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Windkraftbranche
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Siemens Gamesa in Schwierigkeiten

André Stahl und Maren Beneke 17.10.2017 0 Kommentare

Richtfest Siemens Cuxhaven
In Cuxhaven baut das Windenergieunternehmen Siemens Gamesa Renewable Energy mittlerweile seine Sieben-Megawatt-Turbinen. Vor weniger als einem Jahr feierten Polier Julian Egger (v.l.), Ex-Wirtschaftsstaatssekretärin Daniela Behrens, Oberbürgermeister Ulrich Getsch, der ehemalige Wirtschaftsförderer Hans-Joachim Stietzel, sowie Markus Tacke und Rainer Stark von Siemens am Standort noch Richtfest. (Christina Kuhaupt)

Für die Anleger war die Nachricht vom Gewinneinbruch bei Siemens Gamesa Renewable Energy offenbar ein Schock: Um mehr als acht Prozent gab die Aktie am Montag zwischenzeitlich nach, zum Handelsschluss kostete das Papier 11,75 Euro und damit 6,45 Prozent weniger als zum Ende des vorangegangenen Handelstages.

Das Windenergieunternehmen hatte verkündet, dass sein bereinigter Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) im Gesamtjahr bei 790 Millionen Euro liegen wird. Damit hat Siemens Gamesa seine bis dato gültige Prognose von gut 900 Millionen Euro kassiert. Als Begründung nannte die deutsch-spanische Windkrafttochter von Siemens Abschreibungen auf Lagerbestände in den USA und in Südafrika. Diese waren nach Unternehmensangaben wegen der derzeitigen Marktbedingungen und des dortigen Preisdrucks nötig geworden.

Für die Siemens-Gamesa-Anleger waren schon die Zahlen aus dem Quartalsbericht für die Zeit von April bis Juni schwer zu verdauen: Das bereinigte Ebit ging damals auf 211 Millionen Euro zurück, was im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einem Minus von 21 Prozent entspricht. Der Grund lag im schwächelnden Absatz in Indien.

Tatsächlich hat sich in vielen internationalen Märkten der Wettbewerb zwischen den Windenergieunternehmen verschärft, weil Förderungen für Ökostrom verringert wurden. In Indien zum Beispiel gibt es seit einigen Monaten ein Bieterverfahren. In Auktionen bekommt dort das Unternehmen den Zuschlag, das den geringsten Preis anbietet. Zuvor gab es für Firmen in Indien festgeschriebene Einspeisevergütungen. Ähnliche Entwicklungen sind in anderen Ländern zu finden. Auch in Deutschland hatte es zu Beginn des Jahres eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) gegeben, in deren Zuge die Ausbauziele verringert wurden und zu einem Ausschreibungsmodell gewechselt wurde.

Wegen der EEG-Reform drohen nun auch Projektverzögerungen. Weil es nicht nur in Deutschland, sondern in den anderen Ländern ebenso nicht rundläuft, sind es schwere Zeiten für Windkraftunternehmen. Experten befürchten, dass Fabriken künftig noch weniger ausgelastet sein werden. Das könnte dann auch Siemens Gamesa betreffen. Das Unternehmen nimmt derzeit seine neue Turbinenfabrik in Cuxhaven in Betrieb.

Unterdessen wurde am Montag bekannt, dass die sogenannte Ökostrom-Umlage für Strom aus Windkraft und Sonne im nächsten Jahr minimal um 0,088 auf 6,792 Cent pro Kilowattstunde sinkt. Das teilten die vier Netzbetreiber 50Hertz, Amprion, Tennet und TransnetBW nun mit. Zugleich schlagen die Netzentgelte zum Ausbau der Stromtrassen sowie Begünstigungen für bestimmte Unternehmen zu Buche, sodass Verbraucher keine spürbare Entlastung beim Strompreis erwarten können. Umweltschützer kritisieren, ohne die massiven Industrieprivilegien hätte die Umlage deutlich niedriger ausfallen können. Die Hauptgeschäftsführerin des Verbandes kommunaler Unternehmen, Katherina Reiche, forderte, die „spezifischen Privilegien und Vergünstigungen“ zu reduzieren.


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Leserkommentare
werderfan am 23.10.2019 21:15
Ich versuche das mal kurz für die Demokratiefreunde zu erläutern:
1. Der Umweltausschuss des Beirats Blumenthal tagt am nächsten Montag ...
IhrenNamen am 23.10.2019 21:02
Ich bin mal sehr gespannt wie sich das auf die Spendensumme auswirkt.
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