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Hindafing - Staffel 2 - Do. 07.11. - ARTE: 20.15 Uhr Hindafing - Staffel 2
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Fangschuss auf die Ministerpräsidentin

Rupert Sommer 11.10.2019 0 Kommentare

Alfons Zischl (Maximilian Zischl, Mitte) hat sich ohne Einladung Zutritt zur alljährlichen Jagd der Ministerpräsidentin verschafft.
Alfons Zischl (Maximilian Zischl, Mitte) hat sich ohne Einladung Zutritt zur alljährlichen Jagd der Ministerpräsidentin verschafft. (Arvid Uhlig/Neue Super/BR)

Ein feiner Anzug mit eleganter Krawatte macht noch keinen ehrenwerten Politiker. Schon gar nicht in der bayerischen Provinz, wo man sich sonst auf offiziellen Anlässen gerne rustikaler, vielleicht mit einem Trachtenjanker, schmückt. Selbigen hat allerdings Alfons Zischl (Maximilian Brückner) gegen die Arbeitskleidung eines Landtagsabgeordneten eingetauscht. Weil sein Vorgänger überraschend wegen Kinderporno-Materials, das man bei ihm fand, zurücktreten musste, übernimmt der umtriebige und komplett rückgratlose Ex-Bürgermeister von Hindafing seinen Posten im Münchner Maximilianeum. In den sechs neuen Folgen der zweiten „Hindafing“-Staffel, die ARTE vorab in einer Block-Programmierung zeigt, kann Zischl so noch viel mehr weißblaues Unheil stiften.

Daran, dass Zischl ein schrankenloser Machtmensch ist, hatte man schon in der ersten Staffel der Serie gewöhnt. Die unter anderem mit dem Romy-Preis ausgezeichnete Produktion hatte sich - vor allem durch ihre Nutzung in der BR-Mediathek, wo sich sogenanntes Binge-Watching anbietet - schnell zum Kult-Gegenstand gemauert. „Hindafing“, befanden auch die Kritiker, kann es durchaus mit den US-Vorbildern und deren stets vielschichtig changierenden Helden aufnehmen. Ehrensache, dass die Macher (Drehbuch: Niklas Hoffmann, Rafael Parente, Boris Kunz) nicht nur den Hauptdarsteller Brückner, der für seine schonungslose Darstellung eines Koks-süchtigen Widerlings 2018 den Bayerischen Fernsehpreis erhielt, auch in den neuen Folgen wieder schillernd glänzen lassen.

Alfons Zischl (Maximilian Zischl, Mitte) muss zusehen, wie sich seine Widersacher im Bayerischen Landtag über ihn hinwegsetzen.
Alfons Zischl (Maximilian Zischl, Mitte) muss zusehen, wie sich seine Widersacher im Bayerischen Landtag über ihn hinwegsetzen. (Arvid Uhlig/Neue Super/BR)

In den neuen Folgen bekommt Zischl und seine mittlerweile hochschwangere Gattin Marie (Katrin Röver) die Gegensätze zwischen Stadt und Land schmerzhaft am eigenen Leib zu spüren. Immer wieder muss der Provinz-Abgeordnete, der so zufällig die Stufen der Macht hochstolperte, durch endlose Gewerbegebiete und über trostlose Landstraßen zurück nach Hindafing pendeln, um sich dort seine Machtbasis zu sichern. In der Metropole München durchschaut er zumindest anfänglich die Ränkespiele der wirklich Mächtigen noch nicht. Zur twitternden Ministerpräsidentin (Ursula Maria Burkhart) wird er erst gar nicht vorgelassen. Doch ein Zischl lässt sich nicht so schnell kaltstellen.

„Wenn der Wind sich dreht, müssen Sie sich mitdrehen“, hat ihm sein ebenfalls wendefreudiger Fraktionsvorsitzender (Christian Hoening) eben noch einzubläuen versucht. Doch schon mit seinem ersten echten Engagement langt Zischl komplett daneben: Er setzt sich für den Erhalt eines mittelständischen Industriebetriebs in seinem Heimatlandkreis ein. Was er nicht ahnt: Das Unternehmen stellt Rüstungsgüter her und gilt als hochumstritten. Kein Landespolitiker möchte sich an dem brisanten Thema die Finger verbrennen. Zischl jedoch schon.

Alfons Zischl (Maximilian Zischl, rechts) muss sich von seinem Franktionsvorsitzenden (Christian Hoening) zurechtweisen lassen.
Alfons Zischl (Maximilian Zischl, rechts) muss sich von seinem Franktionsvorsitzenden (Christian Hoening) zurechtweisen lassen. (Arvid Uhlig/Neue Super/BR)

Doch ohne die Tragweite seiner Handlungen wirklich zu durchschauen, schlittert der frisch gebackene Abgeordnete, der sich auf dem umkämpften, teuren Münchner Wohnungsmarkt für sich und seine zukünftige Familie noch nicht einmal eine Wohnung leisten kann, immer tiefer in einen Skandal hinein. Und auf dem exklusiven Jagdausflug, zu dem die Ministerpräsidentin ihre Getreuen zusammengetrommelt, Zischl aber keine Einladung erhalten hatte, schleicht er sich heimlich ein. Und dann löst sich ein gefährlicher Schuss...

Wie schon in den ersten Folgen bleibt die Kamera immer eng an ihrem Hauptdarsteller. Vor allem, wenn man Zischl in Großaufnahme sieht, entlarvt sie so seine monströse Eitelkeit und fängt auch die schmierigen Seitenblicke und das heimliche zynische Grinsen ein, wenn er mal wieder etwas besonders Verlogenes von sich gegeben hat. Die Vorbilder, die Serien-Fans schnell erkennen dürften, liegen auf der Hand: „Hindafing“ bringt die Abgründigkeit des US-Klassikers „House of Cards“ mit der schmierigen deutschen Gewöhnlichkeit von „Stromberg“ zusammen. Auf Bairisch.

Der Rüstungsunternehmer Schneider (Wilfried Hochholdinger, links) freut sich über den spontanten Besuch von Alfons Zischl (Maximilian Zischl) auf der Betriebsversammlung.
Der Rüstungsunternehmer Schneider (Wilfried Hochholdinger, links) freut sich über den spontanten Besuch von Alfons Zischl (Maximilian Zischl) auf der Betriebsversammlung. (Arvid Uhlig/Neue Super/BR)

ARTE zeigt am Donnerstag, 7. Oktober, ab 20.15 Uhr, am Stück die ersten drei, jeweils knapp 50-minütigen „Hindafing“-Folgen. Weiter geht's mit den folgenden drei Episoden am Donnerstag, 24. Oktober, erneut ab 20.15 Uhr. Im BR-Fernsehen startet die Serie am Dienstag, 26. November, 20.15 Uhr.


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Leserkommentare
elfotografo am 22.10.2019 18:55
"Es ist doch ein Märchen, dass man mit einer Loge Geschäftskontakte akquiriert oder pflegt, geschweige denn Geschäfte abschließt."

Haben ...
FloM am 22.10.2019 18:51
@gorgon1:
Abgedroschen ist es den x-ten Kommentar mit undifferenzierten Anschuldigungen zu schreiben.

Die Erkenntnis, daß man Teil ...
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