Fake-Account bei Twitter sorgt für Verwirrung Die falsche Ilse Aigner

Washington . Ist sie’s oder ist sie’s nicht? Dienstagabend ist ein Twitter-Profil von Verbraucherministerin Ilse Aigner aufgetaucht. Nicht die echte - aber Unions-Politiker und eine Zeitung sind auf den Fake reingefallen.
21.09.2011, 16:43
Lesedauer: 2 Min
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Von Miriam Keilbach

Washington . Ist sie’s oder ist sie’s nicht? Dienstagabend tauchte plötzlich ein Twitter-Profil von Verbraucherministerin Ilse Aigner auf. Während die Rhein-Zeitung sich von zwei CDU-Politikern die Echtheit bestätigen ließ, dementierte das Verbraucherschutzministerium Mittwochvormittag.

Ilse Aigner auf Twitter? Und das so plötzlich? Wäre auf jeden Fall neu. Aber schon die ersten Tweets deuteten auf einen Fake hin. „Höre Supertramp“, ließ der Nutzer „ilseaigner“ verlauten. Auch die Formulierung „Ich halte Twitter datenschutzrechtlich für unbedenklicher als Facebook, da es hier um öffentliche und weniger um private Informationen geht“, ließ nicht gerade auf die Echtheit schließen. Dann auch gleich die erste Panne: „Ja, Danke. Dir auch“ – dabei war nicht ersichtlich, an wen dieser Tweet gehen sollte. Bei Twitter schreiben sich Nutzer untereinander an, und kennzeichnen die Inhalte mit einem @-Zeichen vor dem Nutzernamen.

Führt sich so eine Verbraucherministerin im Internet auf? Für die Rhein-Zeitung war die Sache klar, nachdem die stellvertretende Generalsekretärin der CSU, Dorothee Bär, via Twitter bestätigte, dass es sich um Aigner handle. „JA! Ist echt!“, hieß es. Von einer „sicheren Quelle“ twitterte Bär. Und auch CDU-Politikerin Julia Klöckner gab an, dass es Aigner sei. „Möchte mich bei meiner TL entschuldigen. Es gab mit Ilse Aigner ein ,transatlantisches‘ Mißverständnis. Hoffe sie twittert bald ,in echt‘!“, schrieb Bär nur kurze Zeit später, als das Verbraucherministerium schon dementierte, dass Aigner tatsächlich schrieb. Auch Klöckner entschuldigte sich bei der Rhein-Zeitung. Sie habe die sichere Quelle ins Gebet genommen.

Immer wieder kommt es vor, dass Nutzer und Medien auf falsche Accounts bei Twitter und Facebook reinfallen. Allerdings ist es länger nicht passiert, dass eine Zeitung auf ihrer Website einen langen Bericht dazu online stellt, und sich nur wenig später herausstellt, dass der Promi nicht echt ist. Peinlich nicht nur für die Zeitung, sondern auch für Klöckner und vor allem Bär, die Vorsitzende des CDU-Netzrates ist. Die nimmt sich nun selbst auf die Schippe und leitet einen Tweet weiter. „Vermutlich wollte die echte @ilseaigner der @dorobaer mal zeigen, wie böse dieses Internet ist.“

Aigners Einstieg bei Twitter wäre zusammengefallen mit einem Treffen mit Vertretern von Facebook, Google und Microsoft in Washington. Im Anschluss an ein Treffen mit Facebook-Managerin Marne Levine, sagte Aigner, Ziel sei es gewesen, „die Erwartung der Verbraucher und des Staates an den Schutz privater Daten im Internet zu diskutieren“. Sozialen Netzwerken falle dabei wegen ihrer hohen Popularität bei jungen Leuten eine besonders wichtige Rolle zu. (mit Material der dpa)

 

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