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Gastbeitrag über Künstliche Intelligenz
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Wer B sagt, muss auch A sagen

Peter Bollhagen 12.08.2018 1 Kommentar

(FREI)

Schon im Jahr 1927 erschien der erste Science-Fiction-Film. Fritz Lang beschäftigte sich in seiner Zukunftsvision „Metropolis“ mit dem Thema Künstliche Intelligenz (KI). Heute ist Science-Fiction Normalität geworden, KI ist keine Zukunftsvision mehr. Auch die Bundesregierung beschäftigt sich mit dem Thema. Erst kürzlich hat sie darüber im Kabinett diskutiert und beschlossen, Deutschland solle Weltmarktführer für KI werden.

Es ist immer gut, ambitionierte Ziele zu haben. Aber Bundes- und Landesregierungen müssen auch die entsprechenden Voraussetzungen schaffen.

Punkt 1: Ohne ein besseres Gründerklima wird es keinen neuen Gründerboom von KI-Start-ups geben. Es gibt viele motivierte junge Gründer. Sie müssen aber wahnsinnig viele bürokratische Hürden überwinden. Hinzu kommt, dass das Unternehmertum insgesamt viel zu häufig schlecht geredet wird – auch von vielen Politikern.

Punkt 2: Der nur schleppend vorangehende Breitbandausbau verhindert jegliche KI-Ambitionen. Auch in Bremen gibt es noch zu viele Bereiche wie die Airportstadt, die keine schnelle Verbindung haben. Generell ist die Digitalisierung zu langsam. Bürokratische Dinge auf dem elektronischen Weg erledigen? In vielen Ländern kein Problem, bei uns noch immer nur eine Idee.

Punkt 3: Die hohe Steuerlast in Deutschland verhindert KI-Investitionen. Damit auch kleinere Unternehmen investieren können, muss die Steuerlast für sie zurückgefahren werden. Sonst fehlen ihnen die liquiden Mittel, um diese Investitionen zu stemmen. Eine finanzierungsneutrale Steuerreform, die die Gleichstellung von Fremd- und Eigenkapital zum Ziel hat, wäre ein möglicher Weg. Zudem muss auch die Steuer- und Abgabenlast für Arbeitnehmer verringert werden, damit nicht nur die Brutto-, sondern auch die Nettogehälter für KI-Experten attraktiv sind.

Punkt 4: Das starre arbeitsrechtliche Korsett der Industriearbeit erstickt moderne Wissensarbeiter. Das alte Modell der Präsenzarbeit mit festen Arbeitsstunden ist für viele nicht mehr attraktiv, Ansprüche haben sich verändert. Homeoffice gehört in vielen Unternehmen mittlerweile zur Normalität. Aber auch dazu gehört ein schnelles Internet und ein flexibilisierter Arbeitsmarkt.

Ich bin ein Fan von Visionen, das gehört zum Unternehmerdasein dazu. Die Vision, dass wir Weltmarktführer für KI werden, gefällt mir. Aber wir schaffen das nur, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Es ist wichtig zu definieren, wo man hin will. Aber es muss auch benannt werden, wie wir das schaffen wollen.

Zur Person

Unser Gastautor

ist Landesvorsitzender des Wirtschaftsverbandes „Die Familienunternehmer“ in Bremen, Inhaber eines Malerbetriebs und Schatzmeister des FDP-Landesverbandes Bremen.


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Leserkommentare
admiral_brommy am 19.10.2019 13:20
Durchaus nicht.



Bildungserfolg hängt immer von diversen Faktoren ab. Daher ist es Aufgabe der Politik, diese Faktoren so ...
suziwolf am 19.10.2019 13:17
@Siegfried ...

Sie machen aber jetzt die Idee der BI zum
regelrechten Mischmasch.

• Produktion von Aluminium ...
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