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Gastbeitrag über das Tierwohllabel
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Mehr Transparenz ist notwendig

Annabel Oelmann 11.05.2018 1 Kommentar

Das geplante staatliche
Das geplante staatliche "Tierwohllabel" für Fleisch und Wurst im Supermarkt soll nach Plänen von Bundesagrarministerin Klöckner drei Stufen bekommen. (dpa)

Bilder oder Filme aus der Tierhaltung können manchmal schrecklich sein. Drangvolle Enge in Geflügel- und Schweineställen, verletzte oder tote Tiere machen uns betroffen. Umfragen zeigen, dass viele Verbraucherinnen und Verbraucher wissen möchten, wie die Tiere gehalten werden.

Die Begriffe „Tierwohl“ oder „artgerechte Haltung“ sind gesetzlich nicht geschützt. Auch deshalb sind viele von uns beim Einkauf häufig unsicher, vor allem wenn idyllische Bauernhöfe auf verpackten Fleischprodukten etwas vorgaukeln, was nichts mit der Realität zu tun hat.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat endlich erkannt, dass Orientierung und Transparenz beim Einkauf wichtig sind. Deshalb wird es jetzt ein dreistufiges Label geben, das eine Kaufentscheidung erleichtern soll.

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Die Kriterien für die unterste Stufe eins sollen oberhalb der gesetzlichen Mindestvorgaben liegen. Die oberste oder beste Stufe drei wird eventuell Kriterien haben, die den europäischen Vorgaben für die Ökohaltung von Tieren ähnlich sind. Aber genaue Angaben zu den Kriterien gibt es aber noch nicht.

Unser größter Kritikpunkt am geplanten Label ist, dass die Teilnahme der Landwirte freiwillig ist. Ein erheblicher Teil wird seine Fleischprodukte nicht labeln wollen, somit wird es auch für viele Tiere keine Verbesserungen geben. Wie gut eine verpflichtende Haltungskennzeichnung sein kann, haben die Eier gezeigt. Eier aus Käfighaltung sind im Einzelhandel praktisch nicht mehr erhältlich. Die Kunden wollten solche Eier nicht, die sie plötzlich anhand des Stempels auf dem Ei erkennen konnten.

Gastautorin Annabel Oelmann.
Gastautorin Annabel Oelmann. (Frank Thomas Koch)

Wir fordern dagegen, dass das Tierwohl-Label obligatorisch wird. So wären alle Fleischprodukte gekennzeichnet und nicht nur ein kleinerer Teil. So könnten Verbraucher eine bewusste Kaufentscheidung treffen und damit würde sich die Situation für viele Tiere verbessern. Zudem fordern wir, dass sich die Verantwortlichen bei den Stufen auf die gleiche Systematik wie bei den Eiern verständigen. Hier ist die Null die beste (Bio-)Stufe und die Drei die schlechteste (Käfighaltung).

Für das neue Tierwohllabel ist es umgekehrt geplant: Die Drei soll die beste und die Eins die schlechteste Stufe werden (eine Null wie bei den Eiern wird es hier nicht geben). Das kann zu Verwirrungen führen.

Wir Verbraucher können schon jetzt einiges für mehr Tierwohl tun. Wir können weniger Fleisch essen und uns, so oft es geht, ein Bio-Kotelett oder Bio-Hähnchen leisten. Und sobald es das Tierwohl-Label gibt, bevorzugen Sie bei Fleisch mit der Stufe drei – zum Wohl der Tiere.

Zur Person

Annabel Oelmann ist seit April 2016 Vorständin bei der Verbraucherzentrale Bremen. Die gelernte Bankkauffrau wurde an der Universität Osnabrück im Bereich Sozialwissenschaften promoviert und hat einen Abschluss als Diplom-Wirtschaftsjuristin.


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Leserkommentare
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Bremen99 am 21.10.2019 20:41
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