Wetter: Regen, 11 bis 14 °C
Fahrrad-Verleih in Bremen
Der Artikel wurde zur Merkliste hinzugefügt.
Die Merkliste finden Sie oben links auf der Seite.

Start-up bietet Fahrrad-Abo an

Sebastian Krüger 07.06.2018 1 Kommentar

Philipp Wolff, Leiter der Bremer Swapfiets-Filiale, zeigt ein Fahrrad des niederländischen Unternehmens. Man erkennt sie leicht am blauen Vorderreifen.
Philipp Wolff, Leiter der Bremer Swapfiets-Filiale, zeigt ein Fahrrad des niederländischen Unternehmens. Man erkennt sie leicht am blauen Vorderreifen. (Christina Kuhaupt)

Das kleinste Bundesland kann einen Rekord vorweisen, für den es sich nicht zu schämen braucht: Unter den deutschen Großstädten mit mindestens 500.000 Einwohnern ist Bremen die Fahrradhauptstadt Nummer eins – knapp 25 Prozent aller Wege werden hier mit dem Fahrrad zurückgelegt. 40.000 Radfahrten in der Innenstadt täglich zählt Ralf Stapp, Geschäftsführer der Bremer Aufbaubank. Im europäischen Vergleich können nur Kopenhagen und Amsterdam einen höheren Anteil an Radverkehr vorweisen.

Beste Voraussetzungen also, um ein Stück niederländischer Drahtesel-Liebe nach Bremen zu holen: Das Start-up Swapfiets hat am Donnerstag eine Filiale am Wall eröffnet. Nach Münster ist es der zweite Deutschland-Standort des jungen Unternehmens. Auch der WESER-KURIER plant ein neues Angebot für Radler: Mitte Juni startet das WK-Bike, ein Fahrradverleihsystem mit 40 festen Stationen und einer Flexzone vor allem in der Innenstadt, in der Räder ausgeliehen und wieder abgestellt werden können.

"Fahrradfahren ist in Norddeutschland fast genauso beliebt wie bei uns in den Niederlanden", sagt Swapfiets-Mitgründer Steven Uitentuis. Gerade in Bremen, wo lange Staus derzeit leider zum Alltag gehörten, könne Swapfiets einen Beitrag zu einer umweltfreundlicheren und mobileren Stadt leisten. "Deshalb freuen wir uns schon jetzt darauf, immer mehr unserer Fahrräder über den Osterdeich rollen zu sehen."

Swapfiets setzt sich zusammen aus swap, Englisch für tauschen, und fiets, dem niederländischen Ausdruck für Fahrrad. "Wir sind eigentlich ein Service-Geschäft", sagt Lucas Vroemen, der für den deutschen Markt zuständig ist. Wer ein Leihrad möchte, registriert sich und lässt sich sein Fahrrad nach Hause oder zum Arbeitsplatz liefern. Bei Schäden am Rad kann der Kunde den Service kontaktieren und erhält innerhalb von zwölf Stunden ein Ersatzrad, falls es vor Ort nicht repariert werden kann. Dadurch soll auch verhindert werden, dass kaputte und verlassene Fahrräder die Stellplätze in den Innenstädten blockieren.

Swapfiets geht mit 80 Rädern an den Start

In Münster könne Swapfiets nach dem Start im April bereits 400 verliehene Fahrräder vorweisen, sagt Vroemen. In Bremen starte das Unternehmen mit 80 Rädern und 18 Mitarbeitern. Ihre Werkstatt befinde sich in Hastedt. Er sei mit der Entwicklung in Münster zufrieden. Allerdings sind die Zahlen noch ausbaufähig: So sind in Amsterdam 9000 Fahrräder in Benutzung. In Groningen sind es 6000. Das WK-Bike geht mit 325 Rädern in Bremen an den Start. Bis Ende des Jahres sollen es 450 werden.

Swapfiets werde sein Geschäft wahrscheinlich auch auf weitere Städte in Deutschland ausdehnen, sagt Geschäftsführer Onno Huyghe. "Wir schauen, wie es läuft. Bisher läuft es gut. Sein Unternehmen wolle "in Städte, die wir mögen, weil wir dort arbeiten müssen."

Philipp Wolff leitet das Bremer Geschäft. Der 32-jährige hat Freizeitwissenschaften an der Bremer Hochschule studiert und kannte das Unternehmen bereits, bevor er sich auf die Stelle beworben hat. "Ich hatte schon davon gehört und die Fahrräder in Groningen gesehen", sagt er.

Das ist er: Der geografische Mittelpunkt Niedersachsens. Im Jahr 2003 wurde berechnet, dass er in der Feldmark im Norden der Ortschaft Hoyerhagen liegt. Auf der Strecke von Syke nach Eystrup kommt man auch an diesem Punkt vorbei.
Schienen, Schienen und noch mal Schienen sind bei dieser Tour das begleitende Element. Innerhalb von 51 Kilometern geht es von Syke nach Eystrup. Man kommt sogar am Mittelpunkt Niedersachsens vorbei, der in der Feldmark nahe Hoyerhagen liegt. Kleine Bahnhöfe, der Kaffkieker, der an Sommerwochenenenden zwischen Syke und Eystrup pendelt - während der Tour bleiben Schienen die treuen Begleiter. Bezeichnend, dass die Strecke ihren Anfang am Syker Bahnhof nimmt.
Es wird historisch: Auf dieser Tour um Wildeshausen findet man Steinzeitgräber, die teilweise 5000 Jahre alt sind. Schon nach fünf Kilometern erscheint das Pestruper Gräberfeld mit seinen mehr als 500 Grabhügeln vor der Nase. Sie sind allerdings etwas jünger, sie stammen aus der Zeit um 800 bis 200 v.Chr. Aber auch abseits der zahlreichen Gräber gibt es einiges zu sehen. Wie etwa in Dötlingen mit seinen historischen Gebäuden.
Zum Ende der Etappe wird es noch einmal idyllisch. Von Dötlingen geht es entlang der Hunte zurück nach Wildeshausen.
Fotostrecke: Die schönsten Radtouren in Bremen und umzu

Da am Eröffnungstag sein erster Arbeitstag ist, übergibt Vroemen die Verantwortung Stück für Stück an Wolff. Swapfiets sei es wichtig, lokale Mitarbeiter einzustellen, betont Vroemen. "Die kennen die Städte und wissen, wo die Fahrradstrecken sind."

Nach dem Start in den Niederlanden und Belgien verfolge Swapfiets aktuell die Expansion auf die deutschen Fahrradstädte. Nächsten Monat soll eine Zweigstelle in Oldenburg hinzukommen, Göttingen und Hamburg sollen in den Folgemonaten erschlossen werden. "Überall, wo man Fahrrad fährt, kann man Standorte gründen", sagt Vroemen. Swapfiets habe Studentenstädte im Visier, da diese traditionell einen besonders hohen Anteil an Fahrrädern im Stadtverkehr aufweisen.

60 Euro im Falle eines Diebstahls

Da jeder Kunde ein eigenes Fahrrad erhält, ist er dafür verantwortlich und sollte sorgsam damit umgehen. Um Diebstahl zu vermeiden, stattet Swapfiets die Räder mit einem Zwei-Schloss-System aus. Kann der Kunde im Falle eines Diebstahls beide Schlüssel vorweisen, hat er das Rad nach bestem Wissen gesichert und einfach Pech gehabt. Er erhält innerhalb von zwölf Stunden ein neues Rad, muss dafür allerdings 60 Euro zahlen. Geht er fahrlässig um und schließt es etwa nicht richtig ab, muss er für das gestohlene Rad aufkommen. Der Kaufpreis liegt bei 450 Euro.

Mehr zum Thema
Versicherungen für Fahrräder: Was nach einem Fahrraddiebstahl hilft
Versicherungen für Fahrräder
Was nach einem Fahrraddiebstahl hilft

In Bremen wurden 2017 fast 5000 Fahrräder geklaut. Für wen sich eine spezielle Fahrradversicherung ...

 mehr »

Drei Studenten der Technischen Universität Delft gründeten das Start-upim vergangenen Frühjahr. Angefangen hat Swapfiets mit 40 selbst gekauften Fahrrädern und einem alten Ford als Lieferwagen. Heute nutzen über 45.000 Kunden die Fahrräder mit den charakteristischen blauen Vorderreifen. In Deutschland setzt Swapfiets ein Fahrrad des niederländischen Herstellers Union ein. Das sogenannte Deluxe 7 hat sieben Gänge und ist in drei Größen erhältlich. In den Werkstätten beschäftigt der Fahrrad-Service auch Menschen mit Behinderungen.

Das niederländische Institut für Marketing zeichnete Swapfiets im April 2018 als niederländisches Start-up des Jahres aus. Bei der Pitch-Night der Gründer-Initiative Bremen Start-ups im April habe sich der Fahrrad-Abo-Service durchgesetzt, erzählt Stapp. "Die wollen nicht nur ein Geschäft eröffnen, sondern auch ihre Geschichte an die Leute bringen."

Mehr zum Thema
Europäischer Tag des Fahrrads: Karte: Hier werden in Bremen die meisten Fahrräder gestohlen
Europäischer Tag des Fahrrads
Karte: Hier werden in Bremen die meisten Fahrräder gestohlen

Fast 5000 Fahrraddiebstähle wurden im vergangenen Jahr in Bremen angezeigt. Aber in welchen ...

 mehr »

job4u - Das Ausbildungsportal
job4u - Das Ausbildungsportal

job4u ist die regionale Plattform, wenn es um Lehren und Lernen geht. Neben dem WESER-KURIER, der Handelskammer und der Handwerkskammer Bremen machen sich hiesige Firmen für junge Leute stark. 

Ihr Wetter in Bremen
Temperatur: 14 °C / 11 °C
Vormittag:
/__wetterkontor/images/wr/50/Regen.png
Nachmittag:
/__wetterkontor/images/wr/50/Regenschauer.png
  Regenwahrscheinlichkeit: 90 %
WESER-KURIER Kundenservice
Leserkommentare
linde79 am 20.10.2019 17:58
Wie wäre es denn, wenn man auch mal die Qualität der Lehrer und Lehrerinnen hinterfragte? Wie wäre es in Anbetracht der Bildungsmisere, die ...
Michalek am 20.10.2019 17:37
Schüler brauchen keine Erhebungen und sie sollten nicht als Versuchskaninchen herhalten müssen.

Grundschüler brauchen Unterricht, der ...
Anzeige