Ukraine-Geflüchtete Gräfin von Hardenberg organisiert Kleiderbörse

Drei Flüchtlingsfamilien sind bei der ehemaligen Adelsfamilie von Hardenberg untergekommen. Die Ukrainer wollen ihren Gastgebern nicht auf der Tasche liegen, haben aber noch keine Arbeitserlaubnis. Dank einer gemeinsamen Idee können sie nun doch arbeiten.
01.04.2022, 08:15
Lesedauer: 2 Min
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Von dpa

Charlotte Gräfin von Hardenberg organisiert auf dem Gelände ihrer Schnapsbrennerei mit Flüchtlingen eine Kleiderbörse. Damit wolle sie den ukrainischen Flüchtlingen in der Region nördlich von Göttingen helfen, sagte von Hardenberg. Perspektivisch soll die Kleiderbörse in Nörten-Hardenberg zu einem Treffpunkt für geflüchtete Menschen aus der Ukraine werden.

Seit zwei Wochen hat die Sammelstelle geöffnet. Sie ist in der ehemaligen Gastwirtschaft „Keiler Schenke“ auf dem Gelände des Spirituosenherstellers Hardenberg-Wilthen untergebracht. Auf zwei Etagen finden Flüchtlinge neben Kleidung auch Spielwaren, Lebensmittel, Hygieneartikel oder Schulmaterialien. Auch eine Wunschliste gebe es, sagte von Hardenberg. Die Kleiderbörse hat an drei Tagen in der Woche geöffnet. Im Schnitt kämen täglich 40 Menschen, um sich auszustatten, vor allem Frauen und Kinder.

Die ehemalige Adelsfamilie von Hardenberg hat auf Ihrem Anwesen, dem Hardenberg, drei Flüchtlingsfamilien aus der Ukraine aufgenommen. „Sie haben noch keine Arbeitserlaubnis, wollen aber gerne eine Beschäftigung haben - so kamen wir auf die Idee mit der Kleiderbörse, bei der sie nun mitarbeiten“, sagte von Hardenberg. Die Arbeit sei auch eine Ablenkung von dem Krieg in ihrem Heimatland.

Die Flüchtlinge kümmerten sich um den Betrieb vor Ort, von Hardenberg hat das Angebot über Social-Media-Kanäle beworben. Die Spendenbereitschaft in der Region sei so groß, dass inzwischen Kleidung und Spielwaren nicht mehr angenommen werden könnten. Andere Spenden wie Hygieneartikel seien weiterhin möglich. „Das Angebot bleibt so lange bestehen, wie es gebraucht wird“, sagte von Hardenberg.

Tamara Borisova ist eine der Frauen, die auf dem Hardenberg untergekommen ist und bei der Kleiderbörse mithilft. Sie stammt aus der Nähe von Kiew. Von 2014 an hatte sie selbst Flüchtlingen geholfen, die innerhalb der Ukraine flüchteten, etwa aus dem Donbass. „Wir sind den Gastfamilien sehr dankbar: sie bemühen sich sehr, uns alles zu geben, was wir brauchen“, sagte sie. Außerdem sei sie dankbar für die vielen Spenden. Die Kleiderbörse helfe ihren Landsleuten und sei ein Ort, an dem ukrainische Frauen in Kontakt kommen könnten.

In den kommenden Wochen soll in der ehemaligen „Keiler Schenke“ ein Café eingerichtet werden, in dem sich Menschen aus der Ukraine treffen können. „Wir beobachten, dass viele Frauen häufiger hierher kommen, um sich zu treffen und auszutauschen“, sagte von Hardenberg. Ihre Großeltern seien teilweise selbst Flüchtlinge gewesen oder hätten Flüchtlinge aufgenommen. „Ich denke, es ist unsere Verantwortung, zu helfen, wenn man die Möglichkeit dazu hat.“

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