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Flixtrain macht weiter Bogen um Bremen

09.10.2019 3 Kommentare

FlixTrain
Ein Flixtrain hält auf der Verbindung Berlin - Köln im Hauptbahnhof Hannover. Das Angebot soll nun noch erweitert werden. (Julian Stratenschulte / dpa)

Flixtrain baut als größter Konkurrent der Deutschen Bahn ab Dezember sein Angebot aus. So wird das Unternehmen auf der Strecke zwischen Hamburg und Köln schneller unterwegs sein – und dabei weiterhin einen Bogen um Bremen machen. Flixtrain hatte entsprechend seiner langfristigen Strategie immer wieder erklärt, dass das Unternehmen gerne einen Stopp in Bremen einrichten möchte. Allerdings sei Flixtrain auf das Netz der Deutschen Bahn angewiesen und könne nur die zugewiesenen Trassen nutzen, wie ein Flixtrain-Sprecher dem WESER-KURIER sagte: „Bis März eines jeden Jahres reichen Unternehmen ihre Trassenanmeldungen für den Jahresfahrplan ein, der mit dem Fahrplanwechsel im Dezember desselben Jahres in Kraft tritt.“

Flixtrain genauso schnell wie die Bahn

Bremen sei dabei für die Anmeldungen im kommenden März nicht vorgesehen. „Derzeit befinden wir uns in der Planung für den Fahrplan 2021“, ergänzte der Unternehmenssprecher. „Natürlich möchten wir mit Flixtrain in Deutschland weiter wachsen, konkrete Aussagen zu Bremen können wir aber noch nicht treffen.“ Im Rückschluss bedeutet das, dass vor 2021 das Unternehmen mit seinen grünen Zügen nicht die Hansestadt anfahren wird. Wenn die Züge bis zu dreimal täglich von der Elbe an den Rhein fahren, rollen sie an Bremen vorbei und stoßen bei Dreye wieder auf die Bahnstrecke in Richtung Osnabrück. Dadurch, dass der Zug die Schleife zum Bremer Hauptbahnhof auslässt, spart er allerdings momentan nicht viel Zeit ein. Die Deutsche Bahn braucht für die Strecke von Hamburg nach Köln mit Halt in Bremen vier Stunden und vier Minuten, der Flixtrain braucht für dieselbe Strecke ohne Halt in Bremen etwa die gleiche Zeit.

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Entsprechend sieht der Ehrenvorsitzende vom Fahrgastverband Pro Bahn, Karl-Peter Naumann, die Geschwindigkeit als Grund für den fehlenden Bremen-Halt: „Der Flixtrain-Zug fährt mit 160 Stundenkilometern, während die Intercitys der Deutschen Bahn mit Tempo 200 unterwegs sind. In Hamburg fährt der Flixtrain wenige Minuten nach dem IC los und überholt ihn dann dadurch, dass er in Bremen nicht hält.“ Eine Abfahrt des Flixtrains zu einer anderen Zeit ist laut Naumann schwierig, weil die Gleise dann von Nahverkehrszügen genutzt werden.

Der Bahnkonkurrent hält aber an seinen Zielen fest, wie sie Flixtrain-Geschäftsführer Fabian Stenger formuliert: „Wir wollen in den nächsten Jahren die Zahl der Züge auf den bestehenden Verbindungen erhöhen und alle Großstädte mit Flixtrain verbinden.“ So sollen ab Dezember sieben neue Ziele ans bestehende Fernzugnetz angebunden werden, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Auf der Strecke Berlin-Stuttgart kommen die Stopps Halle an der Saale, Erfurt, Eisenach und Gotha hinzu. Die bisherige Verbindung zwischen Berlin und Köln wird ebenfalls erweitert – im Osten um die Halte Lutherstadt Wittenberg und Leipzig, im Westen fährt der Zug fortan bis nach Aachen.

Flixtrain will schneller werden

Auf der Strecke zwischen Hamburg und Köln will das Unternehmen schneller unterwegs sein. „Auf der neuen Expressverbindung dauert die Fahrt zwischen beiden Städten nur noch gut dreieinhalb Stunden“, teilte Flixtrain mit. Damit das geht, fallen die Haltestellen Osnabrück, Münster und Gelsenkirchen weg. Ab Frühjahr gibt es von Hamburg eine weitere Verbindung – und zwar nach Stuttgart entlang der Strecke Hannover und Frankfurt.

Ob bei der Deutschen Bahn auf der Strecke Hamburg-Köln ab Dezember wieder mehr ICE-Züge fahren werden, wird das Unternehmen an diesem Donnerstag bekanntgeben. Durch die auf sieben Prozent reduzierte Mehrwertsteuer für Bahntickets, wie sie die Bundesregierung in ihrem Klimapaket beschlossen hat, soll das Super-Sparpreis-Ticket in Zukunft 17,40 Euro statt bisher 19,90 Euro kosten. Konkurrent Flixtrain lockt mit Ticketpreisen ab 9,99 Euro. Der Marktanteil der Deutschen Bahn im Fernverkehr liegt laut Monopolkommission momentan bei 99 Prozent.

Am Mittwoch wurde ebenfalls bekannt, dass es für den Ausbau der Strecke von Bremen nach Groningen EU-Fördermittel in Höhe von 12,7 Millionen Euro gibt. Insgesamt wollen Deutschland und die Niederlande 128 Millionen Euro investieren, damit die Fahrzeit von 2.43 Stunden auf 2.11 Stunden sinkt. Dazu soll bis 2024 die von einem Schiff gerammte Friesenbrücke über die Ems erneuert werden.


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Leserkommentare
AnnFF am 23.10.2019 10:29
Diese Parkplatz-Diskussion wird nicht nur zu Freimarktzeiten geführt. Es ist nur während dieser Tage besonders dramatisch. Dramatisch, weil selbst ...
alterwaller am 23.10.2019 10:09
Wie ? Jetzt soll man zum parken sogar in die Innenstadt in die Parkhäuser ? Wie gut ist es doch das sich die autofreie Innenstadt noch nicht ...
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