Nach zwei Tagen in der Nähe von Hannover Fall Maddie: Polizei beendet Grabung in Kleingarten

Im Fall der vor 13 Jahren verschwundenen kleinen Madeleine McCann ist die Polizeiaktion in einem Kleingarten am Stadtrand von Hannover beendet worden.
29.07.2020, 05:17
Lesedauer: 3 Min
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Im Fall der vor 13 Jahren verschwundenen kleinen Madeleine McCann ist die Polizeiaktion in einem Kleingarten am Stadtrand von Hannover beendet worden. Ob etwas gefunden wurde, blieb zunächst unklar. Zwei Tage lang hatten Polizisten auf dem Grundstück das Erdreich mit Spaten und Harken durchkämmt. Auch ein kleiner Bagger, eine Mini-Raupe und eine Drohne kamen zum Einsatz. Am Abend sagte ein Polizist am Ort, die Aktion sei beendet. Daraufhin wurden auch die Sichtschutzwände zur Straße abgebaut.

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hatte zu Beginn des Einsatzes lediglich bestätigt, dass die Grabungen im Zusammenhang mit den Mordermittlungen gegen einen 43-jährigen Deutschen stehen. Der Mann soll die dreijährige Britin 2007 aus einer Ferienanlage an der portugiesischen Algarve entführt haben.

Die Ermittler gehen davon aus, dass das Kind tot ist. Nach Maddies (Madeleines) Verschwinden lebte der Verdächtige in Hannover - Medienberichten zufolge wohnte er in einem Kleinbus und arbeitete in einer Werkstatt nicht weit von dem jetzt durchsuchten Kleingarten entfernt.

Mit einem Bagger ließen die Ermittler am Mittwoch weiteres Erdreich auf dem Grundstück wegschaufeln, das Beamte im Anschluss mit Spaten und Harke genauer durchsuchten. An der Aktion war neben der Polizei aus Hannover und Braunschweig weiter auch das Bundeskriminalamt (BKA) beteiligt.

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Der Verdächtige äußert sich laut seinem Verteidiger nicht zu dem Vorwurf, Madeleine McCann entführt und ermordet zu haben. Das Landgericht Braunschweig hatte den 43-Jährigen Ende 2019 wegen schwerer Vergewaltigung unter Einbeziehung früherer Strafen zu sieben Jahren Haft verurteilt. Demnach hatte er 2005 in Praia da Luz - dem späteren Entführungsort von Madeleine - eine damals 72-jährige Amerikanerin vergewaltigt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ist für den Fall zuständig, weil der mehrfach verurteilte Sexualstraftäter in der Stadt seinen letzten deutschen Wohnsitz hatte. Dort besaß der Mann von Oktober 2013 bis April 2016 einen Kleingarten. „Eigentlich war er unauffällig, er war immer freundlich und hat seine Gartenarbeit gemacht“, sagte der Vorsitzende des Gartenvereins Kennelblick, Jürgen Krumstroh, am Mittwoch der dpa. „Ich war geschockt, als ich bei der neuen Fahndung nach Maddie im Frühjahr auf einmal sein Bild gesehen habe.“

Seltsam sei nur sein Abschied aus der Gartenkolonie gewesen. „Er hat mir nachmittags die Kündigung gebracht, ist in seinen vollgepackten, randvollen Kleinwagen gestiegen, und danach habe ich nie wieder was von ihm gehört.“ Über den Braunschweiger Kleingarten hatte zunächst die „Braunschweiger Zeitung“ berichtet. Die Staatsanwaltschaft äußerte sich nicht dazu, ob Durchsuchungen auch in anderen Kleingärten geplant seien.

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Bei den Grabungen auf dem Kleingarten-Gelände von Hannover waren bereits am Dienstag Fundamente weggebaggert worden. Ein Spürhund kam laut „Hannoverscher Allgemeinen Zeitung“ in einem Hohlraum unter einer alten Bodenplatte zum Einsatz. Gibt es einen „geheimen Keller“, wie die „Bild“-Zeitung schreibt? Julia Meyer, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Braunschweig, sagte der dpa: „Wir kommentieren die laufenden Maßnahmen zum Schutz der Ermittlungen nicht.“

Fernsehteams und Fotografen von Medien standen an der Sichtschutzwand, hinter der zahlreiche Polizisten arbeiteten. Neben der britischen Presse waren TV-Teams unter anderem aus Frankreich, Belgien und den Niederlanden am Einsatzort. Das Grundstück, auf dem gegraben wird, liegt zwischen einer Bundesstraße und einem Kanal.

Wie der Pächter der unmittelbar angrenzenden Nachbarparzelle der Deutschen Presse-Agentur sagte, war das Grundstück zuletzt unbenutzt. Es befand sich kein Gartenhaus mehr darauf, auf dem Gelände wuchsen Brombeerbüsche und ein Kirschbaum. Vor Start der Arbeiten hatte die Polizei den Baum fällen und Buschwerk entfernen lassen. In den zwei Jahren, in denen er seine Parzelle nutze, habe er auf dem Nachbargrundstück niemanden gesehen, sagte der Pächter. (dpa)

++ Dieser Artikel wurde um 20:03 Uhr aktualisiert ++

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