Wetter: Regenschauer, 9 bis 15 °C
Konzern kauft deutsche Firma Krauss-Maffei
Der Artikel wurde zur Merkliste hinzugefügt.
Die Merkliste finden Sie oben links auf der Seite.

Chem-China: Staatsunternehmen kauft im Ausland ein

Felix Lee 31.01.2016 0 Kommentare

Handout shows the KraussMaffei injection molding technology in their plant in Munich
Der deutsche Maschinenbauer Krauss-Maffei gehört bald auch zu Chem-China. (Reuters)

Mit Übernahmen hat Ren Jianxin schon viel Erfahrung gemacht. Es wird erzählt, dass der heutige Chef von Chem-China einst mit einem Kredit von gerade einmal 10 000 Yuan (nach heutigem Wechselkurs etwa 1390 Euro) sein Imperium aufbaute. Mitte der 80er-Jahre war das, damals betrieb er eine chemische Reinigung – und zwar mit so großem Erfolg, dass die chinesische Führung ihm in den Folgejahren mehr als 100 marode Chemiefabriken anvertraute.

Diese Fabriken sollten zwar in Staatsbesitz bleiben, unter seiner Ägide aber effizienter und wettbewerbsfähiger werden. Das gelang ihm. Und zwar auch mit unkonventionellen Methoden: Als etwa in den neunziger Jahren ein massiver Personalabbau anstand, verzichtete Ren auf Entlassungen. Stattdessen gründete er die Restaurantkette Malan Noodle und stellte die Geschassten dort ein. Heute ist Malan Noodle eine der erfolgreichsten Imbissketten in China.

140.000 Mitarbeiter, 45 Milliarden Dollar Umsatz

Als Chef von Chem-China beschäftigt Ren heute mehr als 140 000 Mitarbeiter und ist mit einem Umsatz von derzeit circa 45 Milliarden US-Dollar eine der erfolgreichsten Staatsunternehmen Chinas. Seit einiger Zeit ist Ren auch weltweit auf Einkaufstour.

Allein die Liste der jüngsten Übernahmen und Angebote lässt weltweit die Branche erzittern. Im Dezember bekundete der chinesische Staatskonzern sein Interesse für eine Mehrheitsbeteiligung am Basler Agrochemie-Konzern Syngenta. Chem-China ist bereit, 30 Milliarden Dollar zu zahlen, um 70 Prozent der Syngenta-Anteile sein Eigen nennen zu können. Eine Woche zuvor hatte Chem-China die Vereinbarung über die Übernahme des deutschen Maschinenbaukonzerns Krauss-Maffei verkündet. Mit einem Kaufpreis von umgerechnet mehr als einer Milliarde Dollar ist es die bislang teuerste Übernahme eines deutschen Unternehmens durch einen chinesischen Konzern.

Dass Chem-China über Übernahmen mit aller Kraft auf die Weltmärkte drängt, kommt nicht von ungefähr. Viele Jahre gab sich das chinesische Unternehmen mit dem heimischen Markt zufrieden. Doch seit einiger Zeit wächst Chinas Wirtschaft nicht mehr ganz so schnell.

Konkurrenz befürchtet staatliche Subventionen

Zugleich steckt hinter dieser Expansion eine gezielte Strategie, die die chinesische Regierung vorgegeben hat. „Schwärmt aus“, hieß es. Und der Aufruf scheint zu wirken: Derzeit vergeht kaum eine Woche, an der nicht eine weitere Übernahme einer westlichen Marke durch ein chinesisches Unternehmen bekannt gegeben wird. „Es ist offizielle Politik, dass Chinas Unternehmen sich internationalisieren sollen“, sagt Klaus Meyer von der China Europe International Business School in Schanghai. Aus Pekings Sicht setzt Chem-China diese Devise bereits seit einiger Zeit vorbildlich um.

Was vor allem der westliche Konkurrenz Sorge bereitet: Hinter Chem-China steht der chinesische Staat. Und gerade in China kommen Staatskonzerne sehr viel leichter an subventionierten Darlehen. Das verzerrt den Wettbewerb gerade bei Unternehmensübernahmen ganz erheblich. Zugleich macht Chem-China kein Geheimnis daraus, dass technologisch und im Management erheblicher Nachholbedarf besteht und sie als Investoren vor allem auf das Know-how aus sind. Die Belegschaft von westlichen Übernahmekandidaten befürchten, dass ganze Anlagen nach China verfrachtet werden.

Meyer sieht darin keinen Grund zur Sorge. „Die Motivation der Chinesen ist langfristig“, versucht er zu beschwichtigen. Auch nach der Übernahme behielten ausländische Unternehmen in der Regel große Autonomie. Den chinesischen Käufern sei bewusst, dass das Wissen an Menschen gebunden ist. Diese Expertise zu halten, habe daher höchste Priorität.


job4u - Das Ausbildungsportal
job4u - Das Ausbildungsportal

job4u ist die regionale Plattform, wenn es um Lehren und Lernen geht. Neben dem WESER-KURIER, der Handelskammer und der Handwerkskammer Bremen machen sich hiesige Firmen für junge Leute stark. 

Ihr Wetter in Bremen
Temperatur: 15 °C / 9 °C
Vormittag:
/__wetterkontor/images/wr/50/Regenschauer.png
Nachmittag:
/__wetterkontor/images/wr/50/Regen.png
  Regenwahrscheinlichkeit: 90 %
WESER-KURIER Kundenservice
Leserkommentare
onkelhenry am 19.10.2019 18:12
74 Jahre SPD!

Nirgendwo ist die Kluft zwischen arm und reich größer.
Schlechte Wirtschaft, schlechte Bildung ... von vielen ...
peteris am 19.10.2019 17:47
Das Affentheater geht also in die nächste Runde. ...
Anzeige