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Expertin vermutet Attacke von Rechtsaußen
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Wenn die eigenen Daten zur Bedrohung werden

Stefanie Heitmann 04.01.2019 10 Kommentare

Auf einem Computerbildschirm ist ein Profil beim sozialen Netzwerk Twitter zu sehen, bei dem auf gestohlene Daten von Politikern verlinkt wird. Bei dem Online-Angriff auf Politiker und Prominente sind persönliche Daten und Dokumente von hunderten Personen des öffentlichen Lebens im Netz veröffentlicht worden.
Auf einem Computerbildschirm ist ein Profil beim sozialen Netzwerk Twitter zu sehen, bei dem auf gestohlene Daten von Politikern verlinkt wird. Bei dem Online-Angriff auf Politiker und Prominente sind persönliche Daten und Dokumente von hunderten Personen des öffentlichen Lebens im Netz veröffentlicht worden. (Julian Stratenschulte/dpa)

Es sind Wohnadressen, Telefonnummern, Bankverbindungen: Die gehackten Daten von Hunderten Politikern und Prominenten zeigen, wie persönliche Daten gezielt abgegriffen wurden. Doch auch versierte Nutzer, die bewusst versuchen, ihr Privatleben zu schützen, sind von den Hackerangriffen betroffen. So auch Jan Böhmermann. Bilder seiner Kinder tauchen in den veröffentlichten Daten auf. Von anderen Personen sind private Korrespondenzen aufgezeichnet, und hinter einigen Telefonnummern oder Wohnanschriften finden sich Anmerkungen, etwa, dass die Ehefrau häufig ans Telefon geht oder an einer Adresse nur ein Partner zu leben scheint. 

Wer ist für diese Veröffentlichungen verantwortlich? „Ich gehe von einem Einschüchterungsversuch von Rechtsaußen aus. Das legt zum Einen die Auswahl der gehackten Personen und zum Anderen die Wortwahl etwa bei den Tweets nahe“, sagt Kerstin Demuth, Referentin beim Verein Digitalcourage in Bielefeld. Anspielungen auf einem mittlerweile geschlossenen Twitter-Konto, welches die gehackten Datensätze verbreitete, ließen diesen Schluss zu. So wurde dort ein bekannter Youtuber als „GEZ-finanziert“ bezeichnet. 

Eigener Begriff des "doxing" 

Es gibt dafür mittlerweile einen eigenen Begriff, Menschen auf diesem Weg zu diskreditieren. „Diese Art der Einschüchterung nennt man auch 'doxing', also das bewusste Veröffentlichen von persönlichen Information im Internet, um einer Person zu schaden.“ Die gehackten Daten sollen aber nicht nur für jedermann frei zugänglich sein. „Die gehackten Daten können unter anderem dafür verwendet werden, um Drohbriefe zu verfassen.“ Demuth hofft, dass sich die Betroffenen nicht einschüchtern lassen.

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Der Hackerangriff in bislang unbekanntem Ausmaß sollte nun aber vor allem zum Handeln auffordern: „Ich sehe in diesem Fall auch einen Warnschuss an die Politik, nun zu handeln. IT-Sicherheit muss auch durch das Schließen von Gesetzeslücken erreicht werden. Auch eine rechtsstaatskonforme Strafverfolgung wie etwa der Betreiber der Twitter-Konten sollte schnell und konsequent möglich sein, damit sensible persönliche Daten nicht im Netz verbreitet werden. Da sehe ich auch die Betreiber der Sozialen Netzwerke in der Pflicht. Zudem sollte Rechtssicherheit für Menschen herrschen, die etwa Sicherheitslücken anzeigen.“

Doch wie war das Abfangen von Daten in dieser Größenordnung möglich? Die Mitarbeiter bei Digitalcourage vermuten zwei Möglichkeiten: Zum Einen sind unsichere Passwörter ein Einfallstor. Der Name des ersten Kindes oder das Geburtsdatum als Zahlendreher sind für Hacker einfach zu knacken. Zumal viele Informationen öffentlich bereits verfügbar sind, etwa als Einträge bei Wikipedia oder auf den Internetseiten der Politiker selbst.

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Zum Anderen könnte sogenanntes „Phishing“ genutzt worden sein. So werden Versuche bezeichnet, über gefälschte Webseiten, E-Mails oder Nachrichten über Messengerdienste an persönliche Daten eines Internet-Benutzers zu gelangen und damit Identitätsdiebstahl zu begehen. Über eingefügte Links kann zudem eine Schad-Software auf dem Smartphone installiert werden, die illegal auf das Telefonbuch, die Kamera oder Korrespondenzen via Facebook oder Twitter zugreift. So können auch Bankverbindungen ausgespäht werden. Im Grunde sei dies das gleiche Verfahren, welches das Bundeskriminalamt bei dem sogenannten „Staatstrojaner“ verwendet, so Demuth. 

Die Referentin rät deshalb dazu, das eigene Nutzungsverhalten zu überdenken: „Nutzer sollten ihre Privatsphäre-Einstellungen überprüfen. Zudem sollten niemals Name und Geburtsdatum zugleich angegeben werden. Und es sollte auf Clouds verzichtet werden, denn die dort gespeicherten Inhalte werden auf Servern verwahrt, auf die Nutzer keinen Zugriff haben und die ebenfalls gehackt werden können, wie zuletzt bei Facebook.“


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Leserkommentare
peteris am 19.10.2019 17:47
Das Affentheater geht also in die nächste Runde. ...
onkelhenry am 19.10.2019 17:00
Hallo @Suzi ....

Was Sie da immer so verstehen ;-)

Das erklärt auch, warum Sie so oft falsch liegen!

Ja zu ...
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