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Gastbeitrag über Meeresschutz
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Fischbestände in großer Gefahr

Kai Kaschinski 28.08.2018 0 Kommentare

(Privat)

Es ist immer wieder zu lesen: Fischbestände seien bedroht, die entsprechenden Fangquoten müssten reduziert werden. Dann heißt es an anderer Stelle, der Zustand einzelner Bestände habe sich verbessert. Für die Konsumenten ist die Situation schwer durchschaubar. Nicht zuletzt liegt dies daran, dass Deutschland seinen Fisch und die beliebten Meeresfrüchte aus der ganzen Welt bezieht. Gemessen an den jährlichen Fangzahlen und der Produktion in der Aquakultur ist Fisch ist eines der am meisten gehandelten Nahrungsmittel ‒ und zudem ein sehr lukratives. Von diesem internationalen Handel ist unser Land abhängig, denn unter deutscher Flagge werden heute weniger als 15 Prozent des Fisches und der Meeresfrüchte gefangen, die hier verzehrt und verarbeitet werden.

Unter anderem deshalb hat Deutschland eine Verantwortung für den globalen Meeresschutz und den Erhalt gesunder Fischbestände nicht nur in Nord- und Ostsee. Nahezu ein Drittel der von der Welternährungsorganisation erfassten Fischbestände ist der aktuellen Datenlage nach überfischt. Von 1974 bis 2015 hat sich die Überfischung der Weltmeere von zehn auf 33,1 Prozent erhöht.

Der Bericht der Welternährungsorganisation zur Fischerei ist weit mehr als eine bloße Zahlensammlung. Er verdeutlicht die globale Bedeutung der Fischerei für die Ernährungssicherheit, ebenso wie die Notwendigkeit die Fischbestände nachhaltig zu managen. Mehr als drei Milliarden Menschen decken ihren Bedarf an tierischem Eiweiß zu mindestens 20 Prozent aus der Fischerei und Aquakultur. Eine ungebremste Ausweitung der Überfischung kann deshalb mittelfristig katastrophale Folgen haben. Die Ernährungssicherheit insbesondere in Regionen des globalen Südens, in denen die Menschen auf den Fisch angewiesen sind und keine Alternativen haben, ist erheblich bedroht.

Die großen Umbrüche, die wir derzeit auf dem Meer erleben, treffen die Fischereiwirtschaft gleich in doppelter Hinsicht. Zum einen verändert sie sich von innen heraus und wird mehr und mehr von der Aqua­kultur dominiert, mit all den negativen ­Aspekten der Massentierhaltung. Auf der anderen Seite ist der Zusammenbruch der natür­lichen Bestände nicht nur dem ­Miss­management in der Fischerei geschuldet. Meeresverschmutzung, Offshore-Projekte, Schifffahrt, Tourismus und nicht zuletzt der ­Klimawandel bedrohen die Fischbestände in vielerlei Hinsicht. Die Industrialisierung der Meere mit ihren negativen Begleiterscheinungen geschieht auf Kosten der Fischerei.

Zur Person

Unser Gastautor

ist Vorstand des Vereins für Internationalismus und Kommunikation und Projektkoordinator von Fair Oceans.


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