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Turmspitze und Dach eingestürzt
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Pariser Kathedrale Notre-Dame steht in Flammen

15.04.2019 2 Kommentare

In der weltberühmten Kathedrale Notre-Dame in Paris ist am Montag ein verheerendes Feuer ausgebrochen. Über Stunden schlugen am Abend Flammen lichterloh aus dem Dachstuhl des Wahrzeichens der französischen Hauptstadt, über dem monumentalen Sakralbau war eine riesige Rauchsäule zu sehen. Der kleine Spitzturm in der Mitte des Dachs brach zusammen. Aus den beiden großen Türmen der Kathedrale drang schwarzer Rauch.

Auf die Frage, ob die weltberühmte Kathedrale noch zu retten sei, sagte ein Sprecher der Feuerwehr am Abend dem Sender BFMTV und anderen Medien zufolge, man sei sich "nicht sicher", ob die Ausbreitung des Feuers aufgehalten werden könne.

Der gesamte Dachstuhl stehe in Flammen, hatte zuvor der Sprecher der Kathedrale, André Finot, der französischen Nachrichtenagentur AFP gesagt. Man müsse nun schauen, ob das Gewölbe der Kathedrale noch zu retten sei.

Fotostrecke: Großbrand in der Kathedrale Notre-Dame

Nach Angaben des Innenministeriums war die Feuerwehr mit einem Großaufgebot vor Ort. Rund 400 Feuerwehrleute versuchten, den Brand einzudämmen. Über mögliche Verletzte war zunächst nichts bekannt.

Der Brand löste auch außerhalb Frankreichs tiefe Bestürzung und heftige Emotionen aus. Notre-Dame ist eine wichtigsten Pariser Touristenattraktionen und wird jährlich von Millionen Menschen besucht.

Das Feuer kurz vor Ostern könne mit Renovierungsarbeiten zusammenhängen, berichtete AFP unter Berufung auf die Feuerwehr weiter. Es sei auf dem Dachboden ausgebrochen und gegen 18.50 Uhr entdeckt worden. Auf dem Dach der Kathedrale war ein Baugerüst angebracht. Die Polizei gehe nicht von einem terroristischen Hintergrund aus, erklärte ein Sprecher am Abend.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zeigte sich betroffen und sagte eine für den Abend geplante wichtige Fernsehansprache ab. "Notre-Dame von Paris den Flammen ausgeliefert. Emotion einer ganzen Nation", teilte der Präsident auf Twitter mit. Wie alle Franzosen sei er an diesem Abend traurig, "diesen Teil von uns brennen zu sehen". Nach Medienberichten traf der Präsident am Abend an der Kathedrale ein.

Der französische Premierminister Édouard Philippe schrieb auf Twitter: "Unsere Traurigkeit ist unbeschreiblich, aber wir kämpfen immer noch. An diesem Abend kämpfen die Feuerwehrleute heldenhaft gegen das Feuer." Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo sprach von einem "fürchterlichen Brand".

Die Kathedrale steht im Herzen der Stadt auf der Seine-Insel Île de la Cité, die wegen des Brandes von den Sicherheitskräften abgeriegelt wurde, wie die Stadt Paris auf Twitter mitteilte. Es wurde eine Veranstaltungshalle geöffnet, um Anwohner aufzunehmen. Touristen machten auf den Brücken über den Fluss Seine Fotos von dem Feuer.

Macron sagte wegen des Brandes eine wichtige TV-Ansprache ab, in der er am Montagabend eigentlich über die Ergebnisse einer monatelangen Bürgerdebatte sprechen wollte. Einen neuen Termin dafür teilte der Élyséepalast zunächst nicht mit. Der Präsident hatte die "Nationale Debatte" im Januar als Reaktion auf die Proteste der "Gelbwesten" gestartet - nun wollte er Zugeständnisse präsentieren.

Weltweit sorgte der Brand für Entsetzen. Der Vatikan reagierte bestürzt. "Der Heilige Stuhl hat die Nachricht des entsetzlichen Brandes, der die Kathedrale von Notre-Dame, Symbol der Christenheit in Frankreich und der Welt, verwüstet hat, mit Schock und Trauer aufgenommen", erklärte Papst-Sprecher Alessandro Gisotti.

"Notre-Dame von Paris ist Notre-Dame von ganz Europa", schrieb EU-Ratspräsident Donald Tusk auf Twitter. "Wir stehen heute alle an der Seite von Paris." EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker schrieb: "Notre-Dame gehört der ganzen Menschheit. Welch trauriger Anblick."

Regierungssprecher Steffen Seibert twitterte im Namen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU): "Es tut weh, diese schrecklichen Bilder der brennenden Notre-Dame zu sehen." Er fügte hinzu: "Notre-Dame ist ein Symbol Frankreichs und unserer europäischen Kultur. Mit unseren Gedanken sind wir bei den französischen Freunden." Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) teilte mit, er hoffe, dass es der Feuerwehr rasch gelingt, den Brand einzudämmen und das Wahrzeichen zu retten.

Die Chefin der UN-Kulturorganisation Unesco, Audrey Azoulay, sagte zu Reportern: "Notre-Dame ist ein Symbol für die ganze Welt." Die Unesco sei schon mit dem Kulturministerium und der Kirche in Kontakt. "Wir brauchen eine sehr schnelle Beurteilung der Schäden." Es müssten rasch "strategisch wichtige Entscheidungen getroffen werden".

US-Präsident Donald Trump zeigte sich bestürzt. Die Kathedrale sei einer der größten Schätze auf der Welt, großartiger als fast jedes Museum auf der Welt. "So schrecklich, das verheerende Feuer an der Notre-Dame-Kathedrale in Paris zu sehen. Vielleicht könnten fliegende Wassertanks eingesetzt werden, um es zu löschen. Es muss schnell gehandelt werden!" Die Reaktion der französischen Fachleute ließ nicht lange auf sich warten: Von einem Flugzeug Wasser auf ein solches Gebäude abzuwerfen, könne zum Einsturz des gesamten Gebäudes führen, schrieb der französische Zivilschutz auf Twitter.

Die Geschichte der Kathedrale reicht bis in die Mitte des 12. Jahrhunderts zurück. Die Dimensionen der im gotischen Stil konstruierten und der Jungfrau Maria geweihten Kirche mit ihren beiden majestätischen Türmen sind gewaltig: Die Kathedrale ist 127 Meter lang, 40 Meter breit und bis zu 33 Meter hoch. Mit seinem 1831 erschienenen Roman "Der Glöckner von Notre-Dame" verewigte Victor Hugo die Kathedrale in der Literatur.

Witterung und Luftverschmutzung haben dem Baudenkmal über die Jahre schwer zugesetzt. An vielen Stellen bröckelte zuletzt die Bausubstanz - um Geld für die Sanierung aufzutreiben, war vor einiger Zeit eine Spendenaktion auf den Weg gebracht worden. (dpa)


admiral_brommy am 15.04.2019, 20:38
Das tut im Herz weh.
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suziwolf am 16.04.2019, 01:22
Hat die ,Vernunft‘ hat diesmal versagt ?

Wenn auf Schiffen (meist in Häfen)
z.B. Schweissarbeiten
[oder sonstige ähnl. Arbeiten] durchgeführt werden, ist die Vorschrift nicht umsonst vorhanden,
die Feuerwehr zu benachrichtigen,
die eine entspr. V o r s o r g e trifft.

Nun sind hier wohl eher die ,Kirchenschiffe’
betroffen gewesen, wo die Katastrophe begonnen hat.

„Find the difference“ ... !

Inzwischen ist ja bekannt,
dass die ,Gesamtstruktur ausser Gefahr ist‘ ...

Nur — der Nach- und Neubau
wird Millionen verschlingen ...

Kleiner Flammenzuschlag auf‘s bisherige Eintrittsgeld ?
[d‘argent flamme] ?

🤷‍♀️ Gut zu wissen, dass keine Menschen zu Schaden gekommen sind.

Einem ‚Zuschlag der Besucherzahlen’
wird wohl auch nichts im Wege stehen,
sind doch
,die Tourismusströme darauf erpicht, Sensationen zielgerichtet zu besuchen’ ...

@dmiral:
Das tut nicht nur im Herzen weh ... 🖤
Das schmerzt eben auch dort
,wo der Klingelbeutel sein zu Hause hat‘ !
(💶🇫🇷 c‘est le drapeau de France).
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Leserkommentare
K_ter_Lysator am 19.04.2019 12:07
Was mir in alle Reaktionen fehlt: Hat sich schon jemanden Gedanken darüber gemacht, wie der Verkehr von und zum "neuen Viertel" fließen soll? Nein, ...
peteris am 19.04.2019 11:59
oldkarzwortel

Bis heute ist diese Rechnung offen und heute können die Nachfahren der Räuber und Mörder, die inzwischen unermesslich ...
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