Plastikfrei leben - Teil 5 Ein glückliches, plastikfreies Ende

Am letzten Tag seiner plastikfreien Woche stellt unser Autor Duschgel und Spülmittel selbst her - und ist mit dem Ergebnis nach einem Test sehr zufrieden.
10.08.2018, 18:06
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste

Es ist Zeit für einen Abschied. Den Abschied vom Plastik ohnehin, aber auch von unserem Selbstversuch. Bevor ich aber mit der Serie aufhöre, will ich es nochmal wissen. Immer wieder hatte ich die Kosten von Deo- und Duschstein (zusammen 25 Euro) vom Montag im Kopf und mich gefragt, ob das nicht auch günstiger geht.

Am Mittwoch habe ich in der Drogerie, wenn auch nicht plastikfrei, und einem Unverpackt-Laden Naturseife, Natron und ätherisches Öl besorgt. Am Freitag will ich daraus Geschirrspülmittel und Duschgel herstellen. Im Internet findet man zahlreiche Rezepte in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, ich entscheide mich beim Spülmittel für die einfachste Variante: Geriebene Seife und heißes Wasser miteinander vermischen, Natron hinzufügen, abkühlen lassen, abfüllen und fertig. Ähnlich einfach ist das Rezept für Duschgel: Geriebene Seife und heißes Wasser vermischen und abkühlen lassen, ein wenig Pflanzenöl hinzufügen und zum Abschluss zum Verdicken noch etwas Speisestärke hinzugeben. Zum Verfeinern kann man bei beiden Rezepten noch wenige Tropfen ätherisches Öl hinzugeben. Das Spülmittel lasse ich unverändert, beim Duschgel verwende ich ein paar Tropfen Orangenduft. Kostenpunkt für beide Rezepte: Jeweils rund 1,50 Euro. Preislich geht es also auch auf dem Niveau von herkömmlichen Mitteln in Plastik. Und beide Rezepte kann man in rund zehn Minuten umsetzen.

Jetzt wird es Zeit für einen Test, passenderweise gibt es im Erdgeschoss des Pressehauses eine Dusche. Davor zeige ich aber den Kollegen meine beiden Errungenschaften. Doch statt dem erhofften Jubel gibt es zunächst Skepsis. "Das hat ja voll die eklige Farbe und riecht seltsam", bekomme ich über das Fläschchen mit olivgrünem Duschgel zu hören. Im Kopf verteufel ich die Kollegen und gehe angesäuert ins Bad. Das Duschgel riecht für meine Nase angenehm fruchtig, ist aber zu flüssig und fließt teilweise aus der Hand. Ich habe wohl zu wenig Speisestärke hinzugefügt. Dennoch kann man sich einreiben und ich spüre auf der Haut keinen sonderlichen Unterschied zu normalen Duschgels.

Bevor es zum Spülen geht, wird es Zeit für eine Mittagspause. Mit meiner Dose gehe ich zum Edeka-Markt im Kaufhof. Die Dose habe ich dort gekauft und kann sie für die Salatbar verwenden, auf der mir allerdings auch sofort die Einweg-Salatschälchen ins Auge fallen. Dabei hat die Dose einen Vorteil, denn man bekommt Rabatt auf jeden Salat. Statt 99 Cent zahle ich nur 89 Cent pro 100 Gramm.

Lesen Sie auch

Nach der Pause ist es aber Zeit für den zweiten Test. Auch das Spülmittel ist deutlich flüssiger als herkömmliche Produkte. Statt einem Tropfen nehme ich sicherheitshalber drei, vier Sprühstöße, und bin überrascht. Die Dose von der Salatbar wird schnell sauber, ebenso eine Metallschüssel, Besteck und auch einen Teller mit eingetrockneten Flecken kann man problemlos reinigen. Ich lasse die Flasche in der Küche der Redaktion stehen. Vielleicht animiere ich ja die Kollegen, zukünftig auch selbst Spülmittel herzustellen - wenn sie denn die Abneigung gegen die Farbe ablegen.

Lesen Sie auch

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+