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Taffe Lady, scheues Reh
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Henriette Richter-Röhl spielt in "Eine Liebe in den Highlands" (ZDF, So., 07.03., 20.15 Uhr)

Wilfried Geldner 12.02.2010 0 Kommentare

Zur 1.000. Folge von
Zur 1.000. Folge von "Sturm der Liebe" kehrte Henriette Richter-Röhl im Januar noch einmal in ihren "Fürstenhof" zurück. (ARD / Susie Knoll)

Wer Henriette Richter-Röhl (28) nie in der Daily-Soap "Marienhof" oder in der Telenovela "Sturm der Liebe" sah, hat sicher was versäumt. Umso mehr dürfte er überrascht sein, wenn er nun die Berlinerin mit Schauspiel-Stammbaum (beide Eltern kommen aus der Branche) im ZDF-Romantic-Movie "Eine Liebe in den Highlands" (So., 07.03., 20.15 Uhr) erlebt. Den Ruf einer selbstbewussten jungen Frau, ebenso sensibel wie willensstark, der ihr spätestens seit der Aschenputtel-Saga "Sturm der Liebe" anhängt, bestätigt sie hier voll und ganz. Nicht nur, dass sie die Aufgabe einer Betriebsprüfung (Stofffabrik) in den amerikanischen Hudson Highlands zum Wohle der Firma spielend meistert, findet sie dabei auch gleich ihr Lebensglück.

Rollen, die ihr liegen: Schon im Romantic Movie
Rollen, die ihr liegen: Schon im Romantic Movie "Vorzimmer zur Hölle" war Henriette Richter-Röhl das Aschenputtel, das e (ZDF / Christiane Pausch)

Die Dreharbeiten zu der Katie-Fforde-Romanverfilmung waren abenteuerlich, wurde doch in der idyllischen Gegend des Hudson Valley nahe New York gedreht. So rollt denn die Schauspielerin gleich in der ersten Szene im Cabrio durch das romantische Tal, um an einem Imbissstand nach dem rechten Weg zur Fabrik zu fragen - wobei sie in einer Slapstick-Szene nicht nur die Inhaberin der Snack-Station, sondern auch auf ihren inkognito unterwegs befindlichen Auftraggeber trifft. Sie mochte das anfänglich Tollpatschige der Figur, die sie zu spielen hat, und ihr späteres Durchsetzungsvermögen.

Für die Dreharbeiten wurde die Straße im Hudson Valley eigens gesperrt. "Man kommt sich so exklusiv vor, wenn einem so ein Fleck Erde plötzlich alleine gehört", sagt Henriette Richter-Röhl mit der gleichen selbstbewussten Frische, die sie in der Rolle zutage trägt. Für den Film war sie zum ersten Mal in Amerika. Leben möchte sie dort nicht: "Nö!", sagt sie in aller Offenheit. "Die Leute sind wirklich alle freundlich und immer bemüht. Man fühlt sich im Restaurant und an der Supermarktkasse stets willkommen. Aber sie haben offensichtlich noch nichts vom Klimawandel gehört. Sie haben nicht das geringste Gespür für Umweltschutz oder vernünftigen Umgang mit unseren Ressourcen."

Henriette Richter-Röhl muss als Betriebsprüferin Jenny Porter (hier mit Johannes Zirner als Robert Grant-Emerson) eine m
Henriette Richter-Röhl muss als Betriebsprüferin Jenny Porter (hier mit Johannes Zirner als Robert Grant-Emerson) eine m (ZDF / Sebastian Piras)

Wie gut, dass sie sich daheim in Berlin-Pankow mit ihrem Mann, mit dem sie seit nunmehr acht Jahren zusammen ist ("Es wird immer besser!") und der gemeinsamen Tochter Luise ganz gut aufgehoben fühlt. Nach wie vor nimmt sie das Töchterchen gerne zu Dreharbeiten mit. Aber auch so hilft die intakte Großfamilie viel - mal passt der Mann daheim, mal auch die eigene Mutter am Set beim Drehen auf das Töchterchen auf.

Dass sie mit ihrer geradlinigen Art womöglich prädestiniert sei, besonders gekonnt die Schubladen des romantischen Seifen-Genres zu bedienen, weist sie heftig von sich. "Das wäre der Todesstoß für jeden Schauspieler, irgendwelche Muster zu bedienen." In jede Rolle müsse man "mit allem Herz" hineingehen. Wunderbar sei das, "wenn man die Chance hat, mal die taffe Lady und dann wieder das scheue Reh zu spielen".

Henriette Richter-Röhl überzeugt als starke junge Frau in Romantic Movies und Komödien.
Henriette Richter-Röhl überzeugt als starke junge Frau in Romantic Movies und Komödien. (ZDF / Nicolas Joray)

Henriette Richter-Röhl ist keineswegs auf romantische Stoffe geeicht, gerade hat sie eine Folge der ZDF-Krimireihe "Unter anderen Umständen" (mit Natalia Wörner) abgedreht. Zukunftswünsche? - "Ich würde sehr gerne historische Frauenfiguren spielen", sagt sie, "so wie Rosa Luxemburg oder die Bildhauerin Camille Claudel. So was wär mal schön!"

Familie ist für sie schlicht "das Größte auf der Welt", sie findet es wunderbar, wenn die Familie als "Netzwerk", als großer Zusammenhalt, dem Beruf entgegenkommt. Mit sieben Jahren, als die Mauer fiel und sie mit der Familie "zu viert" durch den Grenzübergang ging, habe sie die ganze Zeit "Ich will 'ne Barbie, ich will 'ne Barbie!" geschrien, während die Mutter vor Rührung weinte. Offensichtlich war der Familieninstinkt bereits ziemlich groß. "Ein Riesenglück" sei die Familie für sie, wie die Schauspielerin betont.

"Eine Liebe in den Highlands": Die Betriebsprüferin Jenny Porter (Henriette Richter-Röhl) macht sich mit dem alten Mitar (ZDF / Nicolas Joray)

Dass sie nach dem "Marienhof", wo sie früh die Angst vor der Kamera verlor, in Graz auf die staatliche Schauspielschule ging, hat sich längst gelohnt. Selbst in einem Erfolgsmärchen wie dem Katie-Fforde-Film versteht sie, ohne Aufdringlichkeit zu glänzen - kein Gran zu viel, und kein's zu wenig. Ach ja, ein Traum ist da noch: Wieder mal singen, eine CD aufzunehmen, das würde sie gern. Einst Sängerin der Rockband Jeden Tag anders ("der Schlagzeuger wurde später Chirurg, die anderen Schauspieler"), sang sie zuletzt den Titelsong für den Film "Grenzverkehr" (2005). "Eigene Texte oder alte Chansons" würde sie nun gerne singen. "Marlene Dietrich vielleicht, auch wenn es schon tausendfach gemacht worden ist."


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Leserkommentare
darkstarbremen am 21.10.2019 19:36
Endlich ein richtiger Ansatz in der Ausbildung. Das ist sehr zu fördern. Und was wird mit den anderen Studiengängen in der Pflege in Bremen?
darkstarbremen am 21.10.2019 19:31
Inwiefern wurden denn die Gehälter der Pflege in Kliniken gedrückt? Der TVÖD Pflege in den Kliniken wurde nicht gesenkt. Das ist auch richtig so. Nur ...
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