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Kommentar zur Energiewende
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Es fehlt das Konzept

Peter Hanuschke 09.10.2019 4 Kommentare

Weit draußen: Ein Umspannwerk und Windräder stehen in der Nordsee rund 43 Seemeilen (70 Kilometer) westlich der Insel Sylt.
Weit draußen: Ein Umspannwerk und Windräder stehen in der Nordsee rund 43 Seemeilen (70 Kilometer) westlich der Insel Sylt. (Christian Charisius / dpa)

Die Energiewende ist nur mit einem wesentlich stärkeren Ausbau der erneuerbaren Energien zu erreichen – das ist schon lange bekannt, mindestens seit es der Begriff bis in den Wortschatz der Bundesregierung geschafft hat.

Fast jeder Politiker und jede Politikerin will die Energiewende in Deutschland. Der Weg dorthin ist nicht einfach, und es wird noch schwieriger, dieses Ziel zu erreichen, wenn für die Energiewende das große Gesamtkonzept fehlt. Das gab es bislang nicht, und es ist auch nicht erkennbar, dass sich ein Ministerium dafür verantwortlich fühlt oder damit beauftragt wird, es zu entwickeln. Stattdessen wird mal ein bisschen gefördert, dann mal wieder nicht. Und woanders werden die Rahmenbedingungen immer mal wieder geändert.

Besonders deutlich wird diese Konzeptlosigkeit, wenn es um Offshore-Windenergie geht. Jetzt soll der „Ausbaudeckel“ für Windparks in der Nord- und Ostsee verrückt werden: Das Ausbauziel lautet dann 20 Gigawatt statt 15 Gigawatt bis zum Jahr 2030. Nur zur Erinnerung: Vor Jahren gab es bereits mal ein Ausbauziel, das 25 Gigawatt erlaubt hatte – ebenfalls bis 2030.

Keine langfristige Perspektive

Die Windkraftanlagen-Hersteller, die nicht aufgrund von extremen Nachfrageschwankungen bereits in die Pleite gegangen sind, werden bestimmt die 20 Gigawatt begrüßen. Doch regelrechte Freudensprünge wird dieses Vorhaben nicht ausgelöst haben. Es fehlt einfach die langfristige Perspektive. Es fehlt ein Ausbauziel über 2030 hinaus.

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Auch das macht deutlich, dass hinter der angeblich gewollten Energiewende das große Gesamtkonzept einfach nicht vorhanden ist. Der Ausbau der erneuerbaren Energien muss insgesamt stärker gefördert werden. Das gilt insbesondere für die Windenergie auf hoher See und an Land sowie für Photovoltaik. Parallel müssen aber intelligente Lösungen gefunden werden, wie die erneuerbaren Energien genutzt, wie sie gespeichert werden können und wie aus ihnen alternativ Wasserstoff gewonnen werden kann.

Es gibt dafür bereits gute Ansätze. Es gibt Unternehmen und Institute, die sich mit neuen Speichermethoden beschäftigen oder mit Sektorenkopplung, also wie Windstrom für Wärme und Mo­bilität genutzt werden kann. Es wird Zeit, dass die einzelnen Bausteine zusammengesetzt werden, sonst bleibt „Energiewende“ nur ein Wort.


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Leserkommentare
alterwaller am 23.10.2019 10:09
Wie ? Jetzt soll man zum parken sogar in die Innenstadt in die Parkhäuser ? Wie gut ist es doch das sich die autofreie Innenstadt noch nicht ...
Hans-OttoRolfs am 23.10.2019 10:07
Bitte nicht vergessen: Die Verantwortung liegt in erster Linie beim Schifffahrtsmuseum, das sich mehr um seine Reputation als Wissenschaftsmuseum ...
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