Besuch in Londoner Manufaktur von Savoir Beds Die luxuriösesten Betten und Matratzen der Welt

Die Traditionsmarke Savoir Beds fertigt die luxuriösesten Betten und Matratzen der Welt. Zahlreiche Berühmtheiten schwören auf die edlen Schlafstätten. Ein Besuch in der Manufaktur in London.
02.12.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Die luxuriösesten Betten und Matratzen der Welt
Von Katrin Pribyl

Die Traditionsmarke Savoir Beds fertigt die luxuriösesten Betten und Matratzen der Welt. Zahlreiche Berühmtheiten schwören auf die edlen Schlafstätten. Ein Besuch in der Manufaktur in London.

Er klimpert mit den Fingern, als würde er Piano spielen. "Man muss es spüren", sagt TJ Brown in aller Dramatik, während er geübt und flink das gekräuselte Rosshaar von rund zehn Pferdeschwänzen so auf der Matratze verteilt, dass es eine ebene Fläche ergibt. Der 70-Jährige könnte mit seinem Hut, der Lederweste und dem Gürtel auch gut und gerne als Cowboy durchgehen. Doch der "Matratzen-König" fertigt edle Schlafstätten für die britische Firma Savoir Beds. Das kleine Unternehmen stellt die mitunter luxuriösesten Betten und Matratzen der Welt her. Sie kosten umgerechnet zwischen 7000 und gut 60.000 Euro, ein Kunde bezahlte aufgrund ausgefallener Extrawünsche gar einmal rund 350.000 Euro.

Dann aber ist man in prominenter Schlafgesellschaft. So schwört die Schauspielerin Emma Thompson genauso auf die Betten wie Madonna, Elton John oder Liza Minnelli. Die maßgefertigten Betten der Traditionsmarke wurden ursprünglich für das prestigeträchtige Savoy Hotel kreiert. In der ältesten Luxusherberge der britischen Hauptstadt – die erste in Europa mit privaten Bädern mit fließend Wasser, elektrischen Aufzügen und elektrischem Licht – trafen sich Adlige und reiche Amerikaner, Präsidenten und Könige, Filmstars, Musiker und Millionäre. Dem Gründersohn des Savoy Hotels, Rupert D‘Oyly Carte, war das nicht genug. Er wollte eigens für das Hotel „das beste Bett der Welt“ entwickeln, sagt Alistair Hughes, der das Unternehmen 1997 mit einem Geschäftspartner übernommen hat.

Bestmögliche Qualität durch Pferdeschwanzhaare

Und so haben seit 1905 zahlreiche Berühmtheiten auf dem sogenannten "No 2 Bed", das bekannteste der vier Modelle, genächtigt: von Sir Winston Churchill, Marlene Dietrich und Marilyn Monroe über Claude Monet, Charlie Chaplin bis hin zu Ingrid Bergman und John Wayne. Der Entertainer Frank Sinatra soll jedes Mal, wenn er in London auftrat, darauf bestanden haben, in einem Savoy-Bett zu schlafen.

Das Hotel ist die beste Werbung. Doch zu den Kunden gehören bis heute nicht nur Reiche, die nach einem Hotelaufenthalt in der Londoner Produktionsstätte ihre Bestellung abgeben, sagt Alistair Hughes, Chef von Savoir Beds. "Viele sind einfach nur müde und wollen die bestmögliche Qualität", so Hughes, der das Unternehmen 1997 mit einem Geschäftspartner übernommen hat. Diese soll unter anderem durch den Einsatz des Pferdeschwanzhaars gewährleistet werden. "Es ist am atmungsaktivsten und durch die Länge ist es besonders federnd", erklärt er.

Die tierische Faser kommt als Beiprodukt aus Argentinien, wird in der Schweiz gereinigt und aufbereitet, danach gekräuselt und lagert dann im Untergeschoss der kleinen Produktionsstätte im Londoner Nordwesten. Es riecht wenig überraschend nach Pferden in dem Raum, in der großen Halle, wo knapp ein Dutzend Arbeiter in mühevoller Handarbeit Matratzen fertigen, dominiert dagegen der Geruch der Holzgestelle und Textilien. Knapp eintausend Betten werden hier pro Jahr nach Maß gefertigt, der Prozess dauert zwischen 40 und 180 Stunden.

Zwei Ausstellungsräume in Deutschland

Die meisten Bestellungen kommen aus den USA, wo Boxspring-Betten im Gegensatz zu Deutschland oder Frankreich Standard sind. Mittlerweile freunden sich aber auch die Deutschen zunehmend mit der Boxspring-Konstruktion an. Deshalb hat Savoir Beds in Berlin und Düsseldorf mittlerweile zwei Ausstellungsräume in der Bundesrepublik.

Derweil stemmt TJ Brown seine spitzen Stiefel gegen den Tisch und zieht an dem Stoff, der die verschiedenen Lagen ummantelt und verbirgt. Der Bettenbauer steckt die Enden zusammen und vernäht sie dann. Ein magisches Theaterstück, das der Cowboy, der ursprünglich aus Jamaica stammt, aufführt. Kein Stich ist sichtbar, TJ Brown ist zufrieden. Und dann macht er etwas, das zur Kunst dazugehört, selbst wenn es sich bei dem Produkt um eine Matratze handelt. Er signiert sein Werk.

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