Teilnehmer der 34. Aller-Hochwasser-Rallye trotzten tapfer Wind und eisigen Temperaturen

Hart verdiente Urkunden

Mehr als 300 Kanuten aus ganz Deutsch-land trotzten am Wochenende einem eisigen Wind und absolvierten die Aller-Hochwasser-Rallye.
25.03.2013, 05:00
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Von Gabriele Tetzner
Hart verdiente Urkunden

Trotz eisiger Temperaturen und heftiger Böen erreichten mehr als 250 Kanuten das Ziel.

Gtz

Mehr als 300 Kanuten aus ganz Deutsch-land trotzten am Wochenende einem eisigen Wind und absolvierten die Aller-Hochwasser-Rallye.

Verden. Der kälteste März seit Beginn der Wetteraufzeichnungen ließ schon im Vor-feld ahnen, dass bei der 34. Auflage der vom Wassersportverein Verden (WSV) veranstalteten Aller-Hochwasser-Rallye (AHWR) die Teilnehmerzahlen der letzten Jahre nicht erreicht werden würden. "Die Anmeldungen waren mit rund 300 Padd-lern zwar so hoch wie sonst auch", sagte Torsten Ellenberg, der die AHWR zum zweiten Mal organisatorisch betreute. "Bei besserem Wetter gibt es aber am Tag der Rallye an den Startpunkten in Celle, Hodenhagen und Rethem bis zu 200 und mehr Nachmeldungen von Kanuten, die sich spontan nach Wetterlage entscheiden. Die blieben dieses Mal aus."

Seit November waren er und sein Team damit beschäftigt, ausreichend Übernachtungsmöglichkeiten in den Sporthallen der Pestalozzischule und Stellplätze auf dem Schulhof des Domgymnasiums zu organisieren sowie Bustransfers zu den Startorten einzurichten. Wer am Ende für die Goldstrecke von 112 Kilometern Länge, die Silberstrecke (55 Kilometer) oder die Bronzestrecke (31 Kilometer) im eigens beim WSV eingerichteten Büro seine Urkunde abholte, hatte das Schriftstück wahrhaftig verdient: Eisige Temperaturen, heftige Windböen und entsprechender Wellengang machten den unter anderem aus Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Bayern und Sachsen-Anhalt angereisten Kanuten, die sich in Einer- und Zweierkajaks oder in Kanus auf die Aller begaben, mächtig zu schaffen. Fünf Mal mussten die Helfer der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft aktiv werden und Gekenterte aus dem Wasser fischen. "Die DLRG hat eine super Arbeit geleistet", so Ellenberg, der froh über jeden Paddler war, der heil in der Bucht des WSV ankam oder auch anrief, um sich längs der Rallyestrecke abholen zu lassen, da die Kraft für eine Weiterfahrt nicht ausreichte.

Das galt für rund 40 Teilnehmer, darunter die Insassen des 10er-Kanadiers des WSV, der in Rethem gestartet war und schon nach wenigen Kilometern aufgeben musste, weil das große Boot dem Wind zu viel Angriffsfläche bot. "Wir kamen ein-fach nicht mehr voran und die Gefahr eines Kenterns war zu hoch", berichtete Berthold Vanselow. Der Vorsitzende des WSV saß selbst am Steuer des mit weiteren fünf Sportlern besetzten Kanadiers, das unterwegs noch den entkräfteten Fabian Kottke (13) an Bord genommen hatte. Paddler mit jahrzehntelanger Erfahrung wie den Wilhelmshavener Klaus Heine (83 Jahre), Jürgen und Karin Johl (73 und 72 Jahre) von den Kanuwanderern Bad Hersfeld oder den 64-jährigen Waldemar Hänfling aus Celle konnten die Bedingungen dennoch nicht schrecken. Lediglich "schön anstrengend" befand Jürgen Johl die Tour, die die Gesamtflusskilometerleistung seines Lebens von weit über 40000 um weitere 57 Kilometer aufstockte.

Bartträger wie Ulf Böckenholt mussten sich nach der Ankunft erst einmal lange Eiszapfen aus dem Gesicht brechen. Boote, Paddel und Bekleidung waren auch bei allen anderen Ankömmlingen mit gefrorenem Allerwasser bedeckt. Zum Aufwärmen gab es vom Organisationsteam sogleich etwas Hochprozentiges, bevor den tapferen Kanuten an Land geholfen wurde – unter anderem Yvonne und Thomas Imgrund vom Kanuklub Zugvogel. Das Ehepaar aus Essen nahm zum zweiten Mal an der AHWR teil. Vor Rallyebeginn hatten sich die beiden 37-Jährigen das Ziel gesteckt, ihre 2012 benötigte Fahrzeit von zwölf Stunden für die Strecke von Celle nach Verden zu unterbieten und auf den angekündigten Ostwind gehofft. Dass die kräftigen Böen in einigen Flusskehren stattdessen von vorn bliesen, machte ihnen genauso einen Strich durch die Rechnung wie die in diesem Jahr geschlossenen Wehre, an denen sie die Boote umtragen mussten. "Es war sehr kalt, aber es hat Spaß gemacht und die Ankunft war am schönsten", sagten die Essener nach wiederum zwölf Stunden auf der Aller.

Hart verdiente Urkunden

Teilnehmer der 34. Aller-Hochwasser-Rallye trotzten tapfer Wind und eisigen Temperaturen

Zitat:

"Die DLRG

hat eine super

Arbeit geleistet."

Organisator Torsten Ellenberg

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