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Mandoki Soulmates
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Ein schallendes Miteinander der Superlative

Constantin Aravanlis 11.10.2019 0 Kommentare

Mandoki Soulmates - Living The Gap / Hungarian Pictures
Mandoki Soulmates - Living The Gap / Hungarian Pictures (Sony Music)

Einige werden sich sicher noch daran erinnern können, als 1979 eine Horde kostümierter Fantasy-Mongolen als Dschinghis Khan den Eurovision Song Contest aufmischte und schlussendlich den vierten Platz ergatterte. Die unter der Ägide von Schlagerkomponist Ralph Siegel zusammengestellte Gute-Laune-Truppe räumte einige Jahre lang international in den Hitlisten ab, bevor Mitte der 80er-Jahre fürs Erste die Luft raus war (2005 wurde die Band wieder aktiviert).

Ungefähr zu jener Zeit veröffentlichte eines der Originalmitglieder des Kollektivs, Leslie Mandoki, auch diverse Eigenproduktionen. Die klangen aber nicht nach bürgerlichem Schlager-Pop, sondern beackerten das weitläufige Terrain des experimentellen Jazz samt seiner rockigen Nebenschauplätze - die Genres, die einst in dem jungen Mandoki die Leidenschaft für Musik entfachten. Es war ein kurvenreicher Weg, der Mandoki zu der Musik führte, die auf dem neuen Doppelalbum „Living In The Gap + Hungarian Pictures“ zu hören ist.

Er wurde bekannt als Mitglied der Schlagertruppe Dschinghis Khan, experimentierte später mit Jazz und Rock und huldigt nun sogar dem ungarischen Komponisten Béla Bartók: Leslie Mandoki schert sich wahrlich nicht um Genregrenzen.
Er wurde bekannt als Mitglied der Schlagertruppe Dschinghis Khan, experimentierte später mit Jazz und Rock und huldigt nun sogar dem ungarischen Komponisten Béla Bartók: Leslie Mandoki schert sich wahrlich nicht um Genregrenzen. (Red Rock Production)

Nach zahlreichen Erfahrungen als Studiotüftler und Produzent gründete Leslie Mandoki, 1953 in Budapest geboren, Anfang der 90er-Jahre die Mandoki Soulmates, ein sich stets wandelndes Kollektiv aus durchaus namhaften Sessionmusikern und Bandmitgliedern: Jack Bruce (Cream), Manfred Mann, Peter Frampton, die Bee Gees, Udo Lindenberg, Chaka Khan, Eric Burdon. Mick Hucknall (Simply Red) und viele mehr waren schon Teil der Mandoki Soulmates.

Für eine nachhaltige, offene Gesellschaft

Trotz seiner fordernden Tätigkeit als Komponist und musikalischer Berater für diverse Konzerne und Körperschaften waren und sind die Soulmates Leslie Mandokis großes Herzensprojekt. Etwa ein Dutzend Veröffentlichungen mit unterschiedlichen Grundideen (Live-, Cover- und Konzeptalben) hat der 66-Jährige mit seiner „Wertegemeinschaft“, wie die Soulmates sich gerne definieren, bisher hervorgebracht.

Das neue Opus „Living InThe Gap + Hungarian Pictures“ sticht dabei als besonders ambitioniertes Werk hervor. Diesmal unter anderem mit dabei: Bobby Kimball (Toto), Peter Maffay, Chris Thompson (Manfred Mann's Earth Band), Al Di Meola, Nick van Eede (Cutting Crew), Mike Stern, Randy Brecker, Till Brönner, Mandokis Tochter Julia, John Helliwell (Supertramp), Bill Evans, Mark Hart (Crowded House), Simon Phillips und Tony Carey (Rainbow).

Allein das mahnende Cover deutet es schon an: Die Mandoki Soulmates rufen diesmal vor allem zu einem bewussten Umgang mit der Erde auf und plädieren für eine offene, nachhaltig agierende Gesellschaft, in der die Menschen sich gegenseitig respektieren („Young Rebels“, „Old Rebels“).

Von Jazzrock bis Klassik

Die Zeit rennt uns davon und die Mandoki Soulmates spielen den Soundtrack dazu: Die groovenden Soul-Flagschiffe „Living In The Gap“ und „Too Much Pride“ sowie der fiebrig-funkige Jazz-Brocken „I'm Not Your Enemy“ warnen vor medialen Filterblasen und Echokammern. Der berührende, analoge Balladen-Pop von „Let The Music Show You The Way“ beschwört die Kraft des bewussten Konsums von Musik. Das euphorische Stück „Mother Europe“, eine Neufassung des ersten Songs der Ur-Soulmates, ist eine offene Liebeserklärung an die derzeit geschwächte Staatengemeinschaft. Die Mandoki Soulmates verpacken ihre hochaktuellen Botschaften auf „Living In The Gap“ in fundierte Arrangements und vermengen die Historie des Rock, Soul, Funk, Pop und Jazz zu einem schallenden Miteinander der Superlative.

Herzstück des deutlich sperrigeren zweiten Longplayers „Hungarian Pictures“, eine Hommage an den ungarischen Komponisten Béla Bartók, ist die 19-minütige Suite „Transylvanian Dances“: Bravouröse Improvisationen treffen hier auf moderne Kammermusik, entfesselten Jazzrock und emotionale klassische Motive - ein virtuoses Auf und Ab der Gefühle! Den Abschluss bildet das hymnisch-verspielte Stück „The Torch“, in dem die alte Generation das Licht der Evolution an die Jungen weiterreicht: „Stay hungry, foolish, young, be brave“.


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Leserkommentare
elfotografo am 22.10.2019 18:55
"Es ist doch ein Märchen, dass man mit einer Loge Geschäftskontakte akquiriert oder pflegt, geschweige denn Geschäfte abschließt."

Haben ...
FloM am 22.10.2019 18:51
@gorgon1:
Abgedroschen ist es den x-ten Kommentar mit undifferenzierten Anschuldigungen zu schreiben.

Die Erkenntnis, daß man Teil ...
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