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Kommentar über das Töten von Küken
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Tiere sind kein Müll

Marc Hagedorn 15.05.2019 1 Kommentar

Die männlichen überleben nur kurz: Das Töten von Küken sollte verboten werden, findet Marc Hagedorn.
Die männlichen überleben nur kurz: Das Töten von Küken sollte verboten werden, findet Marc Hagedorn. (Jens Büttner/dpa)

Zu einem guten Start in den Tag gehört für viele Deutsche ein leckeres Frühstücksei. 235 Eier verbraucht jeder von uns im Jahr, zwar längst nicht alle zum Frühstück, aber darum geht es auch gar nicht, sondern vielmehr um die schiere Menge an Eiern, die konsumiert werden. Mehr als 19 Milliarden sind es jährlich. Dieser Bedarf muss irgendwie gedeckt werden.

Dass unser Brot von Hand geknetet wird, die Milch von Hand gemolken, und dass das Fleisch von Tieren kommt, die glücklich auf der grünen Wiese grasen, ist eine schöne Idee. Aber dieses Bild ist nicht realistisch, sondern allenfalls Werbung aus Hochglanzprospekten und dem Fernsehen. Tatsächlich kann die Nachfrage von den mehr als 80 Millionen Menschen in diesem Land nur über industrielle Massenproduktion befriedigt werden. Sie hat ihren Preis.

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Unter anderem kostet sie 45 Millionen Eintagsküken jedes Jahr das Leben. Es wäre wichtig, dass das Bundesverwaltungsgericht das Töten von Küken an diesem Donnerstag verbietet, Tiere sind keine Wegwerfware.

Aber zur Wahrheit gehört auch, dass mit diesem Verbot allein wenig gewonnen wäre. Heute lautet die Frage, ob man Küken töten darf, morgen geht es um Grenzwerte bei Nitraten und Antibiotika, übermorgen um geklebte Schnitzel und Gentechnik, überübermorgen um die Ausbeutung von Arbeitern an den Fließbändern der Schlachthöfe.

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Zu akzeptieren, dass es nicht ohne Massenproduktion geht, heißt nicht, dass man nichts verändern kann. Es muss sich etwas ändern! Die Politik muss mehr Druck machen als bisher, nicht auf die kleinen Bauern, sondern auf die großen Konzerne. Und wir Verbraucher müssen uns fragen:

Muss jeden Tag Fleisch auf den Tisch? (Nein.) Dürfen Eier, Milch und Schnitzel mehr kosten, wenn sie fair hergestellt sind? (Ja.) Jede Verbesserung innerhalb des bestehenden Systems wird Lebensmittel teurer machen. Aber das sollte es uns wert sein.


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Leserkommentare
K_ter_Lysator am 22.10.2019 09:14
Das die Verkehrssituation in Findorff (und auch andere Stadtteile) den Status "sub-optimal" nicht erreicht ist kein vom Freimarkt abhängiges Problem. ...
Wesersteel am 22.10.2019 09:04
Deutschland soll Soldaten/innen laut AKK nach Syrien schicken UND hier sitzen die jungen Syrer im trocknen - was verkehrte Welt !

Man ...
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