229 Jahre altes Fachwerkhaus am Achimer Bibliotheksplatz vor ungewisser Zukunft / Umfrage „Es ist einfach nur schade“

Achim. Die Achimer Stadtbibliothek soll nach dem Willen von Rat und Verwaltung ins Rathaus umziehen. Was mit dem alten Fachwerkhaus geschehen wird, das seit fast 25 Jahren die Bücherei beheimatet, ist noch unklar. Möglicherweise wird das Haus sogar abgerissen. Der ACHIMER KURIER hat Büchereibesucher zu ihrer Meinung über das Projekt gefragt, und die bedauern den geplanten Umzug der Einrichtung sowie die möglichen Konsequenzen. Mit der Vorstellung, dass das Gebäude verschwindet, kann sich niemand anfreunden.
08.05.2013, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Stephen Kraut

Achim. Die Achimer Stadtbibliothek soll nach dem Willen von Rat und Verwaltung ins Rathaus umziehen. Was mit dem alten Fachwerkhaus geschehen wird, das seit fast 25 Jahren die Bücherei beheimatet, ist noch unklar. Möglicherweise wird das Haus sogar abgerissen. Der ACHIMER KURIER hat Büchereibesucher zu ihrer Meinung über das Projekt gefragt, und die bedauern den geplanten Umzug der Einrichtung sowie die möglichen Konsequenzen. Mit der Vorstellung, dass das Gebäude verschwindet, kann sich niemand anfreunden.

"Ein bisschen traurig ist es schon, schließlich ist das hier ein sehr altes Gebäude", findet Brandon Boaker, Austauschschüler aus den USA. Seit August 2012 lebt er in Achim-Baden und nutzt die Stadtbibliothek häufig und gern. Er sieht das alte Fachwerkhaus als etwas Besonderes an, sagte jedoch auch: "Die Welt ändert sich nunmal. Das ist der Lauf der Dinge."

Frank Ehinger aus Kirchlinteln findet: "Es ist einfach nur schade. Zumindest das Gebäude sollte erhalten bleiben". Am besten wäre es jedoch, die Stadtbücherei würde an Ort und Stelle bleiben. "Es geht Atmosphäre verloren", befürchtet eine weitere Bibliotheks-Kundin mit Blick auf den avisierten Umzug ins Rathaus. "Mir geht es dabei hauptsächlich um das Haus, aber auch die Bücherei gehört einfach dort hinein." Ein anderer Besucher beschrieb die Pläne schlicht als "furchtbar". Die Bibliothek gehöre in dieses Gebäude. Die Verbindung wird es in absehbarer Zeit aber definitiv nicht mehr geben. Ob das inzwischen 229 Jahre alte Haus noch Zukunft hat, bleibt abzuwarten.

Auf jeden Fall hat das Bauwerk eine lange Geschichte – und ist ein fester Bestandteil der Achimer Innenstadt. Das 1784 errichtete Fachwerkhaus diente zunächst als Stallung und Wagenschuppen für den obersten Beamten des Gohgerichts in der Weserstadt. Im weiteren Verlauf seiner Historie wurde das Haus zur Torflagerung verwendet und diente Kühen und Pferden als Stall. In jüngeren Jahren nutzte die Stadt das Gebäude als Feuerwehrhaus, bevor dort 1989, nach einer gründlichen Renovierung, die Stadtbibliothek einzog, die zuvor im Clüverhaus beheimatet war. Aktuell bietet die Bücherei Platz für rund 33000 Medien.

In der Vergangenheit wurde seitens der Politik oft über eine notwendige Sanierung und in diesem Zusammenhang auch über den Ausbau der inzwischen für die Bibliothek zu eng gewordenen Räumlichkeiten diskutiert. Die große Frage nach der Finanzierung schwang dabei stets mit, blieb aber bisher unbeantwortet.

Jetzt ist der Umzug der Stadtbibliothek beschlossene Sache. Offen ist, ob das Gebäude nun einen neuen Mieter bekommt, leer stehen soll oder sogar abgerissen wird. Abhängen wird das wahrscheinlich von der Ausgestaltung des sogenannten "Masterplans", den die Stadtverwaltung vorgelegt hat. Der Plan sieht vor, die Verkaufsflächen in der Innenstadt zu erweitern und möglicherweise auch das Zentrum zu überdachen.

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