Feuer Feuerwehrpräsident zu Waldbränden: Regen fehlt

Die Regenschauer sorgen beim Blick auf die Waldbrandgefahr in Niedersachsen häufig nur für kurzes Durchatmen. Die Feuerwehren rechnen mit weiteren Einsätzen in den kommenden Wochen, sehen sich dafür aber gut gerüstet.
05.08.2022, 13:18
Lesedauer: 2 Min
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Von dpa

Die Feuerwehren in Niedersachsen kämpfen wieder häufiger gegen Wald- und Vegetationsbrände an. „Das hat sich bisher in diesem Jahr verstärkt“, sagte der Präsident des Landesfeuerwehrverbands Niedersachsen (LFV), Olaf Kapke, am Freitag. Zwar gebe es noch keine neue Einsatzstatistik, die Häufung sei aber deutlich wahrnehmbar.

Zuletzt war am Donnerstag bei Königslutter im Landkreis Helmstedt ein Waldbrand auf einer Fläche von einem Hektar ausgebrochen. Ebenfalls am Donnerstag gab es in Bruchhausen-Vilsen im Landkreis Diepholz einen Flächenbrand auf etwa zehn Hektar, wie die Feuerwehr dort meldete. Berichte über Verletzte gab es in beiden Fällen nicht. Allein diese beiden Brände forderten nach Feuerwehrangaben zusammen rund 450 Einsatzkräfte.

Ein rasches Ende dieser gefährlichen Situation ist aus Sicht des Landesfeuerwehrverbands nicht in Sicht. „Die heißen Wochen kommen erst noch“, sagte LFV-Präsident Kapke. Der Regenfälle vom Ende der Woche ließen zwar die Waldbrandgefahr zunächst sinken. Schon bis zum Wochenanfang soll die Gefahr nach Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) aber wieder steigen. Die Vorhersage des Waldbrandgefahrenindexes vom Freitag sah etwa einen Anstieg bis auf die zweithöchste Stufe 4 für Dienstag in Celle voraus.

Zentrales Problem bleibt laut Kapke der fehlende flächendeckende Regen. Der Niederschlag der häufig sehr punktuellen Schauer dringe nicht tief genug in den trockenen und harten Boden ein, sagte der LFV-Präsident. Die langanhaltende Trockenheit und auch die in diesem Jahr früh einsetzende Ernte begünstigten die Waldbrandgefahr sehr. Regelmäßig waren zuletzt Erntemaschinen wie Mähdrescher in Brand geraten.

Die beiden Maschinen des Feuerwehr Flugdienstes (FFD) von den Luftstützpunkten Lüneburg und Hildesheim sind Kapke zufolge derzeit häufig in der Luft. Bei Bränden unterstützten sie die Einsatzkräfte am Boden und seien bei hoher Waldbrandgefahr auch vorbeugend unterwegs, sagte Kapke. Erst vor wenigen Tagen hatte die Waldbrandzentrale in Lüneburg über mehr als 500 erkannte Warnmeldungen bis Ende Juli berichtet. Die Statistik steuere auf einen Rekord zu, weil die Trockenphase extrem lang sei, dazu kommen die niedrige Luftfeuchtigkeit und häufiger Wind, hieß es zur Begründung.

Für den Kampf gegen Wald- und Flächenbrände sieht Verbandspräsident Kapke die Feuerwehren aber gut aufgestellt. Immer häufiger seien Drohneneinsätze sehr hilfreich. Auch die vier Waldbrandspezialfahrzeuge vom Typ „CCFM 3000“, die im April vom Innenministerium übergeben wurden, sind für Kapke sehr wichtig. Im Laufe der nächsten Jahre sollen zwölf weitere dieser Fahrzeuge folgen. Zudem funktioniere die Zusammenarbeit mit helfenden Landwirten, wie auch im jüngsten Fall im Kreis Helmstedt, landesweit sehr gut.

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