stadionbesucher belästigt. Ein zusätzliches Ärgernis sei, dass das Rauchen aufgrund der räumlichen Enge „sehr häufig“ Brandlöcher in der Kleidung von Nichtrauchern hinterlasse. Deshalb gehöre das Rauchen nicht in den Innenbereich. Sein Kompromissvorschlag: Raucherzonen in den Umläufen. Raucher müssten dann eben eine Halbzeit lang auf Zigaretten verzichten.

An die große Glocke will Werder den Nichtraucherschutz jedoch nicht hängen. Man habe sich Gedanken gemacht, wie die Schaffung rauchfreier Blöcke „am geräuschlosesten“ eingeführt werden könnte, so Werder-Sprecher Rudolph. Solange es im ­Weserstadion noch keine rauchfreien Blöcke gibt, setzt der Verein auf die Einsicht der Raucher. „Bis dahin appellieren wir an die Fans, Rücksicht auf den Nebenmann zu nehmen“, sagt Michael Rudolph.


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Leserkommentare
werderfan am 23.10.2019 21:15
Ich versuche das mal kurz für die Demokratiefreunde zu erläutern:
1. Der Umweltausschuss des Beirats Blumenthal tagt am nächsten Montag ...
IhrenNamen am 23.10.2019 21:02
Ich bin mal sehr gespannt wie sich das auf die Spendensumme auswirkt.
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