Ein Toter

Feuer in Leverkusener Tanklager gelöscht

Im Leverkusener Chempark ereignet sich am Morgen eine Explosion in einer Müllverbrennungsanlage. Die Anwohner sollen Fenster und Türen geschlossen halten. Es gibt mehrere Verletzte und auch Vermisste.
27.07.2021, 14:03
Lesedauer: 3 Min
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Von dpa
Feuer in Leverkusener Tanklager gelöscht

Eine dunkle Rauchwolke steigt über dem Chempark Leverkusen auf.

Mirko Wolf / dpa

Bei einer Explosion im Chempark Leverkusen sind am Dienstagmorgen nach Angaben der Kölner Polizei mehrere Menschen verletzt worden. Wie die Betreiberfirma Currenta am Mittag mitteilte, wurden nach dem Unglück in der Müllverbrennungsanlage noch vier Mitarbeiter vermisst. Ein weiterer vermisster Mitarbeiter sei tot aufgefunden worden. Das teilte die Betreiberfirma Currenta am Dienstagnachmittag mit. Laut Stadt Leverkusen wurden vier Schwerverletzte und zwölf Verletzte geborgen. Das Feuer sei mittlerweile gelöscht, teilte die Stadt am Mittag auf ihrer Homepage mit.

Die Explosion ereignete sich nach Angaben des Unternehmens aus bisher unbekannter Ursache gegen 09.40 Uhr im Tanklager des Entsorgungszentrums Bürrig. Danach kam es zu einem Brand in dem Tanklager. Anwohner des Chemiebetriebs wurden aufgefordert, geschlossene Räume aufzusuchen sowie Fenster und Türen geschlossen zu halten. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe ordnete das Ereignis in die Warnstufe „Extreme Gefahr“ ein.

Einsatzkräfte der Werksfeuerwehr und Luftmesswagen waren im Einsatz. Erste Luftmessungen der Umweltschutzeinheiten im Kölner Norden ergaben laut Feuerwehr gegen Mittag, dass derzeit keine Gefahr für die Bevölkerung bestehe. Die Messungen würden fortgesetzt. Gleichwohl wurden Autofahrer aufgefordert, Fahrzeugfenster geschlossen zu halten und die Lüftungen auszustellen.

Nach der Explosion brannte nach Angaben der Stadt ein Tank mit Lösungsmitteln. „Die Löscharbeiten mussten warten, bis eine Stromleitung vom Netz getrennt war. Das ist nun geschehen. Am Mittag kam dann die Meldung, dass der Brand gelöscht sei.

Die gesamten Auswirkungen der Explosion im Stadtteil Wiesdorf waren laut einer Leverkusener Stadtsprecherin zunächst unklar. „Ausmaß und Ursache der Schadenslage sind aktuell noch nicht bekannt“, erklärte auch die Polizei zur „derzeit noch unübersichtlichen“ Lage. „Wir sind mit vielen Polizeikräften vor Ort und klären die Situation.“

Wegen der „größeren Schadenslage“ wurde die Autobahn 1 bei Leverkusen gesperrt, wie die Polizei via Twitter mitteilte. Von der Vollsperrung betroffen waren das Autobahnkreuz Leverkusen-West sowie die A1 zwischen dem Autobahnkreuz Leverkusen und Köln-Nord. Gesperrt waren auch die A3 zwischen dem Autobahnkreuz Leverkusen und dem Autobahndreieck Langenfeld sowie die A59 zwischen Autobahnkreuz Monheim-Süd und Autobahnkreuz Leverkusen-West, wie die zuständige Autobahn GmbH mitteilte.

Nach Angaben von Straßen.NRW wurde auch der Leverkusener Westring (L108) zwischen dem Leverkusener Westkreuz und Rheindorf gesperrt. Sofort eingestellt wurden auch die Arbeiten an der unmittelbar angrenzenden Baustelle der Leverkusener Rheinbrücke. Alle Mitarbeiter der Baufirmen hätten die Baustellen verlassen, hieß es. Im Bereich der Autobahnen seien aber keine Personen zu Schaden gekommen.

Der Chempark ist nach Unternehmensangaben einer der größten Chemieparks Europas. An den drei Standorten Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen sind über 70 Firmen angesiedelt.

+++ Dieser Artikel wurde um 14.03 Uhr aktualisiert. +++

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