Kommentar Gut fürs Image

Marc Hagedorn über die Olympia-Reformen Aha, das IOC will also die Einzigartigkeit der Olympischen Spiele schützen. Es will die Verankerung des Sports in der Gesellschaft stärken.
19.11.2014, 00:00
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Gut fürs Image
Von Marc Hagedorn

Marc Hagedorn

über die Olympia-Reformen

Aha, das IOC will also die Einzigartigkeit der Olympischen Spiele schützen. Es will die Verankerung des Sports in der Gesellschaft stärken. Das klingt sehr edel und vernünftig. Dabei sind die Reformideen von IOC-Präsident Thomas Bach in Wirklichkeit und vor allem eine Reaktion aus der Not heraus.

Das IOC hat ein Problem: Olympia ist toll, Olympia sorgt für weltweite Einschaltquoten, mit Olympia kann man viel Geld verdienen. Das Dumme nur: Es gibt im Grunde keine seriösen Ausrichter mehr, die diese Mammutveranstaltung noch schultern könnten. In Zeiten von sozialen Problemen, schwächelnden Volkswirtschaften und hoher Arbeitslosigkeit sind aberwitzige Millionenausgaben und rigide IOC-Vorgaben für die Ausrichtung solcher Spiele in den meisten westlichen Demokratien kaum mehr zu rechtfertigen.

Das war mit ein Grund dafür, weshalb Russland, China oder auch Katar vermehrt Austragungsorte für Großereignisse waren oder werden. Das lohnt sich für beide Seiten: Die dortigen Regime profitieren vom Glanz der Spiele, das IOC macht das große Geld. Auf Dauer aber, das weiß das IOC, schaden Spiele in Schurkenstaaten oder umstrittenen Ländern der Marke Olympia. Vor allem deshalb gibt es jetzt diese Reform.

marc.hagedorn@weser-kurier.de

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+