"Kinder? Später vielleicht." Eva Green trägt im Klondrama "Womb" (Start: 7. April) ihre große Liebe aus

Eva Green spricht über geklonte Lieben, ihre Familienplanung und mittelalterliche Biester.
01.04.2011, 00:00
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Von Kerstin Lindemann

Eva Green spricht über geklonte Lieben, ihre Familienplanung und mittelalterliche Biester.

Überlebensgroß scheint die Anziehung zwischen Tommy und Rebecca schon, als sie sich im Kindesalter kennenlernen. Auch eine zwölfjährige Abwesenheit ändert nichts daran, dass die beiden füreinander bestimmt sind. Doch dann endet ihre Traumbeziehung jäh als Tommy (Matt Smith) bei einem Autounfall stirbt. In ihrer Trauer lässt Rebecca den Geliebten klonen und trägt einen zweiten Tommy aus, um ihn alleine aufzuziehen. Ethische und moralische Abgründe lotet der ungarische Regisseur Benedek Fliegauf in seinem romantischen Kunstmärchen "Womb" (Start: 7. April) aus. Denn der erwachsene Tommy stellt Fragen, die ihm seine Mutter nicht beantwortet. "Was soll sie ihm auch sagen?", lacht Hauptdarstellerin Eva Green, Tochter der Sixties-Ikone Marlène Jobert und eines Zahnarzts rustikal. Die 30-jährige Französin, als Bond-Girl zu Weltruhm gekommen, wirkt sehr viel weniger ätherisch als ihr Leinwand Alter Ego und vertritt differenzierte Ansichten über die schwierige Thematik des Films, nicht ganz so natürliche Schwangerschaften und mittelalterliche Machtspiele.

teleschau: Regisseur Benedek Fliegauf ist ein relativ unbeschriebenes Blatt. Sie dagegen spielten schon in "Casino Royale" und stehen demnächst mit Johnny Depp und Michelle Pfeiffer für Tim Burtons "Dark Shadows" vor der Kamera. Was reizte Sie an "Womb"?

Eva Green: Seine unkonventionelle Story. Benedek Fliegauf verfasste ja auch das Drehbuch selbst. Die Geschichte ist so mutig und rein und vor allem sehr poetisch. Das hat mir gefallen. Ich habe mir dann Benedeks experimentelles Drogendrama "Dealer" angesehen und war auch davon begeistert ...

teleschau: Die Figuren in "Womb" sind eigenwillig.

Green: Rebecca ist eine Besessene. Sie kommt mit ihrer Trauer einfach nicht zurecht und muss etwas dagegen tun, koste es was es wolle. Im Verlauf des Films bekommt ihre Liebe ja beinahe inzestuösen Charakter.

teleschau: Hegen Sie Sympathien für Ihre Figur?

Green: Als Schauspielerin muss ich Rebecca ja in erster Linie begreifen, nicht mögen. Dass sie Tommy so sehr braucht, dass sie seinen Tod nicht akzeptieren kann, verstehe ich allerdings sehr gut. Der Schmerz über den Verlust einer tief und leidenschaftlich geliebten Person, sei es ein Familienmitglied oder ein Geliebter, ist nur schwer zu überwinden. Und wenn wir die Gelegenheit hätten, denjenigen zurück zu bekommen: Wer würde darüber nicht zumindest nachdenken?

teleschau: Heute denken, morgen tun?

Green: "Womb" setzt sich mit der Möglichkeit des Klonens auseinander. Das Publikum soll sich zum einen fragen, was es in dieser konkreten Situation tun würde. Es kann aber auch darüber nachdenken, wie - und ob - wir Menschen moralisch und gefühlsmäßig überhaupt verarbeiten könnten, wozu wir technisch eines Tages in der Lage sein werden.

teleschau: Aber wenn aktuell schon die Leihmutterschaft von Hollywoodstars wie Nicole Kidman als völlig natürlich propagiert wird, dann sind in einigen Jahren vielleicht auch geklonte Kinder Alltag in einer schönen neuen Welt?

Green: Klonen und Leihmutterschaft sind ja grundverschiedene Dinge. Ich bin kein Fan der Leihmutterschaft. Aber ich verurteile es auch nicht, wenn Frauen das tun, weil sie sich vielleicht nicht den Körper ruinieren wollen. Ich halte es aber für etwas Natürliches, sein Kind selbst zu gebären, auch wenn ich schreckliche Angst vor einer Geburt hätte. Babys brauchen doch die Kommunikation mit der Mutter, die Verbindung zu ihr im Bauch. Good Vibrations eben (lacht)!

teleschau: Möchten Sie selbst Kinder?

Green: Später vielleicht. Im Moment bin ich noch viel zu sehr auf die eigene Person fixiert und arbeite andauernd.

teleschau: Woran denn aktuell?

Green: Ich habe gerade den TV-Mehrteiler "Camelot" abgedreht. Darin spiele ich Morgan, sie ist die Schwester von König Arthur (gespielt von Jamie Campbell Bower, Anm. d. Red.) - und ein Miststück. Sie ist ehrgeizig, berechnend und eine echte Kriegerbraut. Morgan ist für Arthur das einzige ernstzunehmende Hindernis auf dem Weg zur Macht im mittelalterlichen England. Mal ganz was anderes. Diese kämpferische Rolle hat mir Riesenspaß bereitet.

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