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Weltraumpionier Jähn ist tot
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Trauer um einen leisen Helden

22.09.2019 0 Kommentare

Sigmund Jähn
Sigmund Jähn ist im Alter von 82 Jahren gestorben. (Hendrik Schmidt / dpa)

Mit Trauer und viel Anteilnahme haben Politiker und Wissenschaftler auf den Tod von Sigmund Jähn, dem ersten Deutschen im All, reagiert. „Ein beeindruckender Mann und ein eher leiser Held“, schrieb Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) am Sonntag auf Twitter. Der Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Dietmar Bartsch, sprach Jähns Witwe und den Angehörigen sein Mitgefühl aus: „Ein wirklicher Held und doch ein so bescheidener Mensch.“

Jähn starb am Samstag im Alter von 82 Jahren, wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Sonntagabend mitteilte. Der Kosmonaut war in der DDR ein Volksheld und genoss große Popularität. Trotz seines Ruhmes blieb er immer bescheiden und wurde deshalb besonders verehrt.

Linken-Politiker Gregor Gysi bezeichnete Jähn als „sehr zurückhaltend und bescheiden“. CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak nannte Jähn einen echten Pionier. Er habe Millionen junger Menschen inspiriert, über sich hinauszuwachsen und neugierig zu sein. „Ganz Deutschland trauert heute um seinen ersten Mann im All“, schrieb Ziemiak bei dem Kurznachrichtendienst.

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans würdigte Jähn als ein „Vorbild wie es wenige gibt und gab“. Und Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) erinnerte sich: „Ich habe ihn als klugen und bescheidenen Sachsen kennengelernt. Wir werden sein Lebenswerk lebendig halten.“

„Die Nachricht vom Tode Sigmund Jähns hat mich tief berührt“

Auch Wegbegleiter Jähns aus der Raumfahrt drückten ihre Trauer aus. „Die Nachricht vom Tode Sigmund Jähns hat mich tief berührt“, sagte Jan Wörner, Generaldirektor der Europäische Weltraumorganisation (Esa). „Wann immer wir uns getroffen haben, war es sehr persönlich, eine Freundschaft war entstanden, die nicht nur die Raumfahrt und seine unermüdliche Unterstützung der europäischen Astronauten betraf.“

„Der erste Deutsche im All hat sich auch immer als Brückenbauer zwischen Ost und West im Sinne der friedlichen Nutzung des Weltraums verstanden. Seine Botschaft, für die Erde ins All, werden wir in ehrendem Gedenken bewahren und fortführen“, sagte Pascale Ehrenfreund, Vorstandsvorsitzende des Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Emiliano Sala (*31. Oktober 1990; † 21. Januar 2019)
Unter tragischen Umständen kam der Fußballspieler Emiliano Sala zu Jahresbeginn ums Leben. Am 21. Januar stürzte ein einmotoriges Flugzeug mit Sala an Bord in den Ärmelkanal. Sala war auf dem Weg von Nantes zu seinem neuen Klub, dem walisischen Erstligisten Cardiff City. Seine Leiche wurde zwei Wochen später geborgen. 
Bruno Ganz (*22. März 1941; †16. Februar 2019)
Im Alter von 77 Jahren verstarb im Februar der Schauspieler Bruno Ganz. Der Schweizer spielte zunächst auf Theaterbühnen - darunter fünf Jahre am Theater am Goetheplatz in Bremen. Später wechselte er zum Film und war unter anderem in Volker Schlöndorffs
Heidi Mohr (*29. Mai 1967; †7. Februar 2019)
Sie gilt als Pionierin des deutschen Frauenfußballs: Heidi Mohr. Im Alter von 51 Jahren erlag sie im Februar einem Krebsleiden. Die ehemalige Torjägerin erzielte in 104 Länderspielen 83 Tore. 
Maximilian Reinelt (*24. August 1988; † 9. Februar 2019)
 Als Ruderer feierte er sportliche Erfolge, holte unter anderem eine olympische Goldmedaille im Achter. Anfang Februar kam Maximilian Reinelt im Alter von nur 30 Jahren bei einem Skiunfall ums Leben. 
Fotostrecke: Diese Prominenten sind 2019 gestorben

Am 26. August 1978 startete Jähn mit der Rakete „Sojus 31“ vom Raumfahrtzentrum Baikonur in der damaligen sowjetischen Teilrepublik Kasachstan zur Raumstation Saljut 6. Gemeinsam mit dem sowjetischen Kosmonauten Waleri Bykowski (1934-2019) war er 7 Tage, 20 Stunden und 49 Minuten im All. Erst 1983 flog Ulf Merbold aus dem Westen als zweiter Deutscher ins All.

Nach der Wende kurzzeitig arbeitslos

Der am 13. Februar 1937 geborene Sigmund Werner Paul Jähn war Oberstleutnant der DDR-Armee NVA. Der gelernte Buchdrucker stammte aus der sächsischen Kleinstadt Morgenröthe-Rautenkranz. Nach der Ausbildung zum Jagdflieger bei den Luftstreitkräften der NVA wurde er von 1976 an in der Sowjetunion mit einem harten Training auf seinen Flug ins All vorbereitet.

Nach der Wende wurde er zunächst arbeitslos. Später arbeitete er für das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt und die Europäische Weltraumorganisation (Esa) und bildete europäische Astronauten im russischen Sternenstädtchen aus.

In seiner vogtländischen Heimatstadt erinnert die Deutsche Raumfahrtausstellung an seinen Weltraumflug. Jähn, der verheiratet war und zwei Töchter hatte, lebte in Strausberg bei Berlin. Er blieb seiner Heimat aber immer verbunden und hatte im Vogtland ein Wochenendhaus. (dpa)


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Leserkommentare
suziwolf am 21.10.2019 12:19
Und dann ... @kretschmar -
[auch wieder] eine gemeinsame Währung -

Das britische £ - Sterling -
europaweit jetzt ...
suziwolf am 21.10.2019 12:01
Warum dieser einfache Hinweis
auf www.spiegel.de
[ ,auf Erweiterung der Information‘ ]
mit „👎“ bewertet wird,
erklärt sich ...
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