Kommentar

Die K-Frage

Kathrin Aldenhoff über die neue Dachmarke Die Idee ist auf den ersten Blick bestechend: Die kommunalen Unternehmen Deutschlands bekommen eine Dachmarke und werden so bundesweit sichtbar. Das blau-rote K soll so bekannt werden wie das rote S der Sparkasse.
26.02.2015, 00:00
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Die K-Frage
Von Kathrin Aldenhoff
Die K-Frage

Kathrin Aldenhoff - Kommentar

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Kathrin Aldenhoff

über die neue Dachmarke

Die Idee ist auf den ersten Blick bestechend: Die kommunalen Unternehmen Deutschlands bekommen eine Dachmarke und werden so bundesweit sichtbar. Das blau-rote K soll so bekannt werden wie das rote S der Sparkasse. Doch offenbar glauben nicht alle an einen Erfolg: Bisher machen nicht einmal zehn Prozent der kommunalen Unternehmen mit. Sie sind nicht überzeugt, haben Angst um ihre eigenen Marken.

Dass nicht alle von der Dachmarke begeistert sind, ist eigentlich kein Wunder. Denn die Struktur der kommunalen Unternehmen ist ganz anders als die der Sparkassen. Die haben alle die gleichen Produkte; bei den kommunalen Unternehmen aber gibt es Stadtwerke, Wasserverbände und Abfallwirtschaftsgesellschaften. Sie liefern Strom oder Trinkwasser, holen den Müll ab oder versorgen Haushalte mit Erdgas. Es gibt sehr große Stadtwerke wie die in München und sehr kleine wie die Hagnauer Gemeindewerke. Sie setzen unterschiedliche Schwerpunkte, bieten ihren Kunden verschiedene Leistungen und haben andere Argumente, warum es sich lohnt, Kunde zu sein. Auch wenn allen das Kommunale gemein ist – eine überzeugende Dachmarke für all diese Unternehmen zu schaffen, ist eine große Herausforderung.

Und ob die Kundenbindung über die Dachmarke funktioniert, ist sehr zu bezweifeln. Denn für viele Kunden ist vor allem der Preis entscheidend, wenn sie sich einen neuen Energieversorger suchen. Oder sie entscheiden sich ganz bewusst für einen Ökostromanbieter und zahlen dafür auch gerne etwas mehr. Bei Lebensmitteln ist die Tatsache, dass sie aus der Region kommen, zunehmend ein Kaufargument. Vielleicht überträgt sich dieses Bewusstsein auf Strom- und Wasseranbieter. Dann könnte das K für den Verbraucher den unübersichtlichen Markt klarer machen. Dafür müssten aber mehr mitmachen als nur die popeligen zehn Prozent.

kathrin.aldenhoff@weser-kurier.de

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