Wetter: wolkig, 7 bis 15 °C
Umfrage in Norddeutschland
Der Artikel wurde zur Merkliste hinzugefügt.
Die Merkliste finden Sie oben links auf der Seite.

Mehrheit will Grundschulnoten

Nikolai Fritzsche 23.09.2014 0 Kommentare

Neues Schuljahr beginnt für Thüringer Schüler
Nach dem Willen der Mehrheit der Norddeutschen sollen Grundschullehrer ihren Schützlingen Notenzeugnisse ausstellen. (Jens Kalaene, dpa)

Eine große Mehrheit der Norddeutschen ist laut einer Studie der Meinung, dass Kinder in der Grundschule Noten bekommen sollen. Auch eine Empfehlung für die weiterführende Schule seitens der Grundschule befürworten die meisten. In Bremen sind Schulsenatorin und Zentralelternbeirat mit dem Status quo zufrieden.

Bei der repräsentativen Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut infratest dimap im Auftrag des Norddeutschen Rundfunks (NDR) durchgeführt hat, sprachen sich 81 Prozent der Befragten für Ziffernnoten in der Grundschule aus, 17 Prozent sind dagegen. 70 Prozent halten es für sinnvoll, dass Grundschulen eine „orientierende“, aber „nicht bindende“ Empfehlung aussprechen, welche weiterführende Schulform ein Kind besuchen soll. Weitere 18 Prozent plädieren für eine „bindende Empfehlung“, zehn Prozent lehnen Empfehlungen generell ab. 80 Prozent sprachen sich für das Abitur nach neun Jahren (G9) und gegen das achtjährige Gymnasium (G8) aus.

Für die Studie wurden im August insgesamt 1012 Menschen im Alter ab 14 Jahren in Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern befragt. Bremen war nicht Teil der Studie.

Die Ergebnisse in Niedersachsen entsprechen in etwa denen für das Gesamtgebiet der Studie. 79 Prozent sind demnach für Grundschulnoten, 19 Prozent dagegen. 67 Prozent wünschen sich eine unverbindliche Empfehlung für die weiterführende Schule. 19 Prozent wollen eine bindende, elf Prozent gar keine Empfehlung. 84 Prozenten befürworten G9.

In Niedersachsen geben die Grundschullehrer am Ende der vierten Klasse sogenannte Schullaufbahnempfehlungen, die unverbindlich sind. Diese basieren unter anderem auf den Noten, die die Kinder zur Zeit noch an allen Schulen ab der dritten Klasse erhalten. Kultusministerin Frauke Heiligenstadt sagte: „Für die Jahrgänge 3 und 4 wollen wir den Schulen ermöglichen, die Ziffernoten durch Lernentwicklungsberichte zu ersetzen.“ Entscheiden sollten dies die Eltern. Niedersachsen will zum nächsten Schuljahr zu G9 zurückkehren, worin Heiligenstadt sich durch das Ergebnis der Studie „bestätigt“ fühlt.

In Bremen verzichten die Grundschulen auf solche Empfehlungen. In Sachen Noten hat jede Schule die Wahl – die Entscheidung liegt bei der aus Lehrern und Elternvertretern bestehenden Schulkonferenz. Dass diese an 55 der 74 Bremer Grundschulen gegen Noten ausfiel, wertet die Senatorin für Bildung und Wissenschaft, Eva Quante-Brandt, als Hinweis, dass auch die Eltern Zensuren in der Grundschule mehrheitlich ablehnen. Sie selbst hält die stattdessen halbjährlich vergebenen sogenannten Lernentwicklungsberichte für „pädagogisch sinnvoll“. Mit ihnen lasse sich für die Eltern besser als mit Noten „nachvollziehbar darstellen, wo das Kind mit seinen Leistungen und Kompetenzen“ stehe.

Für den Übergang in Oberschule oder Gymnasium sind die sogenannten Regelstandards in Deutsch und Mathematik ausschlaggebend. Von allen Schülerinnen und Schülern, die für das Gymnasium angemeldet werden, erhalten zunächst diejenigen einen Platz, die oberhalb dieser Standards liegen. Dadurch erhielten Eltern eine Orientierungshilfe, so Quante-Brandt. Die Vorstandssprecherin des Zentralelternbeirats, Andrea Spude, sieht in Bremen ebenfalls keinen Handlungsbedarf. Grundschulnoten seien „ wenig aussagekräftig“. Die Schullaufbahnempfehlungen seien bis zu Ihrer Abschaffung viel kritisiert worden. In Bremen machen Jugendliche an Oberschulen nach neun Jahren Abitur; Gymnasiasten legen die Prüfung ein Jahr früher ab.


job4u - Das Ausbildungsportal
job4u - Das Ausbildungsportal

job4u ist die regionale Plattform, wenn es um Lehren und Lernen geht. Neben dem WESER-KURIER, der Handelskammer und der Handwerkskammer Bremen machen sich hiesige Firmen für junge Leute stark. 

Ihr Wetter in Bremen
Temperatur: 15 °C / 7 °C
Vormittag:
/__wetterkontor/images/wr/50/wolkig.png
Nachmittag:
/__wetterkontor/images/wr/50/bedeckt.png
  Regenwahrscheinlichkeit: 40 %
WESER-KURIER Kundenservice
Leserkommentare
suziwolf am 22.10.2019 13:29
@Wesersteel ...

Rettungsdienste nur noch per/im Panzer ?

Oder Vorhandene mit Rammschutz ausrüsten ?
Bremen-Fan am 22.10.2019 13:25
Was ist "mangelnde soziale Kompetenzen"? Oder wollte @daa2011 einfach ein Schlagwort benutzen, um Bremer Eltern schlecht zu reden, die ihre Kinder in ...
Anzeige