Pleiten, Pannen und Erfolge

Ein Jahr Donald Trump: Chronik der Präsidentschaft

Kaum ein Präsident der USA war so umstritten wie Donald Trump. Am 20. Januar 2017 wurde er in sein Amt eingeführt. Ein Rückblick auf ein Jahr mit Erfolgen aber auch vielen Fehltritten.
19.01.2018, 13:50
Lesedauer: 5 Min
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Ein Jahr Donald Trump: Chronik der Präsidentschaft

Rund zwei Monate nach dem überraschenden Wahlsieg gegen Hillary Clinton ist es so weit: Donald Trump tritt am 20. Januar 2017 die Nachfolge als US-Präsident an. Er übernimmt das Amt von Barack Obama.

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Kaum ein Präsident der USA war so umstritten wie Donald Trump. Am 20. Januar 2017 wurde er in sein Amt eingeführt und spaltet seitdem nicht nur die USA sondern auch die Welt.

Rassismusvorwürfe, umstrittene Gesetze und die Ermittlungen in der Russlandaffäre begleiten den 71 Jahre alten Präsidenten nahezu täglich. Dabei hat er mit vielen Dekreten das Gesicht der USA bereits entscheidend konservativ verändert.

Amtseinführung im Vergleich - Trump - Obama

Kaum im Amt, wird es gleich kurios. Sein Pressechef Sean Spicer verkündet auf der ersten Pressekonferenz, dass die Zuschauerzahl die größte aller Zeiten bei einer Amtseinführung gewesen sei. Was nicht stimmt: Während die Nationalpromenade bei der Amtseinführung von Barack Obama komplett gefüllt war, sahen bei Trump deutlich weniger Menschen zu. Und der Tag hält noch mehr Seltsamkeiten bereit.

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Kellyanne Conway

Am selben Tag folgt der mittlerweile legendäre Auftritt von Trump-Beraterin Kellyanne Conway. Sie rechtfertigt die Falschaussagen Spicers auf der Pressekonferenz mit dem Begriff "alternative Fakten". Nach nur einem Tag im Amt macht sich die Trump-Regierung zum Gespött der Welt.

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Donald Trump erneuert Einreisestopp

Der US-Präsident macht sich aber auch gleich ans Werk, die Politik der USA zu verändern. Täglich lässt er sich bei der Unterzeichnung seiner Dekrete und Gesetze ablichten. Mit seinem Einreiseverbot nach sieben Tagen im Amt schießt er über das Ziel hinaus. Mehrere Staaten klagen gegen den "Muslim Ban", erst nach mehreren Änderungen und neuen Gesetzgebungen genehmigt der Supreme Court Anfang Dezember das Einreiseverbot - zahlreiche Klagen laufen aber noch.

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Justin Trudeau und Donald Trump

Trump polarisiert, nicht nur in den USA, sondern überall auf der Welt. Mit der Durchsetzung seines Credos "America First" stößt er andere Staaten vor den Kopf. Beim nordamerikanischen Freihandelsabkommen sieht er die USA nur im Nachteil gegenüber Mexiko und Kanada (auf dem Foto: Kanadas Premierminister Justin Trudeau) und möchte es umgehend aufkündigen. Erst im Januar 2018 macht er einen Rückzug von den Plänen und fordert nur noch eine Neuverhandlung des "schlechtesten Deals aller Zeiten".

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Protest gegen Änderungen in der US_Gesundheitsversorgung

Auch bei einem anderen Thema tritt der US-Präsident auf der Stelle. Mit Amtsantritt versprach er die Abschaffung des Gesundheitssystems "Obamacare", scheitert aber im Senat. Ein neues System ist wegen parteiinterner Streitigkeiten nicht in Sicht.

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Grenze zwischen USA und Mexiko

2000 Meilen (über 3000 Kilometer) lang sollte sie werden und illegale Einwanderer und Drogen fernhalten - die Rede ist von der Mauer, die Donald Trump an der Grenze zu Mexiko bauen will. Am besten auf Kosten der Mexikaner. Dass die Mexikaner sich dazu nicht bereit erklärten, sollte niemanden überraschen. Zwar wurden mittlerweile vier Firmen damit beauftragt, Prototypen einer Mauer zu bauen. Wie der 20 Milliarden teure Bau finanziert werden könnte, ist aber noch unklar. Trump hat inzwischen seine Pläne auch etwas der Realität angepasst; nicht an der ganzen Grenze solle eine Mauer gebaut werden, sondern an einigen Abschnitten reiche auch ein Zaun, hieß es zuletzt.

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Kohlekraftwerk am Kapitol

Klimaschutz und Donald Trump? Das soll bislang auch nicht so richtig passen. Im Mai kündigt der US-Präsident das Pariser Klimaabkommen auf, Trump fordert bessere Bedingungen für Wirtschaft, Arbeiter und Steuerzahler. Im Oktober treten die USA dann auch aus der UNESCO aus.

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King of the Road: Im Wohnmobil durch den Südwesten der USA

Im Dezember legt der US-Präsident im eigenen Land nach: In Utah werden die Flächen von zwei Naturschutzgebieten massiv beschnitten. Kritiker befürchten die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen dort, durch Ölförderung und Fracking beispielsweise. Ureinwohner werten die Verkleinerung der Schutzgebiete als Angriff auf ihr historisches Erbe.

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Nordseeplattform Elgin

Per Dekret genehmigte Trump, der sich selbst als großen Klimaschützer bezeichnet, Ölbohrungen in der Arktis und hob Einschränkungen für die Kohleförderung wieder auf.

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dpa-momente: Tweet von US Präsident Trump

Außenpolitisch sorgt die "America First"-Strategie für jede Menge Reibung. Eines der ersten Länder, die Trump verbal attackiert, ist Deutschland. "Die Deutschen sind schlecht, sehr schlecht", sagt er im Mai bei einem Treffen mit EU-Vertretern. Gemeint ist damit: Deutschland betreibe unfaire Wirtschaftspolitik. Trump bemängelt, das Land exportiere mehr in die USA als es aus den USA importiere, und er verspricht Änderungen.

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Donald Trump und Kim Jong Un

Trump geht auch auf Konfrontationskurs mit Nordkorea und dessen Staatschef Kim Jong Un. Beide Seiten drohen mit einem Atomschlag. Im Dezember behauptet Trump, von ihnen beiden den größeren Atomknopf zu haben und wird damit erneut zum Gespött im Internet.

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Protest gegen rechtsextreme Gewalt

Immer wieder sieht sich Trump mit Rassismus-Vorwürfen konfrontiert. Im August nimmt er die Teilnehmer eines rechten Aufmarsches in Charlottesville in Schutz. Darunter waren Neo-Nazis und Anhänger des Ku-Klux-Klan. Viele von ihnen trugen Kappen mit Trumps Motto "Make America Great Again". Es kam zu Prügeleien mit Gegendemonstranten. Ein Anhänger der rechtsextremen Szene raste mit seinem Auto in eine Gruppe Menschen; dabei starb eine 32-jährige Frau. Trump gibt anschließend den Linken eine Mitschuld an der Gewalt. Erst Tage später revidiert er seine Aussage.

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Donald Trump

Anfang 2018: Bei einem Treffen im Weißen Haus kritisiert Trump die Einwanderung aus "Dreckslochländern" und meint damit Haiti und afrikanische Länder.

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Robert Mueller

Er ist der dunkle Schatten, der Trump verfolgt: Sonderermittler Robert Mueller. Mueller soll als FBI-Sonderermittler eine mögliche russische Einflussnahme auf die letzte US-Präsidentenwahl und die Verbindungen zur Familie Trump untersuchen.

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Entlassungen unter Präsident Trump

Wer will nochmal? Im Weißen Haus herrscht eine rege Fluktuation seit Trumps Dienstantritt. Unter anderem wurden Pressechef Sean Spicer, FBI-Chef James Comey, Sicherheitsberater Michael Flynn, Kommunikationsdirektor Anthony Scaramucci, Stabschef Reince Priebus und Justizministerin Sally Yates in den ersten sechs Monaten seiner Amtszeit entlassen.

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Enthüllungsbuch "Fire and Fury"

Anfang Januar veröffentlich der Journalist Michael Wolff das Enthüllungsbuch "Fire and Fury". In diesem schildert Wolff die chaotischen Zustände im Weißen Haus und für wie unfähig die Mitarbeiter den eigenen Präsidenten halten. Im Mittelpunkt dabei: Steve Bannon. Der ehemalige Chefstratege Trumps (und inzwischen auch ehemalige Chef von "Breitbart News") hatte sich in dem Buch ausgiebig geäußert und die Russland-Affäre erneut angefeuert.

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Das Kapitol in Washington

Wirtschaftlich geht es den USA so gut wie lange nicht mehr. Den Wirtschaftsboom sehen Trumps Anhänger als größten Erfolg des US-Präsidenten, auch wenn die gute Lage der USA nicht allein sein Verdienst ist.

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Trump unterschreibt Steuerreform

Im Dezember setzt Donald Trump eines seiner Wahlversprechen um: die Steuerreform. Zukünftig zahlen Unternehmen und Privatpersonen weniger Steuern, mit Vorteilen für reiche Menschen. Ob sich durch die Steuersenkungen das Haushaltsdefizit erhöht, wird sich erst in den nächsten Jahren zeigen.

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Themenpaket - US-Präsidentenwahl  -  Arbeitslosigkeit

Auch die Arbeitslosenquote sinkt unter Trump weiter. Bei 4,1 Prozent lag sie Ende 2017. Allerdings sinkt die Quote mit der wachsenden Wirtschaftsleistung der USA kontinuierlich bereits seit mehreren Jahren.

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Amtseinführung Donald Trump

Fakt ist auch, dass sich das Gesicht der USA in einem Jahr Trump konservativer gestaltet hat. 53 Dekrete unterzeichnete Trump, die meisten seit Bill Clinton 1993 (57). So gibt es unter anderem keine Schutzräume für illegale Migranten mehr, härtere Strafen für Drogenbesitz, und er annullierte die Kuba-Annäherungen Obamas.

Donald Trump im Pentagon

Die Beliebtheit Trumps sinkt trotz niedriger Arbeitslosenzahlen und der Umsetzung seiner Steuerreform immer weiter. Bei Umfragen erreicht er nur rund 39 Prozent Zustimmung, rund 55 Prozent lehnen den Präsidenten ab. Schlechter war noch kein US-Präsident vor ihm.

Donald Trump

Golf ist die Leidenschaft Trumps und war auch einer seiner Kritikpunkte an Barack Obama. Der spielte laut Trump zu häufig Golf, in seinem ersten Amtsjahr 26 Mal. In diesem Punkt hat Trump seinen Vorgänger jedoch übertroffen: Bis Neujahr spielte er selbst mindestens 88 Mal Golf.

Trump, Twitter

Trumps liebstes Medium ist Twitter: Täglich ist der US-Präsident dort aktiv und erwähnt neben seiner Lieblingsserie "Fox and Friends" (103 Mal in einem Jahr) dort vor allem sich selbst (78 Mal). Am häufigsten schickt er seine Nachrichten übrigens zwischen 6 und 9 Uhr morgens ab - der Sendezeit von "Fox and Friends".

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